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Jeschurun · 1854-10-01 · Heft 1 (Oktober 1854) · p. Seite 43

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 1 (Oktober 1854)
Article
Aus dem Großherzogthum Hessen
Date
1854-10-01
Page
Seite 43 (sequence 7)
Language
German
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Au« dem Grvßkerzoqibum Hcffne. 4L Brüdern untergraben und auf unabsehbare Zeit unheilvollen Streitigkeiten 1 Thür und Thor geöffnet. Ja sie hat - das einzige Erhebende an der Sache - ein warnendes Beispiel gegeben, daß die Abstreifung altväterlicher heiliger Formen nicht zum Heile siihrt und es jedenfalls 'gerathener ist, von allen Neuerungen abznstehen, als die Saat des Hasses und der Zwietracht in eine seit Jahrhunderten in religiösem Frieden lebende Gemeinde zu streuen. Es gründet nun die kleine fromme Schaar mit nicht geringen Opfern ein eignes Gottes- und Schulhaus, und sollen unter Andeun auch die Mitglieder der israelitischen Neligionsgesellschaft zu Frankfurt! a. M. nicht unbedeutende Beiträge zu diesem Zwecke gespendet haben. Möge die OpferwiÄigkeit der Letztgenannten das heilige Werk vollenden helfen, |j ich meine die Nittel mit Wege zur Acquirirung eines würdigen Geistlichen darbieten, da in Ermangelung eines solchen das mühsam Zusammengefügte im Laufe der Zeit nothwendig wieder zerfallen-würde. Nicht verschwiegen darf hier ferner bleiben, in welchem Sinne diese, dem modernen Zeitgeiste huldigende Partei in Mainz jenes Prinzip der Gewissensfreiheit und Nächstenliebe in deren ausschließlichem Besitz sie doch zu fein wähnt, und die ihr als Inbegriff der ganzen jüdischen Religion gelten —- zur Anwendung bringt! deicht genug, daß sie die glaubend treuen Inden, die sogenannten Altgläubigen, nöthigt, zu allen Bauten und Einrichtungen beizutragen, welche im Interesse der Reform vorgenommen werden, dem neuen Tempel, der Orgel, Besoldung zweier die Reform fördernden Geistlichen u. s. f. —- Dinge, die nicht nur keine Befriedigung des religiösen Bedürfnisses des altgläubigen Juden gewähren, vielmehr grade die Bekämpfung seiner Glaubensansichten erstreben, ja Alles untergraben, was ihm heilig und göttlich ist —sie sollicitirten auch unermüdlich bei der betreffenden Behörde in Mainz, daß den Altgläubigen untersagt werde, selbst auf eigne Kosten eine Synagoge zu bauen und Minjan zu machen! Freilich mußte unsere erleuchtete Behörde, trotz aller rabulistischen Petitionen, welche den Nachtheil eines Minjan-Consenses im Allgemeinen und die davurch bevorstehende Gefährdung der Reform insbesondere, mit den grellsten Farben schilderten, und sonnt der Reform selbst ein glaubwürdiges testiruo» nium infirmitatis gaben, das Ansinnen, solche unerhörten Gewissenszwang auszuüben, mit Indignation zurückweisen. Jedoch die Befreiung der Altgläubigen von den Umlagen der Cultusbedürfnisse jener aus dem alten Judenthume ausgetretenen Reformgemeinde — wiewohl nicht weniger

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