Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 2 (November 1854)
- Article
- Aus Hamburg
- Date
- 1854-11-01
- Page
- Seite 102 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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102 Jüdisches (M<mcinb<rcc|cn. Eorrespondcnzm. unserer Gemeinde näher eingehen werden, so werden uns aus diesem Wege manche leidige Konflikte. manche harre Kämpfe begegnen. Ob wir dann auch Rach zu errhcilen wissen, wie die ersten zu vermeiden, wre die letzteren zum siegreichen Ziele zu führen sind? Wir werden eS mir unseren schwachen Kräften versuchen, wohl wissend, daß der wahre Ncuh nur bei dem Herrn zu finden „und nur des Herrn Rarh befiehl!" Aus Posen. Sie wünschen einen Bericht über die religiösen Zustände der hiesigen Gemeinde, — Schmerz aber und Wehmuth versagen mir für heule die Kraft, das Bild wahrheitsgetreu zu entwerfen, das seit mehreren Jahren das öffentliche religiöse Leben eines so großen, eines so bedeutenden Kreises, wie die hiesige Gemeinde, bietet. Vergebens suche ich einen Lichtpunkt, an welchem sich mitten unter so vielem Trüben der Schimmer einer Hoffnung für eine baldige Bcsiergestaltung anknüpsen ließe, und verschiebe daher meinen Bericht, bis ich nicht bloß Bejammernswerthcs zu referiren, sondern auch einen Ausweg aus diesem Jammer anzudeuten und Entschlüsse und Kräfte zu wecken und zu ennuntern werde versuchen können, den Weg der Heilung mit Entschiedenheit und Hingebung zu betreten. So viel steht jedoch als unerschütterliche Ueberzcugung bei mir fest: nicht die vielfach bedauernswerthen Verirrungen unserer „modernen" Brüder, die Apathie, die Thal- und Regungslosigkeit unserer „Frommen" unserer noch religiösen Jehndim dem ganzen großen Verfalle unserer Heiligthünrer gegenüber, die haben Xoix zu beklagen. Wäre mehr bewußtvolles, thatkräftigeS, reges Leben bei unseren Frommen, zeigten sie mehr Entschiedenheit, nrehr muthvoUes offenes Auftreten für ihr Recht, verständen sie es mit nrehr einmüthigcr Kraft die Allen gemeinsame heilige Cache nach Außen zu vertreten und nach Innen mit mehr freudiger, einträchtiger Hingebung auf- und auszubaucn, cs stünde bester um unsere Sache und alle gottgefälligen Zwecke wären trhtz Allem zu erreichen. Für heute beschränke ich mich auf Mittheilung beifolgender Aktenstücke und kurzes Referat über den bisherigen Erfolg. Unterm 23. März hat die hiesige königliche Negierung, bezüglich der so sehr vernachlässigten hiesigen Kultus-Verhältnisse und der (damals noch) bevorstehenden Nepräsenlanten-Wahl, nachstehende Verfügung erlasten: „Die Darstellung des Vorstandes der talmudischeu Gesellschaft vom