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Jeschurun · 1887-09-15 · Heft 37 (15.9.1887) · p. 586

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 37 (15.9.1887)
Article
Aus der Pariser jüdischen Gemeinde
Date
1887-09-15
Page
586 (sequence 2)
Language
German
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״ewigen Grabes״. Hand in Hand mit derselben wirkt j eilte andere, welche sich ״ln t6rro promisc" nennt, j Beide haben den Zweck, bei den Sterbenden die religiösen! Obliegenheiten zu erfüllen und ihnen einen bcsondern; Platz auf dem Friedhose zu sichern, welcher bei den Inden Beth-Hachajim, Haus des Lebens, genannt wird. Den letzten Schlaf allein zu schlummern, das dünkt ein Geringes zu sein. Aber itt einer Stadt wie Paris, wo der Boden tHeuer ist und wo man ohne Rücksicht auf die Menschenwürde die Todten in ein gcmeittsameS Grab zusammen bettet, da ist es höchst kostspielig, sich eine besondere Grabstätte zu erwerben. Der Wunsch nach einer solchen ist aber tief in des Menschen Wesen begrütidet. Herr Du Cantp erzählt von einer armen Frau, welche sich Sou für Sou zurückgelegt hat, nur nicht ״in dem großen Kessel gekocht zu werden", wie das allgemeine Grab im Volksinnnde bezeichnet wird. Für den armen Juden ist durch die gedachte Institution die Möglichkeit geschassen, demselben zu entgehen. Der jüdische Friedhof bildet eine Abtheilung auf dem allgemeinen Friedhofe. kitte kMiinulg des Herrn Dr. KW, des verdienstvollen Verfassers der Schrift ״Zur Judenfrage", in welcher die Angriffe Nohling'ö auf das Indenthtim glänzettd und überzeugend zurückgewicsen werden, verdient auch itt jüdischen Kreisen eine besondere Beachtung. Diese Erklärung lautet folgendermaßen: ״Bon einem ״Abbe Dr. Clemens Victor" ist eine Entgegnung auf mein Buch ״Zur Judcusrage" erschienen. Vielleicht hätte ich von der Existenz dieser Entgegnung Nichts erfahren oder sie doch nicht gelesen, wenn mich nicht wohlmeinende Freunde darartf aufmerksam gemacht und mir nahegelegt hätten, eine Widerlegung dieser Entgegnung zu schreiben, damit mein Stillschweigen nicht als Eingeständnis der in jener Schrift enthaltenen Anwürfe gedeutet werden könne. Da cs nun möglich ist, daß auch andere achtbare Leute dieser Ansicht sind, finde ich mich veranlaßt, in Kürze anzugebcn, warum ich von einer Wideriegnng absehe. Ich hätte nicht nöthig gehabt, die Schrift des Herrn Abbe bis zu Ende zu lesen, um zu erkennen, daß ich cs mit derselben Fabrik zu thun habe, deren 'Erzeugnisse ich seinerzeit leider gcnöthigt war, bis zmn Ekel zu lesen. Grobe Beschimpfungen, perfide Verdrehungen und direkte glatte und boshafte Lügen, untermischt mit frommen, eigentlich ketzcrrichterlichen Betrachtungen, angeblichen Nachweisungcn, daß die gerichtlichen Sachverständigen heillose Jguorauten sind, endlich eine Fluth neuer Zitate aus der unerschöpflichen antisemitischen Zaubcrslasche — daS soll man widerlegen! Kein zurechnungsfähiger Mensch wird sich aus diesem Machwerk ein Urtheil bilden, ohtte die Entgegnung des Herrn Abbe mindestens mit meinem schon in dritter Auflage erschienenen Buche zu vergleichen. Eine solche Vergleichung genügt - aber vollständig; eine bessere Bekräftigung der in meinem Buche nicdcrgelcgtcn Anschauungen könnte ich gar nicht liefern. Was die angeblichen Uebersetznngsfehlcr und unrichtigen Auslegungen der hebräischen Texte betrifft, so könnte ich als Laie nichts erwidern, aber mit mir wird jeder gebildete Laie nach der Lektüre des Victorsehen Buches nicht mehr in Zweifel sein, wem er zu glauben hat, den Herren Doktoren Nöldcke und Wünsche,' oder dem Herrn Abbe Victor, der atn Schlüsse seiner Sehrist die von mir angeführten siebzehn Gewährs- Männer (darunter Bischof Kopp, die Professoren Ebers, Fleischer, Lagarde, Strack, Siegfried u. s. w.) kurzweg eine ״Reihe obskttrcr Männer" nennt. Wenn ich aber auch keine Widerlegung schreibe, so bitte ich die geehrte Redaktion, mir zu gestatten, daß ich nur einige der gröbsten Unwahrheiten anführe, welche die ganze Kampfmethode meiner Gegner charaktcrisiren. 1) Der Herr Abbe behauptet schon auf dem Titelblatte seiner Schrift, daß ich mein Buch ״auf Verlangen der Juden" (im Vorwort heißt es ״auf Inspiration der Inden") veröffentlicht habe. Beides ist absolut unwahr. Ich habe mein Buch auf Niemandes Verlangen oder Inspiration geschrieben und veröffentlicht. Niemand hat den Gedanken hierzu bei mir auch nur angeregt. Diese Unwahrheit ist aber zugleich eine Böswilligkeit. Die Judenschaft ist in dieser Sache Partei. Ein auf Verlangen einer Partei geschriebenes Buch wäre aber eine Parteischrift und als solche schon in den Augen aller Unbetheiligten diskreditirt. Darum muß schon aus dein Titelblatte das ״auf Verlangen der Judenschaft" paradiren und im letzten Absatz der Schrift wiederholt werden. 2) Produzirt der Herr Abbe einen Brief des Herrn Briman, worin dieser erzählt, eS hätte eine Unterredung zwischen ihm und Dr. Elbogcn in dessen Kanzlei in meiner Gegenwart stattgefttndcn, und Dr. Elbogcn hätte dabei wiederholt erklärt, daß er mit mir nach Innsbruck gcsahren sei, um eine Talmud-Uebcrsetzung zu Hintertreiben. Nun habe ich den Herrn Briman nie gesehen, habe nie den Fuß in die Kanzlei des Dr. Elbogcn gesetzt, bin nie mit ihm nach JnnSdruck gefahren und habe von dieser Reise des Herrn Dr. Elbogcn erst später erfahren. Der Herr Abbe produzirt allerdings nur die Erzählung des Briman, schickt aber voraus, daß Brintan nach Versicherung seines Beichtvaters ein überaus ehrenhafter Mann sei, ״der sich eines ehrenhaften Wandels stets bcsteißigt und eines jeden Vertrauens vollkommen würdig ist." Da

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