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Jeschurun · 1887-11-17 · Heft 46 (17.11.1887) · p. 734

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 46 (17.11.1887)
Article
England : London [Nachricht]
Date
1887-11-17
Page
734 (sequence 2)
Language
German
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734 erheischt. In jedem קהל von ישראלים בשרים ist für | die drei Grundpfeiler des JndcnthnmS ,י תורה, ',-בודה גמילות הסדים, sowie für solche religiöse Institutionen,; die der Einzelne nicht Herstellen kann und die man auch nicht der Willkür des Individuums überlassen kann, wie z. B. שהימה, מקואות und סופרות, ent* sprechende Fürsorge getroffen. Kur;, eine jüdische Gemciude muß für alle ihre Angehörigen cö ermöglichen, daß ein Jeder als frommer, gewissenhafter Jude leben und seine Kinder in dem heiligen von den Vätern ererbten Geiste und Leben erziehen kann: תורה צוה לנו מימה מורשה קהלת יעקב! Wenn die Londoner Gemcillde, die ״United Synagognc", eine richtige Gemeinde in vollem jüdischen Sinne ist, dann ist kein Grund dafür vorhanden, daß die Ostcnd-nn2N einen eigenen gesonderten Gemeindeverband Herstellen. Im Gegentheil, sie könnten dann nichts Besseres thnn, als sich mit der United Synagone verbinden und sich in religiösen Angelegenheiten ans ihre schon lange hier wohnenden wohlhabenden englischen Brüder verlassen, ihre eigenen schwachen Kräfte aber für die Verbesserung der ökonomischen Lage der armen fremden Inden aufsparen. Die Frage ist aber: ist die Londoner United Synagogue eine rechte jüdische Gemeinde? Wir können diese Frage noch präziser fassen: besteht hier unter den aschkenasischcn Inden ein Verband, welcher den Namen קהלה verdient?? Im ersten Augenblicke könnte man an unserem gesunden Verstand zweifeln, daß wir eine solche Frage aufzmvcrfcn wagen. Hat denn London nicht einen Obcrrabbincr (!ד׳ יאריך ימיו)? Haben wir nicht so und so viele Synagogen, eine jede mit zwei oder mehreren NcverendS, Kantoren, Küstern und Sängern? Haben wir nicht ein בית רק, einen Friedhof, eine Schächtkommission n. s. w.? Trotzdem wollen wir klar und deutlich darlegcn, daß wir im Rechte sind, wenn wir behaupten, daß hier eine rechte קהלה nicht exisurt. Es sind hier wohl verschiedene Synagogen, die eine Anzahl Mitglieder anfwciscn, sogar reiche Mitglieder, und dafür sorgen, daß ihre Mitglieder בשר-Fleisch essen können, was lein Geld kostet, sondern Geld einbringt, daß sie einen thcucrn Sitz in der Synagoge nehmen und sich auf einem jüdischen Friedhöfe gegen Bezahlung vor und nach dem Tode beerdigen lassen können. Außer der שחיטה bietet demnach die United Synagoguc ihren Mitgliedern nichts mehr als was jede christliche Kirche ihren Angehörigen gewährt: die Kirche, den Geistlichen und den 'Begräbnißplatz. Für alle anderen wichtigen Institutioncn, die zn Thora. Abodah und Gemilnth- Ehaßadim nach jüdischem Begriffe gehören, bekümmert sich hier die Gemeinde als Gemeinde nicht, sondern einzelne Private müssen gut oder schlecht freiwillig dafür sorgen. Oder cs bestehen zufällig alte Stiftungen dafür, die wohl von der United Synagvgue in Beschlag genommen worden sind. So sind z. B. die hiesigen מקואות meistens Privatuntcruehmnngcn, ein Geschäftszweig, wie allgemein bekannt ist. Sogar die Freischulc. Free School, kann mir durch Rothschilds und Anderer freiwillige Gaben bestehen. Wer dort die Lehrer anstellt und dafür sorgt, ob viel oder wenig Jüdisches gelehrt wird, ob die Kinder in der jüdischen Religion nach orthodoxer Lehre oder nach reformistischein System unterrichtet werden, dürften Wenige wissen. Die Kinder, welche die anderen Board-Schools besuchen, erhalten jüdischen Unterricht ,.zu wenig zum Leben und zn viel zum Sterben", wie das Sprich-׳ wort sagt. Und wer sorgt und zahlt für die Lehrer? Nicht die United Synagoguc, sondern eine freiwillige Gesellschaft. Es ließen sich noch viele Beweise dafür ansühren, daß eine rechte קהלת in London nicht vor- Händen ist; hier ist aber jetzt nicht der ׳Platz dafür. WaS ist die Folge dieses Zustandes? Die Folge davon ist. daß in London ein Geschlecht ausgewachsen ist und noch weiter aufwächst, das ganz verlernt und vergessen hat, was cS heißt, Jude zu sein; das keinen richtigen Begriff vom Judenlhum hat. Die wichtigsten Gesetze unserer heiligen Religion werden von den jungen Leuten nicht beobachtet, weil sie buchstäblich!»'Vergessenheit gerathcn sind. Unsere Töchter haben keine Ahnung von den Pflichten einer jüdischen Frau; für sic sowohl wie für die Männer ist die der Ncsvnn znueigende englische jüdische Presse ,תורת משד. Wenn also die הברות im Ostend noch ein wahrhaftiges Gefühl für das ächte Judenlhum und achtes jüdisches Leben besitzen und'eS j sich angelegen sein lassen wollen, daß das Judenthum! für ihre Söhne und Töchter nicht verloren geht, so! kann eS nur einen Zweck geben, für den sic sich | בבל לב ובכל נפש verbinden und vereinigen sollen, i und der ist: um hier in London eine wahrhafte jüdische! Gemeinde, eine קהלה, zu gründen nach dem Muster > der anderen wahrhaft jüdischen Gemeinden in Israel, : in welcher nicht allein für den Flcischbcdarf und den! Friedhof, für Singen und Predigen gesorgt wird, : sondern vor Allem sür Dasjenige, waö ein acht jüdisches! Leben erheischt: für Schulen, wo Wohlhabende wie j Arme gündlichcs Wissen in תורתנו הקדושה und! ihren מפרשים und דינים neben einer guten'engj!isehen und wissenschastlichen Bildung erlangen j können, wo wichtige מצות wie גמילות הסד עם ההיים ועם המתים .סופרות ,מקואות | nicht allein als Geschäft j und Werk der Einzelnen, sondern von der Gemeinde in; die Hand genommen werden, eine Gemeinde, in welcher > nicht zehntausende von Pfunden fürSyuogogen und über-! flüssigen Luxus auSgegcbcn werden und kein Geld für wich-! tigere und nützlichere Zwecke übrig bleibt, eine Gemeinde,! die ganz nach jüdisch׳ orthodoxen Grundsätzen eingerichtet

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