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Jeschurun · 1887-09-08 · Heft 36 (8.9.1887) · p. 570

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 36 (8.9.1887)
Article
Aus der Pariser jüdischen Gemeinde
Date
1887-09-08
Page
570 (sequence 2)
Language
German
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570 HU.jcrftör&arc Bande mit dem väterlichen Glauben und der Beobachtung des NeligionsgcsetzcS verknüpft sind, würden lieber vor Hunger gestorben sein, als Speisen genossen haben, die nicht nach dem mosaischen Gesetze bereitet wären. Sie würden willig ihren Ahnen nacheisern, von welchen in dem Makkabäcrbuchc erzählt wird, daß sie den Untergang vorzogen, um sich nicht an unerlaubten Speisen zu verunreinigen, daß sic daS heilige Gesetz Gottes nicht brechen tvolltcn und darum getödtct wurden. So viel Aufhebens wegen einer Kotclellc? wird man fragen. Nicht doch — in solchen G c w i ssen S a n g c l eg en he i t c n sind selbst die kindlichsten Bedenken achtungSwerth, weil sie die Aufrichtigkeit der religiösen Ueberzcugnng bekunden." Die damaligen Juden besaßen nicht die crforderlichen Mittel, um ein eigenes Krankenhaus zu erbauen. Ein Ausruf zur Errichtung eines solchen im Jahre 1815 erkennt an, daß nicht viele Begüterte in der Pariser jüdischen Gemeinde vorhanden wären, während die Anzahl der Armen sehr beträchtlich sei. Der Aufruf hatte keinen Erfolg. Im Jahre 1820 mußte nt an sich begnügen, einen Krankenwärterdienst für die Armen zu organisiren. Jtn Jahre 1825 ward die Erwerbung eines kleinen Hauses, um dasselbe als Krankenstation zu benutzen, in Anregung gebracht. Man konnte aber nicht das erforderliche Kapital für den Ankauf und die Unterhaltung aufbringen. (Fortsetzung folgt.) KSlherscha«. Mirv'ö Techinna für Israels Franc», 6. Ansläge. Völlig nmgearbcitet von Ludwig A. N o s e n t h a l, Rabbiner zu Nogasen. Nogasen. I. Alexander. Dieses Buch entspricht einem wirklichen Bedürfnisse. Es bringt in cinsachcr herzlicher Sprache E!npsindnngcn in Anregung und Wahrheiten zum Ansdrtlcke, welche ebenso wohl zur Tröstung und Erhebung des GemnthS, wie zur Läuterung der LcbcuSanschaunng lind Belehrung über die jüdische Lebensaufgabe geeignet sind. ES ist in Wahrheit daö deutsche Techinnabuch unserer Großmütter, welches hier in neuer und höchst ansprechender Bearbeitung uns cntgegengebracht wird. Es ist der alte, innige, acht jüdische Geist, welcher die cieuueftc Hütte der düstersten Judengasse zu einer Stätte dcS sreud- und weihevollsten Lebens gestaltet hat, der diese Betrachtungen und Gebete durchdringt. Sic streben alle das gleiche Ziel an: die Ersnllung der dem Inden von Gott gebotenen Pflicht. Und darin unterscheidet sich diese ״Techinna" vortheit- Haft von vielen anderen Andachlsbüchern", welche nur allzu häufig sich in inhaltlosen Phrasen erschöpfen. Hier wird dem jüdischen Weibe in der That seine hehre Stellung als Pricsterin dcö HauseS zum klaren Bewußtsein gebracht und ihm die gewissenhafteste Besolgung des jüdischen Gesetzes als die einzige Quelle des Trostes und der Erhebung gezeigt. In sehr vcrständiger Weise wird ׳der Geist der heiligen Handlangen, welche das jüdische Leben erfüllen, erläutert, damit sie nicht als leere Zeremonien gedankenlos geübt, unfruchtbar für das innere Leben bleiben. Dem Herrn Bearbeiter dieser Miro'schcn Techinna gebührt die wärmste Anerkennung für seine schwierige Arbeit, welche durchweg als wohlgclnngcn bezeichnet werden kann. Bet einer neuen Auflage wäre jedoch dem Verleger eine etwas sorgfältigere Korrektur anznempfehlcn. UnS sind einige sehr störende Druckfehler ausgefallen, welche in einen! solchen Buche nicht vorhanden sein sollten. X. Korrcspoildcuzcll mit Nachrichten. Deutschland. * München. Der ״Laubhütte" wird von hier geschrieben: Endlich noch kurz vor Thorschluß hatte sich die streng religiöse Gemeinde Ohel Jakob zu einem ernsten Schritte entschlossen. Am verflossenen Samstag hielt dieselbe im Hotel JochSberger eine Versammlung, wo man sich doch einigte, eine Eingabe an die Kultus- Verwaltung zu richten wegen Uebcrlassnng der alten Synagoge, da das bisherige Betlokal in der Kanalstraße ebenso räumlich unzureichend, wie sanitätSwidrig ist. ES war in der That die höchste Zeit, denn es war beschlossene Sache, daß die alte Synagoge ebenso wie daö Gemeindehaus baldigst verkauft werden sollte. ES zweifelt hier Niemand daran, daß die Kultus- Verwaltung unter billigen Bedingungen die alte Synagoge der Ohel Jakob-Gemeinde vcrmiethcn wird. * Horb (Württemberg), 5. August. Vor dem Kgl. Schöffengericht wurde, wie der ״Israelit" berichtet, heute Vormittag folgender Fall verhandelt, der gewiß für Viele von Interesse ist und deshalb verdient,, veröfscntlicht zu werden. Auf der Anklage befinden sich fünf Israeliten von Baisingen, die von dem Schulthcißenamt daselbst mit je drci Mark bestraft wurden, weit dieselben als Mitglieder der in Baising bestehenden Pflichtfeuerwehr von der ans Samstag den 21 Diät d. I. Abends 0 Uhr anbcrautntcn Fcuertvehrübnng unentschuldigt auSblieben. Gegen die Strafverfügung

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