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Jeschurun · 1887-07-14 · Heft 28 (14.7.1887) · p. 443

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 28 (14.7.1887)
Article
An unsere Brüder in Amerika
Date
1887-07-14
Page
443 (sequence 3)
Language
German
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443 ii'firbc sich besser gestalten. Eure Anstalten würben! zur herrlichsten Entfaltung gelangen. Eure Kinder! wurden hcranblühcn zu einem in Gottesfurcht und! Wissenschaft, in Gesetzcstreue und Bildung starkem Geschlecht, וכל רואיהם יכירו בי הם זרע ברך ד׳. Ohne Haupt ist kein Körper denkbar. Ist das Haupt gesund und kräftig, so thcilt sich von ihm Gesundheit und Kraft allen Gliedern mit. Als unsere Väter ans dem babylonischen Exil nach dem heiligen Lande unter Esra zogen, da waren sie gering an Zahl und schwach an Mitteln. Aber diesen Geringen und Schwachen gelang eS doch, das Gottcöhciligthum wieder auszurichlcn und die große Synode zu bilden, deren Wirksamkeit die Erhaltung des- JndenLhnmS und der Juden bis ans den heutigen Tag und in aller Zukunft zu zuschreiben ist. So möge denn in Euch, Ihr Präsidenten und Gemcindchäupter Ncwyorks, der Geist dieser unserer Ahnen mächtig walten, ans daß Ihr jetzt nach ihrem Borbilde die Euch obliegende große Ausgabe löset und damit Euren Na tuen cinzcichnet in das Buch der Geschichte Israels. Ihr zählet dann zu den großen Wohlthätcrn und Beglückern unseres Volkes, das Euer Gedächtniß bis in die fernsten Zeiten in Ehren Hallen und segnen wird. Darum ermannet Euch, Ihr Gottcsfnrchtigen Alle, zu dem Ausbau des GotteSheiligthumS auf amen־ kanischem Boden! Seid cinmnthig und stark, aus daß die große jüdische Gemeinde Ncwyorks erstehe unter der Leitung eines großen gelehrten und weisen Oberrabbiners. — .וזכות הרבים תעמוד לכם פלה דורש טוב לעמו! Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. -fr Hannover, 12. Juli. Wir werden nm Bcrösscntlichnng der folgenden Zuschrift ersucht und empfehlen deren Inhalt zur angelegentlichsten Berücksichtigung. ״In Vendawitz. einem keinen Dorfe des Kreises Strehlitz (Schl.) vor starb wenigen Jahren ein jüdischer Gastwtrth, Namens Angrcß, und hintcrließ eine Wittwc und 6 unmündige Kinder. Die Wittwe heirathete bald darauf einen Ehristcn, ließ sich selbst und ihre beiden ältesten Kinder — das jüngere noch nicht 14 Jahre alte, allerdings ungesetzlich — taufen, und gedachte auch die anderen, sobald sie das zum Glaubenöwechsel nöthige Alter erreicht hätten, dem Schicksale der älteren Kinder entgcgenzuführen. Sobald wir hiervon Kenutniß erhielten, wandten wir uns mit Hülfe des Gemeinden orstandeö Groß-Strehlitz an verschiedene Waisenhausverwaltungen mit der Bitte nm Aufnahme jener — mehr als einfachen — Waisen; wurden aber allerorten zurückgewicsen. Da nun die Zeit drängte und die Gefahr immer näher heranrückte, so entschlossen wir uns, die Kinder dem Einflüsse der nichtjüdischen Mutter zu entziehen, und sie in jüdischen Familien nntcrzubringen. Der Kampf, den wir mit der Mutter und ihren Hintcruiännern, den Ortsgeistlichen, zu führen hatten, war ein. schwerer und harter; aber mit Gottes Hülfe gelang das Werk und cS sind uns bereits, nach richterlicher Entscheidung, 4 Kinder auSgehändigt worden, während wir die anderen ebenfalls noch retten zu können hoffen. Wir haben diesen Kampf geführt im Bewußtsein unserer Pflicht dafür zu sorgen, daß keine .Seele aus Israels Mitte verkomme, wir handelten im Vertrauen auf Gott, den Vater der Waisen, wir thatcn es in der Hoffnung, bei der ganzen Gemeinde Israels Unterstützung bei unserer schwierigen Aufgabe zu finden. ES haben sich denn auch der Vorstand der Synagogengemeinde Gr. Strehlitz und ebenso die Vorstände einiger Nachbargemeindcn u. A. zu einem jährlichen Gcsammtbcitrage von 639 di. bereit erklärt. Die Lösung der übernommenen Aufgabe erfordert aber wenigstens 1200 so daß, außer Kleidüng und Schulgeld, noch ca. 600 JL aufznbringen sind. Eine winzige Summe fürwahr gegenüber der hohen Bebcntuiig des dadurch zu Erreichenden und gegenüber der Pflicht der ״Bürgschaft", die ganz Israel, der eine für den anderen, übernommen hat. Unser Ruf ergeht darum an alle jüdischen Familienväter und -Mütter, den Waisen den fehlenden Vater und die fehlende wahre Mutter zu ersetzen und ihre noch unverdorbenen Seelen für unseren heiligen Glauben. erretten zu helfen. Wir glauben gethan zu haben, was in unserer Macht tag, und sind bereit auch weiter unsere Pflicht zu thnn; aber Ihr, thenre Glaubensgenossen, habt die Pflicht, uns hierbei zu unterstützen und Ihr werdet — dessen sind wir sicher — derselben auch Nachkommen, {בי לא אלט ישראל■ Rabbiner A. Biberfeld, Berlin I., Heiderentergasse 4. W. Jany, Sensal, BreSlan, Freiburgerstraße 13. 11. JSöhi, Juli. Der sich unter der Larve der Thiersreundlichkcit bergende AntiseniitiSmuS, welcher in der jüngsten NeichStagSscssion eine so arge Enttäuschung erfahren hat, ist keineswegs gesonnen, den Angriss auf das Schächten anfzugeben. Gegen Ende dieses MonatS tagt die Generalversammlung des BcrbaudS deutscher Thierschntzvereine in hiesiger Stadt und wird, wie verlautet, insbesondere die mißglückte Agitation gegen die Juden und die Wissenschaft wieder aufnehmen. Trotz aller wissenschastlichen Autoritäten, die das Gegentheil behaupten, soll nun einmal das Schächten eine sträfliche Thiergual sein. So wollen es die Herren Thierschützler, und sie werden versuchen, es bem Reichs-

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