Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 43 (27.10.1887)
- Article
- Zum Wiederbeginn der Thora
- Date
- 1887-10-27
- Page
- 673 (sequence 1)
- Language
- German
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11. Marcheschwan 5648. 27.Vktober 1887. in Haus, Gemeinde und Schule. : ßfgdimleh'on 2>(Utt[0li Mphae!Hirsch, JtnßlSimT 11. fsrnefitißßen Mipusgefefffamji z»;Prniififiict n.Jfl Neue Folge. Fünfter Jahrgang. HerauSgcgcbrii unter Miiwirkuiiz des Begründers nnd bewährter Genossen von Asaae Kirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — NbonncmentSprcis bei allen Postanstaktea und Buchhandlungen 2 Ji>. f>0 fiir das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt direkt mit der Expedition des Ieschnrnn zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direkt und franko unter Streifband den Jahrgang fiw V2J6. oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich-, fiir U *ffi oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25.^ s. d. .'!gespaltene Petitzcilc oder deren Slaiun berechnet. — Expedition: Hannover, Herschelstr. 5. Inhalts-Verzr'ichrri^ von Nr. 43. Zum Wiederbeginn der Thora (II). — Die Juden in Bayern. — Zur antisemitischen Bewegung in Kurhcssen. — Bilder ans der Gegenwart ^Fortsetzung). — .,קבלת אסיח — Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin (2), Ans Bayern, Wien (3), Pest, Paris, Warschau,' Mvsiau, Bukarest, Afrika. — Inserate. Juni prkrkpn kr Thora. II. יום הששי ויכרו• Als wir wieder zum Anfang des Buches der cwigcu Wahrheit zuvückkehrtcn, gestatteten wir u1.׳s die Frage: Sind es Geschehnisse einer längst versunkenen, zu uns in keinerlei Beziehung flehenden Vergangenheit, die da aus dem Dunkel der Jahrtausende uns wieder vor Augen geführt werden, oder stehen nicht vielmehr wir selbst, und steht nicht unsere ganze Gegenwart in inniger Beziehung zu Dcrujenigen, was uns aus den ersten Seiten dcS Gotteswortes vorgelcscn wird? Und gleich auf das erste Wort wiesen wir hin, welches die Thatsache der Schöpfung durch den freien Schöpfer und Herrn ausspricht, und auf die vitale Bedeutung dieser Thatsache für uns, durch welche unsere sittliche Freiheit bedingt ist. Gehen wir einen Schritt weiter, da grüßt uns das Wort: ״ יום תעשי ויבלוda vollendete Gott durch den siebenten Tag sein Werk, das er gemacht — und segnete diesen siebenten Tag und heiligte ihn —" — Wir sehen sehr wohl das vergnügliche Lächeln ans dem Angesichte unserer auf den dreijährigen Cyklns eingeschworenen. Brüder. Es sagt uns: ״Aber bei dcr Wahl dieses Beispiels haben Sie sich nicht übel vcrgriffen! Gerade dieser Satz brauchte sür das anspruch׳ vollste orthodoxeste Bednrsniß — das nns'rige freilich würde sich schon mit den homöopathischsten Dosen begnügen — nicht einmal alle drei Jahre vorgelesen zu werden. Im Sabbathgcbete und vor dem Sabbathmahle am Freitagabend wird er ja von den strenggläubigen Juden allwöchentlich mehr als einmal gesprochen!" Verzeihen Sie, verehrter Stammes-. wenn auch leider nicht Glaubensgenosse! Gerade deshalb, ans eben diesem selbigen Grunde haben wir diese Worte gewählt. Freitagabend — wie strömt es warm zum Herzen! Welche Fülle von Gedanken und Gefühlen, welche Hochflut!) heiliger thcncrster Erinnerungen weckt dieses Wort in jeder jüdischen Brust! Freitagabend — die Vorstellungen seliger Weihe und trauter Familicuinnigkeit sind sür den jüdischen Menschen mit diesem Worte nn-