Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 47 (24.11.1887)
- Article
- Plaudereien aus der Schule
- Date
- 1887-11-24
- Page
- 741 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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741 ober andere Richtung innerhalb der Christenheit zu fällen, , darf man wohl sagen, daß der Lehrinhalt der beiden verschiedenen Richtungen von wesentlichem Einfluß ans die Lehrmethode ist. Bei den Dogmen der streng kirchlichen, orthodorcn Richtung, welche, den natürlichen Anschauungen des praktischen Lebens inehr oder weniger widersprechen, muß — um die Worte Diesterwegs zu gebrauchen — die streng bindende Lehre ersetzen, waS das Leben nicht bringt. Die freireligiösen Christen, welche die Anforderungen ihres Bekenntnisses mehr mit dem Leben ausgeglichen haben, glauben ans dieses katechetische Bindemittel verzichten zu können und getrauen sich, den Kindern das religiöse Wissen nach derselben Methode beizubringen, mit der sie auch jedes andere Wissen ihnen lehren. Auch innerhalb der Indcuheit hat sich eine ahnliche Scheidung vollzogen, deren Vertreter man, wenn auch nicht ganz zutreffend, mit denselben Parteinamen belegt hat, welche and) im christlichen Kreise gang und gäbe sind. Wir haben eine Orthodoxie und eine freireligiöse Richtung, deren Anhänger sich die Vertreter der Reform. Neformjuden nennen. Da dem Indenthum von .HauS auS die Begriffe der Kirch!id)kcit und Gläubigkeit in dem gewöhnlich gebrauchten Sinne vollständig fremd sind, so bilden diese Momente in der That and) nicht die Kriterien der Scheidung der Orthodoxen von den Nichtorthodvxcn. Die tiefgehende charakteristische Unterscheidung zwischen beiden Richtungen beruht vielmehr darin, daß die crsterc die Göttlichkeit und Verbindlichkeit deS von ihren Vätern übcrkommcneu GotteSworteS anerkennt, während sie von der letzteren in Theorie und Praxis in Abrede gestellt wird. DaS Iudcnthum saus phrase, das man gewöhnüri) das orthodoxe nennt, hat nun auch eine ganz beträchtliche Anzahl von Satzungen, welche mit den gewohnlichen ׳LebcnSanschaunngen in mehr oder weniger tiefem Widerspruch stehen, an denen daher die von diesen Satzungen sich cmauzipircudcn Religionsgenossen sowie die nichtjndijche Welt von jeher Anstoß genonrmen haben. DaS freireligiöse Nesormjndeiithnin hat diese Satzungen sammt rind sonders zuerst anS seinen Lehrbüchern und dann 6uS dem praktischen Leben gestrichen, oder doch so verflüchtigt, daß sie der beabsichtigten ״Ausgleichung der Lehre mit dem Leben" nicht mehr hindernd im Weg stehen. Konseqnenterwcise müßten mm die jüdischen Orthodoxen, wie ihre christlichen Namensvettern, die religiöse Zukunft ihrer Kinder am besten durch die bindende KatechismnSschablone gesichert glauben und die reformirten Freireligiösen müßten ebcnsfallS hier wie dort die kated)etijche Zwangsjacke verwerfen und die fortgeschrittene Aufklärung, die ihnen doch sonst geläufig ist, auch bei der religiösen Erziehung ihrer Kinder zur Geltung kommen lassen. Weit gefehlt!! Unsere Orthodoxen sind es, die in die Herzen ihrer j Kinder die Religiosität nach einer Methode pflanzen, . die nach Di.stcrwegS Zcngniß das sehr tiefe Verständnis der kindlichen Natur bewährt, während daö von dem-; selben illnstreu Pädagogen als ״znrückgckommen" be-! zeichnete Verfahren gerade von unseren Männern deS Fortschritts angewandt, ja nachgeahmt wird! Legt diese Eigeuthümlichkeit nicht den Verdacht nahe, daß bei nnS manche Kontrcbandc unter falscher Flagge segelt? Doch brechen wir davon in diesen Plaudereien ab, dieselben wollen nur ans dem Leben der Sd)nle plaudern, nicht ans der Schule des Lebens.' ^Fortsetzung folgt.) פרקי אבות. Uebersctz.t und erläutert von Samson Raphael Hirsch. (Schluß.) ,)IO. Fünf Eigenthümcr hat der Heilige, gesegtict sei Er, in seiner Welt zn seinem Eigenthum bestimmt: הדרה ist ein besonderes Eigen׳ thum, Himmel und Erde sind ein besonderes Eigenthmn, Abraham ist ein besonderes Eigenthum, IiSracl ist ein besonderes Eigenthum, der Tempel ist ein besonderes Eigenthnm. ׳Die תורה; denn es ist geschrieben׳. Gott hat ׳nid) geeignet als Erstes seines WegeS vor allen seinen Werken von je. Himmel und Erde; denn es ist geschrieben: So hat Gott gesprochen: der Himmel mein Thron und die Erde meiner Füße Schemel, wo ist das Hans, das ihr mir bauen!volltet, wo die Stätte meiner Ruh'! Und ferner: Wie zahlreich sind deine Werke, Gott, alle hast du mit Weisheit gemacht, die Erde ist voll deines EigcnthnmS. Abraham; denn eS ist geschrieben: Gesegnet sei Abram dein höchsten Gott, dem Eigner von Himmel und Erde. IiSrael; denn cs ist geschrieben: Bis hinüber ist, Gott, dein Volk, hinüber das Volk, das du erkauft! Und ferner: Die Heiligen, die ans Erden sind und dadurch Herrlieh sind, daß all mein Wille durch sie gesd)ieht. Der Tempel; denn es ist geschrieben: Die für dein Weilen bereite Stätte, die, Gott, du erzielt, das Heiligthnm, Gott, das deine Gnade gegründet. Und ferner: Cr brachte sie zu dem י) חמעה קנינים קנה הקרוע ברוך הוא בעורמו• ואדיו הן• תורה• קני ן אחר• עמים יאיץ קנין אחר• אברהם קבין אחד• יעיאל קגין אחד• בית ד־,מקרע• קני ן אחד• תורה מנין דבתיב יי קנני ראשית דרבי קדם יזחעריו מאז• עמים וארק רגין רכהיב כה אמר יי העמיסיב־אי והארץ הדם רכדי ובד■