Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 39 (29.9.1887)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1887-09-29
- Page
- 618 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Talmud ein Unding gleich dem bekannten ßidjten&crg; scheu Messer ohne Klinge und Handhabe. In dem Vortrage ״AuS einer jüdischen Gemeinde vor fünfzig Jahren" schildert LazarnS die Innigkeit und Reinheit des jüdischen Gemeinde- und Familienleben?. Es ist seine Jugendzeit, die er seinen. Zuhörern vor Augen führt. Er wird ergriffen von dem Adel, der sich in den ärmlichen und gedrückten damaligen Verhältnissen entfalten konnte. Warum steigt in ihm Angesicht? dieser Größe, welche das alte Judenlhun! erzeugen konnte, nicht die Frage ans: ob denn wohl sein geträumtes wesenloses Ideal, die Neform, eine solche wahrhaft innige Frömmigkeit und Tugendübnng, einen solchen Adel der Empfindung und eine solche Geistesgroße bei den Bckennern seiner Znkunssreligion herausbilden könnte? Wenn LazarnS nicht bereits so ganz mit dem Indcnthum verfallen wäre, die lebendige Erinnerung an Dasjenige, waS cS geschaffen, hätte ihm über das Bedenkliche und Verwerfliche der Bestrebungen der Neform die Augen öffnen müssen. Werschau. Talmndische Chrestomatie für den ersten j lja״* f Unterricht im Talmud von Abraham Singer und Wilhelni Singer. Selbst- Verlag der Verfasser. Adr. Bezirkörabbincr in B!ir Palota Palota (Ungarn). Bereit? in Nr. 2 und 34 des Jahrgangs 18S3 deS ״Ieschnnul" ist dieses sehr verdienstvollen Werkes in anerkennender Würdigung Erwähnung geschehen. Seitdem hat dasselbe in erfreulicher Weise in weitesten Kreisen Eingang gesunden. Von den berühmtesten Vertretern der talmudischen Wissenschaft ist der המדריך aus das Wärmste für den ersten Unterricht empfohlen worden. Die gesammle jüdische Publizistik ist in dem Lobe dieser Ehrestomatie cinmülhig. Es sind dem Ber׳ faffer etwa 130 begutachtende Schreiben anö Rußland, Ungarn, Oesterreich, Deutschland, Italien und dem Oriente zugegangen, welche thcilwcise dem Werke vorangedruckt sind. ES seien davon nur angeführt die Namen-. Hirsch-Frankfurt/ Adler-London, Speklor-Kowuo, HildcShLÜner-BerUn, Fanisil-Iernsalcm, Falagi-Smyrna, Feilchcnfcld-Posen, Lehmann-Mainz. Isidor und Kahn- Paris, Lipschitz Schcdlitz, Mortara-Mantna, Tedeschi- Ankona, Gngenheimer - Kvlin, — die Nabbinate: Nosinai, Wilna. TibcriaS, Livorno, Bukarest, Pieterkow, Brisk, Ezeruowitz, Sofia, Salonichi, Tripolis, Bagdad re. re. — Der המדריך wird sich immer mehr ein bürgern und das Studium dcö Tallnud erleichtern. Korrcspoudcnzcli uni Nachrichtc». Deutschland. Würzburg, 25. Sept. Die Verwaltung der israelitischen Kranken- und PfründnerhanS-Stiftung dahier hat von Anfang ihres Entstehens, 186(1 bis Ende 1686 rcsp. August 1687, den ersien Rechenschaftsbericht veröffentlicht. Demselben entnehmen wir Folgendes: An rcntirendem Vermögen besitzt die Anstalt 89 803 die Ausgaben waren aber derart, daß, wenn die Anstalt ans ihre Kapitalien angewiesen geblieben wäre, sie 3439 J6. von ihrem Kapitalbcsitze hätte eingehen müssen. Allein die Nebcnznflüsse von Korporationen und Privaten verhüteten ein Defizit. Unter diesen Ncbenzuftüssen. sind besonders hcrvorzuhebcn: die Synagogenspendcn betrugen in vollen sieben Jahren 3966 also im Jahresdurchschnitt kaum 570 Jk; die freiwilligen periodischen Beiträge haben in den ersten fünf Jahren im Durchschnitt jährlich 2167 c/£ betragen, sind aber 1885 auf 1477 Jk und 1886 auf 1 369 JL zurückgegangcn. Die in stetiger Abnahme begriffenen' Beiträge sind zu bedauern. Die für Gründung der Anstalt geleisteten größeren Beiträge founc von Wohlthätcrn periodisch geleisteten Beitrüge während dieses Zeitraumes belaufen sich nahe an 30 000 Jk. Der eigentliche Betrieb der Anstalt umfaßt erst einen Zeitraum von 204 Jahr; und die Krankenfrcgucnz dieser Zeit waren 49 männliche und 51 weibliche Kranke in 1 874 Verpflegungstagen. An 90 dieser Kranken wurden meist schwere Operationen vollzogen. Außerdem sind noch drei Pfründner in der Anstalt, denen sie Alles bietet, dessen hülslosc Greise bedürfen. Wenn nian erwägt, daß genannte Anstalt den Kranken Nahrung, Labung, Arznei und Wuudvcrband spendet und in schweren LeidcnSstunden stützend und tröstend zur Seite steht, so ist dies ״eine Schöpfung, auf welche die israelitische Gemeinde Würzburg mit Stolz lind Freude blicken kann, ein hunlanitärcS Institut, eine WohlthätigkeitSanstalt im vollen Sinuc dieses Wortes, würdig der Unterstützung aller wahren Menschenfreunde." Schließen wir uns auch der innigsten Bitte deS BcrichterstattcrS an, daß ,',alle Menschenfreunde, namentlich solche, die in der Lage sind, ihren Namen durch eine wohlthätige Stiftung zu verewigen, unsere Anstalt durch milde Gaben kräftigst unterstützen." Der Lohn deS Himmels ist ihnen sicher! ׳ * Zweibrüekett, 15. September. Heute Nachmittag fand vor dem hiesigen Schwurgerichte die Ver- Handlung gegen August Gotthold, VerlagSbuchhäudtcr in KaiserSlautcru, wegen Preßvergehens statt. Der Sachverhalt ist folgender: Im Sommer dieses IahreS