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Jeschurun · 1854-11-01 · Heft 2 (November 1854) · p. 109

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 2 (November 1854)
Article
Jüdisches Schulwesen : aus der badischen Main- und Taubergegend [Nachricht]
Date
1854-11-01
Page
109 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Aus der badischen Main» und Taubergegend. 109 mag er auch in anderer Beziehung manche Jnconvenienz mit sich führen. Hier legt sich der ganze Schwerpunkt der Schule auf jüdisches Wissen und jüdisches Wirken; die Kraft des Lehrers wird nicht zersplittert; kein Einfluß von Außen tritt ihm hemmend entgegen; und die Schuljugend sieht in dem Religiösen einen wesentlichen Theil ihrer Lebensaufgabe; was Alles bei Schulen, in welchen ein und derselbe Lehrer für alle Schulfächer augestellt ist, selten der Fall sein wird. In der That ist der Stand der israelitischen Schulen in diesem Bezirke fast durchgängig ein erfreulicher. Sämmtliche Lehrer erkennen die Wichtigkeit ihrer hohen Aufgabe und arbeiten, bei leider größtentheils nur geringem Einkommen, recht wacker in ihrem Berufe. Sie steuern alle emsig nach dem Ziele, die Jugend mit dem ganzen Inhalte der heiligen Schrift und mit deren Urtexte möglichst vertraut zu machen; rw.tnn der Übersetzung der Gebete, systernatischem Religionsunterrichte rc., wird auch in einigen Schulen und (leeres aus gelehrt. Einen sichtlichen Aufschwung nehmen die Schulen in diesem Bezirke, seitdem Rabbiner L'öwenstein — jetzt drei Jahre — hier wirkt, da dessen Hauptaugenmerk auf diesen Theil seiner Wirksamkeit (von welcher ich Ihnen ein anderes Mal mehr berichten werde) gerichtet ist. Hervorheben will ich noch, daß aus dieser Gegend schon mehrere Jünglinge sich dem Lehrstande gewidmet haben und jetzt wieder Einige in der Ausbildung hierzu begriffen sind, die Alle den Grund zu ihrem hebräischen Wissen in Schulen dieses Bezirks gelegt haben. k! Aus dem Mürtcmbergischcn. Wenn es wahr ist —- und wahr, glaube ich, ist es — daß die religiöse Richtung der meisten Menschen die Folge ihrer Erziehung ist, dann sehen wir leider einer trostlosen Zukunft entgegen; denn Zur Erlangung des wesentlichsten Bedürfnisses den Anforderungen deivcr Anstalten gerecht werden, und in den allermeisten Fällen ist es gerade der religiöse Unterricht, der dabei zu kurz kommt; während in Einer Anstalt, nach einem zweckmäßigen Plane vereinigt, beide Zweige sich gegenseitig so tragen und ergänzen, daß für Alles Raum bleibt, und ohne Uebcrbürdung der Kinder, Allem genügt werden kann. Eine weitere Ausführung dieses Gegenstandes übersteigt die Granzen einer Anmerkung und bleibt einer weiteren ausführlichen Begründung Vorbehalten.

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