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Jeschurun · 1887-12-15 · Heft 50 (15.12.1887) · p. 786

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 50 (15.12.1887)
Article
Zum Chanuckafeste
Date
1887-12-15
Page
786 (sequence 2)
Language
German
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786 dieses unser jüdisches Emblem stolz und frei vor die j Pforten unserer Häuser zu stellen, weil eben die Zeiten, j weil eben im j erc בני רשות הרבים noch nicht reif sind, j die Botschaft zu verstehen: aus den jüdischen Fenstern! hinaus strahlt dennoch die Lichtbotschaft durch die Nacht.! Was ivir einst uns selbst einer dem andern zu verkünden hatten, das haben wir jetzt als Gottessaat, יזרעאל, hinanSgeslreut unter die Völker, uns und der Gesainnitmenschhcit zu verkünden. Welches aber ist das Wunder, weiches das Chamrckalicht verkündet'? Sind cS die großen Ereignisse auS einer zwcitanscndjährigen Vergangenheit, von denen cS ja berichtet? Wohl erzählt es von ferner Vergangenheit, von Prüfungen und Kämpfen, von Verführung und Abfall, von endlicher Rückkehr und endlichem Siege. Erzählt auch von dem Vcrrathe der danialigeu Großen und Führer und Priester, die, wie sie selbst dem Indenthnm abgestorben waren, auch das Volk unter dun Feldgcschrei der Bildung und der Nesorm und des Anschlusses an die anderen Völker zur Prcisgebnng des heiligen Vätcrcrbes, zur Ertödtung der jüdischen LebenSsecle, zum Abfall von seinem Gotte zu verführen suchten. Erzählt auch, wie diese danialigeu Reformjuben cS verstanden, der Staatsgewalt, die sich sonst um dos innere Leben der einzelnen Völker nicht kümmerlc, cö nahezulegen, gleichwohl gerade dem Indenthnm den Bcrnichtnngskamps zu verkünden und mit Büttel und Henker daS BekchrnngSwcrk gründlich zu vollenden, daS sie selber so schlau und so glorreich degönnen. Erzählt von Abfall und Verblendung, von Klcinmuth und Verzagtheit, aber auch von Treue und Standhaftigkeit, von Heldenmnth und Seelcngröße, denen gegenüber die Tyranncnschcrgen mit ihren grausigcn Marterkünstcu und Folterqualen ohnmächtig waren — und endlich auch von dem PinchaScifcr des wahrhast priestcrlichcn Hcldcugrciscs in dem entlegenen Landflecken, dessen entschiedene Thctt den alten Lcviteuruf wie Posanuciitou durchs Land schmetterte: ״Wer cs mit Gott hält, herbei zu mir!- und den Mnth wieder neu entflammt in der Brust der Verzagten und die Flamme der Begeisterung wieder anzündct in den Herzen der Mnthlosen. Und erzählt weiter, wie Gott mit ihnen war und den Wenigen den Sieg gab über die Vielen und den Schwachen über die Starken, weil die Wenigen rein und die Bielen entartet, weit die Schwachen pflichttreu, die Starken aber Frevler waren vor Gott. Hub gerettet die Thora und gereinigt das Hciligthum und gebannt der Abfall und erneuet der Fahneneid und wieder in Treue geschaart die Nation um das Banner des Gesetzes! Doch nicht dies ist das Wunder, dessen öffentliche Verkündigung daS Chmmckascst nach Außen alljährlich vollbringen soll. ״ ,אתס עדיmeine Zeugen seid ihr" — sprach einst vor Jahrtausenden Gott durch des Propheten Mund zu uns, und von uns zur Gesammt- Menschheit. Wenn die Menschen einmal anS der Gottesferne sich zurücksehnen werden zu ihrem Later und Schöpfer und cS ihnen einmal Ernst sein luirb mit ihrem Entschlüsse nud Ernst mit der Frage: Ans welchem Wege leuchtet das Licht der Wahrheit, welcher unter der unendlichen Menge der Wege führt in Wahrheit zum Baum des Lebens? So viele Mächte haben wir in unserer Vtrblcudnug vergöttert, so viele sind uns von der Ucberlicferung liiijircr Bä!er nud den Lehren unserer Priester als Gott vcikündet worden, wo finden wir in Wirklichkeit den Gott der Wahrheit und des Lebens, den Gott des Rechtes und der Liebe? —: dann seid ihr die Zcugen für mich. Jeder wahrhaft jüdische Mann, jedes wahrhaft jüdische Weib, die noch nach Jahrtausenden sich als ächten Sohn und ächte Tochter Abrahams und Sarahs bewähren, jedes wahrhast jüdische HauS, in dem noch nach Jahrtausenden in einer Welt der Alles verzehrenden Genuß- und Alles bcherrschciiden Selbstsucht durch die treue Erfüllung deö gesammten GotteSgcsctzeS ein Leben geführt wird, das die Devise: ״ ,היה ברבהwerde deiner Mitwelt zum Segen" verwirklicht — ein solcher Mann, ein solches Weib, ein solches Hans sind die lautesten Zeugen für die Wahrheit meiner Tfsenbarirng, jih־ die Gött-!ichreit der jüdischen Wahrheit; ihr bloßes Dasein, ihre Erhaltung ist ein Wunder, daS alle Allmachtsthaten bei eurer VolkeSgründung an Wunderbarkeit übcrtnsst. Daß dieses Wunder sich noch in Wirklichkeit vollziehe, daß der alte, jüdische Geist noch lebt daß eS solche Häuser noch gebe, deren höchstes Ziel noch jetzt ist, diesen Idealen nachzustrebcii, daß cs noch Häuser gebe, in denen kcS jüdischen GeistcelichteS gewartet werde und den Anfordernngen desselben Heiligthums. daS vor nunmehr zwei Jahrtausenden ״in jenen Siegen um diese Zeit" durch die Treue seiner wiedcrgcwomicneu Kinder wieder jüdisch geweiht wurde, noch jetzt die!mverbrüchliche Treue gewahrt wird, wo fein Gesetz noch jetzt die Seele der Erziehung bildet, ihm noch jetzt die Kinder geboren und die jugendlichen Geister und Herzen gewonnen werden — das ist das Wunder, das mir jeden! Jahre und in jedem jüdischen Hanse sich crncucndc Wunder, welches das durch die Nacht leuchtende Ehanuckalicht der Menschheit kündet. Und je größer die Verirrung der Menschen und je dichter noch ״die Finsterniß, die die Völker und die düstere Wetterwolke, die noch die Staaten deckt", und je mehr selbst vom jüdischen Volke die Wolkensäule der göttlichen Gnade verlassen und jener Finsterrüß sich zuwenden, in der sie das vermeintliche Licht, und unter jener verderbenschwangcrci! Wetterwolke Schutz sucheu, deren Helle Blitze sie als Frühroth des Völkcrmorgens

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