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Jeschurun · 1887-12-01 · Heft 48 (1.12.1887) · p. 766

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 48 (1.12.1887)
Article
Rumänien [Nachricht]
Date
1887-12-01
Page
766 (sequence 3)
Language
German
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766 sie nach der Moldau. Dies ist geradezu sinnlos; denn | wenn die Juden in Bukarest eine Gefahr sind, jo j dürsten sie es in der Moldan nicht minder sein. Diese j Festnahmen veranlassen eine schändliche Ausbeulung der! jüdischen Polizeispione, die von ihren aus den vcrj schiedensten Thcilen Ruinäniens zugezogenen.Glaubens-! genossen bedeutende Summen erpressen, und sie am j Tage, wo sie sich weigern, das geforderte Geld zu! zahlen, anzeigen, feslnchineu und allsweisen lassen, j Polizeiagenten betheiligen sich an dieser schamlosen * Äirthschaft. A iit erika. K. Newyvrk, 11. Sioucmbcr. Die Hebrew Shcltcring Guardian Society hat vor Kurzen! ihren Jahresbericht veröfscntlicht, auS welchem hervorgeht,; das; in den 8 Jahren des Bestehens dieser Anstalt 1132 j Kinder verpflegt wurden. Die Zahl der im abgetanfenen j Jahre anfgeuommenen beträgt 543 (306 Knaben mxb j 237 Mädchen). Die Ausgaben für Beköstigung bc-! trugen im letzten Rechnungsjahre 20340,65 Dollar,! für Bclleidung 8036,25 Dollar. Außerdem lvurdcn i 1 365 Portionen au arme Erwachsene verabreicht. Die! im schulpflichtigen Alter stehenden Knaben und Mädchen! besuchen öfsentliche Schulen und erhalten in der Anstalt nur Unterricht in Religion und deutscher Sprache, die 'Mädchen anßcrdcln noch in Handarbeit, Kochen und Hausarbeit. Für die der Schule cutwachscnen Knaben wird endlich ein Unterkommen zur Erlernung eines Handwerks oder Geschäftes verschafft. Der ungefähr gleichzeitig erstattete Jahresbericht der United Hebrew Eharities crgiebt, daß von der Vereinigung in; lebten Jahre 17 385 Personen unterstützt wurden. 2107 Personcn erhielteu Reisekosten zur Ucberfahrt nach Europa oder ins Innere der vereinigten Staaten oder nach Kanada. Interessant ist die Angabe, daß 25 788 jüdische Einwanderer in Newyork anlangtcn. Von diesen blieben 18197 in Newyork selbst, 16 wurden, da sie gänzlich mittellos waren, zurückbcfördert. — Das sogenannte Montesiorc-Homc, ein Asyl für Sieche, wird demnächst ein neues bereits in! Dan begriffenes Heim erhalten. Die Baukosten werden sich auf etwa 200000 Dollar belaufen. * DaS Zentralkomitee der ..All. Jsr. Nniv." erhielt folgenden Bericht über die Kolonie Alliance nahe bei Vineland, New-Jersey: Diese Kolonie erhielt im Septenrber den Besuch einer Anzahl Mitglieder des Board of dclegates zu Newyork, in Begleitung einiger anderer Personen, die den Wunsch hegten, sich über die Zustände in der Niederlassung Rechenschaft zu geben. Die Besuchenden konnten die znsriedcnstcllenden Vcrhültnissc dieser Kolonie fonftatiren. Die noch nicht vollzogene Ernte versprach vorzüglich zu werden; neue Häuser, Scheunen und Schuppen waren im vorigen Sommer auf Kosten der Kolonisten erlmut worden. Der Durchschnlttscrtrag der Ernte betrug allein in diesem Jahr 400 Dollars; einer der Kolonisten hat mehr als 500 Dollars eingenommen. Es muß der Ertrag für die Kartoffeln, Aepscl. Pfirsichen und Trauben hinzugerechnet werden, obgleich die Reben nicht sehr gediehen infolge des Mildew. Außerdem hat jeder Kolonist für den Winter einen genügenden Vorrath von Karlöffeln, Kohl, Wasserrüben, Runkelrüben und Korn aufgespcichert. Das Kapital steckt in einer Reihe schöner und kräftiger Pferde und zahlreicher Kühe, von denen einzelne einer ganz besonderen Rasse angehören. Sümnttliche Kolonisten erklären sich befriedigt mit den; Resultat ihrer Arbeit, und da sie im Winter der Zigarreufabrikation und der Maschienennäharbeit obliegen, werden sic ein behagliches Leben führen können. Zahlreiche Personen. ans verschiedenen Ländern haben sich darum beworben, sich in der Kolonie niederlasscn zu dürscn, aber cs bleibt nur noch wenig Boden zur Berthe!!ung übrig. Im U»!kreise der Synagoge muß ein Flächenranm von 40 Acres reservirt bleiben für die gemeinschaftlichen Bedürfnisse, sc! cs, um dort öffentliche Bauten aufzusührcn. oder einen Park oder! Square dort anzulcgcn. Es wäre!nöglich, daß die ן Behörden der Stadt Vineland gesonnen wären, eine! Schule zu gründen in der Kolonie, die bereits 150 schulpflichtige Kinder zählt; und wäre das ein ganz j geeigneter Raun! zum Schnllokal. Die Badeanstalt, | der Friedhof und die Synagoge, welche durch die Großnunh der Berliner Juden anfgesührt wurde, sind in guten! Zustande: die Kolonisten nehmen selbst die kleinen; Reparaturen, die von Zeit zu Zeit erforderlich sind, j vor; Herr Schiff hat 250 Dollars gespendet, um dazu behnlflich zu sein, eine Bibliothek zu gründen, und hat im Verein mit Herrn Levisoka einen kleinen Fonds angelegt, der in ganz besonderen Füllen (bei Krankheiter! oder bei Neuangekommenen) die nöthige Hülfe gewähren soll. Herr Jsaaes hat versprochen, einen Theil des Honorars zu beschaffen für einen Lehrer, der den Erwachsenen das Englische und den Kindern das Hebräische lehren sollte. Fast alle Kolonisten befinden sich jetzt in behaglichen Verhältnissen; einer von ihnen, Lnbarsti, hatte eine Meierei von 122 Acres j für 1500 Dollars gekauft, mit 250 Dollars Anzahlung. Es muß dies allen Denjenigen eine große Befriedigung sein, die den Leuten dazu verholsen haben, von der eigenen Arbeit zu!cbm. . Palästina. . . * Folgende Berichte hat das Zentralkomitcc der ״All. Jsr. Univ." über einige Kolonien Palästinas er-

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