Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1854)
- Article
- Das jüdische Ideal
- Date
- 1854-12-01
- Page
- 132 (sequence 2)
- Language
- German
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132 Dcr SJrfcr in Menschheit. ES gelingt ibnen nickt die Stange ihres Mastes zu festigen, und zum Scgelaufspannen sind sie neck nimmer gekommen! Werden einst SicgeStropbäen in Fülle vcrtbcilt, dann sind'S die bis jetzt hinkend Gescholtenen, die die Siege errungen! Aber eS spreche die Bruder,nenschbcit nicht: so bin ich denn dem Siecktbum verfallen! Dem Volke selbst, das jetzt dort wohnt, ward erst ja die Sünde gesühnt! Eine Parabel an die Ungeduldigen. MeS, wollet Zbr, soll in Einem Tage geschehen? Lasset doch den Pflüger erst pflügen, bevor er säen könne, lasset ihn doch erst öffnen und düngen seinen Acker! Und sehet! Hat er erst die Fläche des Ackers ganz gleich und eben gemacht, wie verschieden muß er dann die verschiedenen Saaten in den Einen Acker säen! Während er den Dill umherstreut, wirst er den Kümmel; aber den Weizen setzt er in Reihen, und Gerste an vorauSbezcichnetc Stelle und Spelt gar in ein ganz gesondertes Beet! So erziebt Gott für'S rechte Leben, den Er belehren will! Und wiederum sehet! Nicht die unedlere Saat ist eS, die am meisten zu dulden hat — und die höchste Vollendung ist die stillste! Mit der scharfen Drcschwalze wird Dill nicht gedroschen, über Kümmel fährt daS Rad dcS WagcnS nimmer. Mit dem Stecken wird Dill auögcschlagcn, — Kümmel mit der Ruthe, Brod aber — wird zermalmt! Denn wahrlich, für Brod ist's nicht mit dem bloßen Dreschen abgcthan! Dreschend lärmen Räder und Reuter — aber die letzte, feinste Vollendung gicbt ihm dieses Lärmende nicht! Das ist'S auch, was vom Gott dcr Zeiten kommt! Wundervoll ist sein Plan, noch größer seine Ausführung!