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Jeschurun · 1887-10-20 · Heft 41-42 (20.10.1887) · p. 649

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 41-42 (20.10.1887)
Article
Zum Wiederbeginn der Thora
Date
1887-10-20
Page
649 (sequence 1)
Language
German
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/Cy in Haus, Gemeinde und Schule. -ßcgnludei ami Samson NllphlielHllsch, iiaßfWr 11.?srciffilifdlrn ücfi'gionsgpfcß’fifinft iw Irnnfifisrl a.Ä Neue Folge. - Fünfter Jahrgang. Herausgegebci! unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Asaae , Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AvonncmcntSpreis bei allen Postaustatten und Buchhandlungen 2 Jb. f)0 .«3 für das Bierteljahr. Der Buchhandel verkehrt direkt mit der Expedition dcS Jeschnrnn zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direkt inid franko unter Streifband den Jahrgang für 12 Jfi oder 7 Gulden österr. Wöhr, nach Deutschland und Orstcrecich-, für 14 Ji oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25.^ f. d. :!gespaltene Pekitzcile oder deren Namn berechnet. — Expediti on: Hannover, Herschclstr. 5. Inhalts-Verzeichnisr von Nr. 4L 11.42. Znm Wiederbeginn der Thora. — ^,2 (Fort« , setzurig). — Zeitbetrachtnngen (Fortsetzung). — Bilder ans der Gegenwart (Fortsetzung). — DaS römische Ghetto. — Gottc-s« begriff und Naturwissenschaft. -- .^orrkspondenzcn und Nach, richten: Kassel, Breslau, Beulhen, Wien, Olmiitz (2), Pest, Lemberg, Hannover, Berlin, St. Pölten, Lemberg, Prcstburg, Pest, AuS Ungarn, Paris (8), Lodz, Bukarest, Konstautinopcl, Marokko. — Ausruf. — Inserate. Zürn MzedclheßilNl der Thora. Am Ausgang des Sabbath Bereschith. Die Festzeit!ist vorüber. Verhallt ist der Schofar, dahingcschwuudcn die Thcschnwawoche, der Jom Kippur, zurück liegen jene einzigen Neila - Momente, in denen des Juden Seele sich losrang von allem Irdischen, von allem was scheidend stand zwischen ihnl und seinem Gotte, wo mit unwiderstehlicher Macht die Sehnsucht ihn erfaßte zur Auskehr, zur Einkehr ins Vaterhaus-. Und er fühlte sich wie das Kind vor der Pforte dcS Vaterhauses, dem es in Thorhcit und Verblendung so lange fremd geworden, und: ״O, öffne die Psorte, schon sinkt der Tag — 0 gönn' uns die Heimkehr, die Einkehr zu dir!" so stieg cs empor aus der sehnenden Brust, so stieg es empor aus tiefstem Herzensgrund. — Und da kam dann jener Atigenblick, wo alle irdischen Fesseln sanken, und eS schwand die Selbstsucht, die das Herz hatte zusanimenschrmnpfen lassen, und die Genußsucht, die die Sinne unterjocht hatte, und es schmolzen Haß und Groll, die das Gemüth zn Eneshärte hatten erstarren lassen — und auf athmcte der Mensch und das Ewig-Göttliche in ihm hob siegreich das Haupt, und alles Schlechte hatte den Reiz verloren, und alles Gute erschien so leicht, so unendlich leicht, und frei hob sich die Brust, und Friede, tiefer Gottcsfriede zog in sic ein, Friede mit sich selbst, Friede mit seiner Mitwclt, Friede mit seinem Gotte — — —. Alles das liegt zurück. Und auch die Fcsthüttc ist verlassen, die unS an den Gottcöschutz in der Wüstenwandcrnng erinnern und uns lehren sollte, der Führung dieses Gottes, der ja auch der unstige ist, uns hcitcrfrvhcn Sinnes auch auf unserer LebenSivandernlig rückhaltlos vertrauend hinzngeben. Abgelegt ist auch der Feststranß, der uns lehrte, wie wir .des Vielen oder Wenigen, das Gott uns beschiedcn, froh werden sollen in seiner richligen Verwendung vor dem Angesichte unseres Gottes, und wir so inmitten einer von Sorge und Künuncrniß gedrückten Welt nicht nur die Lcbenszuversicht, sondern

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