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Jeschurun · 1887-10-20 · Heft 41-42 (20.10.1887) · p. 652

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 41-42 (20.10.1887)
Article
Pirqe avot
Date
1887-10-20
Page
652 (sequence 2)
Language
German
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H52 Lebens, kennzeichnet den Alten als einen Menschen, dem Ehrerbietung zu zollen ist. Allein es ist nur dann ein solcher Kranz der Auszeichnung, wenn das Leben, in welchem der Mensch ergraut ist, ein rechtschasfeneö gewesen, und wie dem Alten das graue Haupt Würde verleiht, so schmückt die Jugend die nicht in Ausschweifung vergeudete Kraft. עטרת הנמים Auch Neichthnm ist eine Krone, wenn sie vom Weisen getragen wird. עטרת זקנים Enkel sind die Krone der Alten, wenn der Kinder Stolz ihre Eltern sind. Rechtschaffenc Enkel sind der lohnende, ehrende Lebcnsabschluß der Großeltern, wenn deren Kinder ihren Stolz darin gesetzt, ihre Kinder zu Ebenbildern ihrer Eltern zu erziehen. וחפרה הלבנה Wenn Gottes Reich von Zion- Jcruscholaim ausgchcn wird, dann werden seine Alten, die feine® Reiches Lehrer und Vorboten gewesen sind, in solchem geistigen Lichte erscheinen, daß vor ihrer Herrlichkeit das von Mond und Sonne ausstrahlende irdische Licht erbleicht. *)9. N. Schimon, Sohn MenassjaS, sagt: Diese sieben Errungenschaften, weiche die Weisen für die Pflichtgerechten gezählt, haben sich alle an Rabbi und seinen Söhnen bewährt. N. Ioße, Sohn Kisma, sagte: Ich war einmal auf dem Wege, da tras mich ein Mann und bot mir den Gruß, ich erwiderte ihn, darauf sagte er zu mir: Rabbi, aus welchem Ort bist du? Aus einer großen Stadt von Weisen und Gelehrten bin ich, erwiderte ich. Darauf sagte er zu mir: Rabbi, wäre es dein Wille, bei uns in unfern» Orte zu wohnen, so würde ich dir eine Million goldener Denare und Edelsteine und Perlen geben. Ich erwiderte ihm: und gebest du mir alles Silber und Gold, alle Edelsteine und Perlen der Welt, so wohne ich doch nur an einem Orte der חורה. Ist doch so auch im 0(^3311־תהלים von David, dem Könige IisraelS, geschrieben: die Lehre deines Mundes gilt mir nrehr als Tausende Goldes und Silbers, und nicht nur dies, sondern beim Verscheiden des Menschen begleiten ihn nicht Silber und nicht Gold und nicht Edelsteine und Perlen, sondern ganz allein חורה und gute Werke, denn es ist gesagt: wenn dn wandelst, leitet sie dich, wenn du liegst, wacht sie über dich, und erwachst du, so ist sie *c«, die dich anrcbet. ״Wenn du wandelst, leitet sie dich" in dieser Welt, ״wenn du liegst, wacht sie über dich" im Grabe, ״und erwachst dn, redet sie dich an" in der künstigen 3) רבי שמעון כן מנסיא אומר אלו שבע מרוח שדנו חכמים לצדיקים מלם נחקימו כרכי ובבניו- אמר רכי יוסי כן ומוי- Welt. Und ferner heißt.esn Mein ist das Silber, mein das Gold, spricht ד׳ צבאות. Es bedürfte noch der Erklärung, wie R. Ioße durch die Frage nach fernem Wohnorte sich veranlaßt gesehen habe, diesen nach seiner Beschaffenheit zu beschreiben. Man wäre geneigt zu glauben, מאחה מקום אתה fjeige: aus was für einem Orte bist du? Allein אי זח מקום ist doch nur die einfache Frage: welcher Ort. Vcrgl. Sanhedrin 40, a. באיזה שעת עמנו ,עמנו במקומנו .באיזה מקום: meine Ortsgenossen sind alle so wie ich, einfache Leute, keine הנמים und keine טוב לי .סופרים u. s. w. 11 ולא עוד.w. Der Besitz der חורה ist wcrthvollcr, beglückender, als der von Neichthnm, und er ist zugleich unvergänglich und begleitet den Menschen über das Grab hinaus, an dessen Schwelle er alle andern Güter zurückläßt. והקיצות wenn dn zum jenseitigen Bewußtsein erwachst, sind es Gedanken, die du diesseits aus . der חורה geschöpft, die sich deinem Bewußtsein darstellcn. £לי הנסן 11. s. w. So fern der Besitz materieller Güter für uns gut und nütze ist, ja zur Erfüllung unserer von der חורה uns gestellten Aufgaben nothwcndig ist, kann uns Gott das nach seiner Weisheit uns Erstreben-werthe verleihen, ohne daß wir cs durch Verzichtlcistung auf die ewigen Güter der תורה zu erlangen hätten. (Fortsetzung folgt.) . - ZckdtlrchiMM (Fortsetzung.) ״Was nennen Sie Fortschritt auf dem Gebiete der Religion?" fuhr ich fort; — ״was verstehen Sie unter Aufklärung?'' ״Sie wollen mich ad absurdum führen," entgegnete er unmuthig. ״Ich kenne das. Man legt dem Worte einen ganz andern Begriff bei und zieht alsdann aus diesem gefälschten B.egrisse Schlüsse, welche mit dem ursprünglichen Inhalte nichts gemein haben. Das ist die sophistische Manier der Talmndkuudigeu. Darauf lasse ich mich nicht ein." ״Sie irren sid), Verehrtester," erwiderte ich. ״Mir liegt nichts ferner als die Uebung jener zweiselhaften Kunst der Dialektik. Und Sie irren sich nicht miujer, wenn Sie den Talmudisteu eine elende Sophistik'zuschreiben. Wer den Talmud wirklich kennt, weiß, daß in dem Talmud keine Spur davon zu finden ist. Im Gegenthcil. Hier wird jedes Argument auf seine volle Beweiskraft einer strengen Prüfung unterworfen und jeoer Trugschluß, jeder Scheinbeweis unerbittlich zurückgewiesen. Nur Unkemüniß oder Böswilligkeit kann es! »vagen, dem Talmud sophistische Spitzfiudigkiit an-

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