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Jeschurun · 1887-08-11 · Heft 32 (11.8.1887) · p. 502

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 32 (11.8.1887)
Article
Die neueste Kulturkampfdebatte im Aargauischen Großen Rath
Date
1887-08-11
Page
502 (sequence 3)
Language
German
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502 arger Thierquälrrei genannt, ebenso Herr Dr. Vruggisser, und ich möchte auch uieim-rsciis sehr wünschen, daß der Thierschvtzvcrein gegen solche notorische Rohheilen Alles thun würde, was er kann, und er vermag Vieles, wenn er sich nicht durch Untermhmcn zcrsplittert, die seinem Wirkungskreis nicht angehörcn, wie diese Opposition gegen das Schächten, das durchaus nicht zu den Thicrquälcrcien gehört. Nun will die Kommission das Begehren des ThicrschntzvereinS abweisen. Damit sind die Herren Kcllcrsbcrgcr, Jäger und Dr. Brnggisser einverstanden. Aber die Herren Vorredner erklären, eS sei eine Inkonsequenz und die Kommission handle unlogisch, daß sie nicht gleichzeitig der Petition der israelitischen Knltusgemeindc Baden entsprechen und das Schächten auch außerhalb Lengnau und Ober-Enoingen gestatten will. Nun ja, wir haben selber das Gefühl, daß man daS Schächten, weil eS keine Thierqnälcrei ist, nicht'verbieten kann. Aber wir haben eben ein Gesetz, welches genau sagt, wo das Schächten gestattet ist. Wenn wir es noch anderswo gestalten wollen, müssen wir das Gesetz abäudcrn und dazu bedarf cS der Volksabstimmung. Ich bin ober überzeugt, daß das Doll zuerst noch gehörig aufgeklärt und belehrt werden müßte, um ein solches neues Gesetz anzunehmen — und darum kamenwir zu dem Schluß, die Sache beim Alten bleiben zu lassen. Ich bin persönlich ganj mit dem Anträge des Herrn Kcllersbcrger einverstanden und werde auch zu demselben stimmen. Der Standpunkt der Kommission entspricht strikte dem bestehenden Gesetze, welches die Kommission von sich aus nicht weiter interpretiren wollte. Der Große Rath aber hat das Recht dazu und es ist jedenfalls am Platze, wenn er im Sinne der weitgehendsten Toleranz interpretirt. Werschau. Apologie des Jllifs, etude historbpic et litterairc sur l’etat polithjue et social des juifs depuis la. ehute de Jerusalem jus<p1’a 1306 par Avigdur Cliaikin, Kabbiu. Paris, F. Vieweg, 1887. CS gereicht der Gegenwart nicht zum Ruhme, daß cs nothwcndig erscheint, das Judenthum und die Juden gegen ungerechtfertigte Angriffe zu vcnheidigcu. Seitdem Ehrcn-Drumont auch in Frankreich daS Banner des fanatischen Nassen- und Religionshasses entrollt hat, ist auch dort die Abwehr ein dringendes Bcdürfuiß. Das vorliegende Werk sucht eine solche iu der Darstellung eine- Bildes der bedeutenden Männer, welche der jüdische Stainm im Mittelalter erzeuge hat, und des AntheilS, welcher den Juden an der fortschreitenden Kultur in hervorragendem Maße gebührt. Es ist ein glanzvolles Gemälde, welches der Verfasser hier in knappem Rahmen entrollt. ״Die Juden sind keine Frcinde in dem Lande ihrer Geburt. Sie sind Einheimische und haben nach dem natürlichen Rechte dieselben Pflichten und dieselben Rechte wie alle anderen Bürger." Das ist das Fazit, welches der Verfasser aus seiner Darstellung zieht. Das crgiebt sich in voller Konsequenz aus der nackten historischen Thatsächlichkeit. X. * * לוח לשנת וזרמ״ה. s2״t, »«*״ 6()48. 10. Jahrgang. Herausgegcben von Juliu« Meyer. Halberstadt. H. Meyer. Als ein willkommener Gast dcS jüdischen Hauses erscheint der rühmlichst bekannte Mcycr'sche Kalender auch für das kommende Jahr in der gewohnten Anorduung und Ausstattung. Er enthält auch dieses Mal in seinem literarischen Thcil schätzenSwerthe Beiträge aus der Feder Friedrich Rotts und Ludwig A. Rosenthals, sowie eine interessante Skizze des ״Poluischeu Residenten" Bcrend Lehmann von Max Lange. Als ittusirirte Beilage bringt er einen Holzschnitt, das Innere der berühmten Halberstädter Synagoge darstellend. XX Mer ans -er GkMmrt. Von Friedrich R o t t. " ^'־־ (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Der junge Mann preßte die Lippen auseinander, als wolle er eine unehrerbietige Entgegnung zurückdrängen. ״Ich glaube, lieber Onkel, Du dürstest mich mir selbst anvcrtrauen." ״Meinst Du?" Der Onkel blickte ihn forschend an. doch je länger er iu die offenen Züge deS Neffen schaute, ans denen unverkennbar Frcimuth und Festigseit sprachen, desto vertrauensvoller ward sein Blick. Er tha: noch einige mächtige Züge aus der Weichselrohrpfeife und blies den Dampf mit vollen Backen aus dem Munde und blickte sinnend in die Höhe. ״Ja, ja," sagte er endlich, wiederholt mit dem Kopfe nickend, ״das wird daS Veste sein — so wird's gehen." ״Du bist also einverstanden, Onkel?" ״Höre mich an, Adolf. — Ich glaube allerdings, Dir vertrauen zu dürfen — Du bist brav, und die Erinnerung an Deine seligen Elten, die beide fo brav

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