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Jeschurun · 1854-10-01 · Heft 1 (Oktober 1854) · p. Seite 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 1 (Oktober 1854)
Article
Der Jude und seine Zeit
Date
1854-10-01
Page
Seite 17 (sequence 4)
Language
German
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Der Jude unb seine Zeit. 17 Mübe vom Zudenthum zu reden, dann nehme man das Zudcntbum unb wnfe es zu den alten Ausgeburten des Wahnes und deö Aberwitzes, und schweige von Zudenthum,-von jüdischer Religion! Wie? die Bibel wäre mir Gottes Wort, und Gottes geoffenbarter Wille wäre mir Zudenthum und jüdisches Gesetz, und da dürfte ich mich an den Heerweg der Zeiten und Länder stellen, und jeden sterblichen Waller auf Erden, nach seinen zwischen Traum und Wachen, zwischen Wahn und Wahrheit geborenen Ansichten und Meinungen fragen/ seinem Placet das Wort des lebendigen Gottes unterziehen, nach seinem Achselzucken das Wort des lebendigen GotteS modeln und dann sprechen: sehet da das zeitgemäß geläuterte Zudenthum, sehet das voll Menschen approbirte, von Menschen gereinigte, geläuterte Wort des lebendigen Gottes! Wie? die Bibel wäre mir Gotteswort, unb Gottes geoffenbarter Wille wäre mir Zudenthum und jüdisches Gesetz, und da dürfte ich meinen Magen, meine Sinnlichkeit, meine Bequemlichkeit, meinen jeweiligen, zeitlichen Vortheit fragen, ob's auch süß, ob's auch leicht, ob's auch billig, ob's Mich angenehm, dürfte die Religion, dürfte meine Religion, mir von Gott zum Maßstab gegeben, damit mich, nreine Zeit, all mein Thun und Lassen zu messen, selbst erst nehmen und ihn erst nach der Kleinlichkeit, nach der Sinnlichkeit, nack der Engherzigkeit meiner jeweiligen Begehren messen und kürzen, dürfte das göttliche Maaß erst nach meinem jeweiligen Bedürfnis; fälschen und dürfte dalln mich rühmen und sprechen, sehet da das zeitgemäß geläuterte Zudenthum, sehet da, das meiner Schwäche gemäß verkürzte Wort des Allmächtigen Gottes, und sehet da, wie bin ich ihm, und wie ist ibm meine Zeit so g»mäß! Täuschen wir uns -nicht! die ganze Frage ist einfach nur die: Zst das „Und Gott sprach zuMoscheh wie folgt", womit alle Gesetze der jüdischen Bibel beginnen, ist es eine Wahrheit, glauben wir wahrhaftig und wahr, daß Gott, daß der allmächtige, allheilige Gott also zu Moscheh gesprochen, ist es eine Wahrheit, wenn wir im Kreise der Brüder auf dieses geschriebene Bibelwort die Hand legen und sprechen, daß Gott uns diese Lehre gegeben, daß es Seine Lehre, die Lehre der Wahrheit und damit das ewige Leben in unsere Mitte gepflanzt sei, ist das Alles kein Lippenwyrt, keine Redeflosirl und Täuschung, wohlan denn, so 2

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