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Jeschurun · 1854-12-01 · Heft 3 (Dezember 1854) · p. 131

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 3 (Dezember 1854)
Article
Das jüdische Ideal
Date
1854-12-01
Page
131 (sequence 1)
Language
German
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I Das jüdische Ideal. ״Sünder fürchten in Zion, Heuchler ergreifet Zittern. Wer kann bei und, bei diesem zehrenden Feuer, auch nur ein flüchtiges Dasein gewinnen, wer von uns sich auch nur flüchtig des Daseins freuen, wo uns nichts als Brandtrümmer aller Zeiten umgeben!" ״״Wer auch im Sittenwandel seine Pflicht, auch im Worte, die Rechtschaffenbeit übt, den Portheil verschmähet, der nur durch Rücksichtslosigkeit zu gewinnen, die Hände schüttelt Bestechung nicht zu fassen, das Ohr versperrt keinen Blutplan anzubören, das Auge schließt um nicht auf Böses hinzuschauen,— der ruhet fest in erhabener Höhe, Felsenfestung ist dessen Burg; dem ist sein Brod in jeder Zeit gegeben, dem bleibt sein Trunk in allen Zeiten treu!"" Freilich möchten auch deine Augen den König in seiner Herrlickkeit schauen, seben daS ach! so ferne liegende Paterland, und dann sinnet auch dein Herz bekümmert: ״wo sind unsere Statist!- ker, unsere Wardeien, wo die Statistiker unserer Burgen!" Aber das machtstolze Volk sei nicht dein Ideal, nicht das Volk Unverständlichkeit anstrebender Diplomatie, das Zungengeböhntc, Perständnifiberaubte! Zion sei's, die Burg unserer Bestimmung! Da seben deine Augen Jeruschalaim, eine friedvolle Stätte, ein Zelt, das nicht immer von Neuem gespreitet, das nicht selbst immer die eigenen Pflöcke lockert, und von dessen Seilen keines je reißt. Denn wenn dort Gott uns herrlich leuchtet, dort an den weitgeuferten Strömen und Flüssen, so wird doch kein Streifschiff dort kreuzen und kein stolzes Prachtgefährte dort fahren. Denn derselbe Gott, der mit seinem Rechte unsere Gesellschaft ordnet, mit seinem Gesetze unsere Sitten regelt, derselbe Gott ist unser König und wird uns auch 1racb außen vertreten. Siehe die Kreise, die deine Seile verschmaheten!

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