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Jeschurun · 1887-09-01 · Heft 35 (1.9.1887) · p. 547

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 35 (1.9.1887)
Article
Ellul
Date
1887-09-01
Page
547 (sequence 3)
Language
German
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547 גוהגין לדרוש בשבת הגדול ובשבת שובה, והעיקר להורות (י “.לעם ה׳ דרבי ה', ללמד המעשה אשר יעשו; Dieser Satz, in golddurchwirkten Buchslaben, müßte jede Kauzcldecke zieren als Aufmunterung zur Berufsirene! Denn eS ist ein Hochvcrrath gegen die Religion,! wenn der jüdische Prediger, die vcrschiedeueu Elemente seiner Gemeinde berücksichtigend, sich aus allgemeine Morallchrc, aus die Prinzipien dcS allgemeinen Menschen- IhumS, ans humanitäre Grundsätze beschränkt. ES ist grundfalsch lind seicht und Gaukelspiel zugleich, wenn der Prediger in Israel nicht dessen eingedenk ist, daß er zu Israeliten svricht. die spezifisches, wcrkthätigeS Jndcnthum mit den Pflichten der Menschenliebe in sich z!t vereinigen haben. Sei ehrlich, belehrt uns der בגן אברהם, und gewisscnhast, «lache dich, keiner Vorspiegelung falscher Thatsachcn schuldig, wisse: ״Die Hauptsache ist, zu zeigen dem Volke GottcS (du sprichst zu Juden) die Wege Gottes, nämlich: zu lehren die ״Thal", die sie aiiSzuüben habest." Schließe kein Büudniß mit Denen, die in den Klageliedern gekennzeichnet sind: ״Deine Propheten schauten dir Falsches und Trügerisches, und deckten nicht auf deine Schuld, deine Abtrünnigen zurückzuführcn, und schauten dir falsche Prophezeiungen und verführerische." Ich breche hier ab, wiewohl noch Vieles, Vieles nt ein Herz schwer bedrückt, wenn schon die oberflächlichste Umschau klar und deutlich zu erkennen giebt, daß man, um die Herzen aller Hörer im Sturm zu erobern, die Wahrheit tief in sich verschließt, cS scheuet, mit ofscncm Visir anfzutrctcn, und sich damit selbst beschwichtigt und beruhigt: ״Ich kann ja in meinem Hause alle Satzungen aufs Strengste befolgen, wozu von der Kanzel herab Leuten lästig werden mit Dingen, die ja ') Anknüpfend au den Zusatz im בגן אברהם daselbst: ומהרי״ל היה דורש גם ה׳ וג בשנת שהבה sei mir hier eine wichtige, interessante Notiz gestattet: Nach allgemeiner Annahme ereignete sich die מעשה ברבי אליעזר שהיה יושב ודורש בל היום כולו בה׳ י״ט zu Beza 15, h am ראש השנה, weil ר׳ אליעזר dort das אבלו משמנים in Anwendung brachte, vergl. מהרש״א חידושי־ אגדות daselbst. Auch im ילקוט שמעוני zu Nchemia heißt es: מעשה ברבי אליעזר שהיה יושב״ ודורש בל היום בולו בהלבות "יום בובות" בשעת טירתי אמר להם אבלו משמנים\" lVergl. חזון״ למועד" des berühmten E. Fleckcls פצ״ל.) Allein, nach מג'׳א בשם מהד״יל giebt es hier eincnAuSglcich zwischen Talmud und Jalkut, wenn wir annehmen, daß ר׳ אליעור am ר״ה die הלבות בובה vorgetrag'.u hat, so ereignete sich also, sowohl nach Talmud als nach Jallnt, diese Begebenheit am ראש השנה. * doch keinerlei Werth in ihren Augen haben, und die Frommen, nun, diese sind cS ja auch ohne meine An-- rcgung." Wie gesinnungslos! Dies ist leider keine seltene Erscheinung selbst in der Koterie streng konservativer Männer, daß sic die sogenannte Pastoralklugheit auf die jüdische Kanzel bringen. Mögen sie von jenem schöngelockst'ii, im Kerker schmachtenden Kinde lernen, das dem Nabbi Josua ben Ehannauja auf die Frage: ״Wer gab Israel der Bentc, Israel den Plünderern preis?" d. h. wer trügt au dem geistigen Verfall die Schuld? die Antwort tuit dem Propheten selbst gab: ״Wir" haben gesündigt, הבאנו, wir, die NeligionSvcrtretcr, wir thaten das llnsrige nicht, und folglich: ולא אבו wollten ״sie" nicht, — auf das Volk bezogen — in GotteS Wegen wandeln; worauf denn Rabbi Josua auSricf: (מובטהר בו *ממורה הוראה בישרו) dieses Kind hat die Ausgabe des Rabbiners richtig und treffend erkannt! (Gitlin, 58, a) Darum sei das Wort dcS מגן אברהם der Leitfaden zu den zeitgemäßen Ellulbetrachtungen: והעיקר להורות לעם ה׳ דרבי ה; ללמד המעשה אשר יעשון. Jede, außerhalb dieses Mahnrufes liegende Kanzelidce ist eitel Phrase! Der ilctlmub der WttlHchiM'iilk des hrntschn! Reiches versendet das folgende Zirkularschrcibcn. DaS uns vorliegende Exemplar ist an den Vorstand einer israelitischeu Gemeinde uuuiiltelbar von den Verband der Tlsicrschutzvercine adressirt worden. ES ist deshalb anznuehmeu, daß auch andere Synagogcngemeiuden offiziell mit dieser Zusendung beehrt wurden?') Indem wir dieses Schreiben veröffenllichcn, bemerken wir, daß wohl selten ein Schriftstück an die Dessentlichkeit gebracht worden ist, weiches mit einer ähnlichen Dreistigkeit sich über Dinge ein Urtheil anmaßt, von welchen beut Verfasser auch nicht die geringste Kenntnis; innewohnt. Dasselbe lautet: ״Alis der III. BcrbandSvcrsammlnng der Thierschutzvcrcine dcS Deutschen Reiches zu Köln an! 31. Juli 1887 hat der VeibandSvorsland in der Person seines Vorsitzenden über die seiner Zeit an den Deutschen Reichstag gerichtete Petition betreffeub das Betäuben des Schlachtviehes berichtet. Die Versammlung drückte ihr vollständiges Einvcrständniß mit diesem Berichte *) Inzwischen ist anch uns direkt das gleiche Schreiben zugegangen.

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