Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 28 (14.7.1887)
- Article
- An unsere Brüder in Amerika
- Date
- 1887-07-14
- Page
- 441 (sequence 1)
- Language
- German
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M 28, Jeschuruv All llllsrre Kriider in Amerika, (Schluß.) Bedenket doch, ׳lieben Brüder, wie die Geschichte unseres Volkes in großen Zügen die Thatsachc lehrt, daß der ewige Bestand unseres Stammes wesentlich darin wurzelt, daß man in Israel die hohe Bedeutung der Männer, welche die Lehrer und Träger der Thora waren im hohen Grade zu würdigen wußte, daß die ."גדולי התות, die durch umfassendes Wissen und tiefe Erkcnntniß ausgezeichneten wahrhaft großen Männer als die Leuchten dcö Jndenthums verehrt wurden. Sic waren vor Allem anerkannte Führer Israels, und sie leiteten unser Volk in dem Lichte der von ihnen gepflegten heiligen Lehre. Daß wir nicht untergegangen sind in dem Trübsal der Jahrhunderte, das ist ihr großes unsterbliches Werk. Sie haben uns erzogen zur gewissenhaften Treue, sie haben in uns das Pflichtbcwußtscin geweckt und gepflegt, das in der Gestaltung deö ganzen Einzel- und Gelneindclcbenö nach den vom Judcnthume gewiesenen Normen seinen prägnanten Ausdruck fand. In allen Ländern, wo die Sonne der גדילי התורה untcrging, da erlosch auch bald das Licht dcö IndenthnmS. DaS ist eine unumstößliche geschichtliche Wahrheit, liebe Brüder. Und da fragen wir: kann eS möglich sein, darf eS möglich sein, daß Ihr, die Ihr in der neuen Welt Euch irr einzelne Gruppen zersplittert, die Ihr sicherlich Euch nicht verhehlt, daß cS Eure heiligste Pflicht ist, לחזק את עמודי היהדות, die Pfeiler in nnerschütterlicher Festigkeit zu legen. ans welchen der herrliche Aufbau eines kräftigen jüdischen Lebens gefördert werden kann, daß Ihr, thcure Brüder, noch zögern wollet, in Eurer Mitte das Licht in vollem Glanze an dem heiligen Leuchter ausflammen zu lassen, daß Ihr noch zögern wollet, Euch vereint unter die Leitung ntib ,Führung eines wirklich ״Großen", eines wirklichen גדול zu stellen?? Es kann und darf nicht sein, — sott das Licht dcö Judenthums bei Euch und Euren Kindern gänzlich erlöschen, erlöschen durch Eure Schuld?? Sollen wir Euch vor die Seele führen, wie groß und bedeutend die Anforderungen sind, welche gerade bei Euch die gewissenhafteste, kräftigste und kundigste Leitung erheischen? Nach Zehntausendeu zählen Diejenigen, für welche für V^'2-Fleisch, für מקואות, für Mazoth, für Thcsillin und Mesusoth gesorgt werden muß, für welche in Ehesuchen religiöse Fürsorge zu treffen ist, für welche cs gilt, Unterrichtsanstalten zu gründen und alle die für die Entfaltung eines wahrhaft jüdischen Lebens 441 nothwendigen Institutionen zu schaffen, zu leiten, zu überwachen und zu fördern — und dieses sollte den Gottessürchtigcn und Frommen nicht zu Herzen gehen? Erhebet Euch von dem engen Gesichtskreise Eurer kleinen und schwachen Gemeinden, in welche Ihr zahlreichen frommen und gottcöfürchtigen Juden NewyorkS auseinandergeht! Lasset fahren den kleinen Ehrgeiz, in diesen kleinen Kreisen als Präsidenten u. s. w. zu glänzen, als welche sich Manche sogar der Täuschung hingcbcn, daß gerade diese Vereinzelung und Zersplitterung der Kräfte dem Judcnthmne zum Heil gereiche! Sehet, es geschieht so Manches bei Euch, was Ihr als verdienstvoll und heilsam erachtet, was aber niemals recht gewesen und niemals recht sein wird. Sollen wir Euch darauf Hinweisen, welche מפשילים, welche gcsctzeswidrige Handlungen, die von den tief ciuschncidcnstcn Folgen begleitet sind, tagtäglich begangen werden können, weil cs an einer zulänglichen religiösen Leitung gebricht, weil die große jüdische Bevölkerung NewyorkS keinen wirklich hervorragenden, durch GesctzeStreue, Weisheit und Thatlrast ausgezcichncten, mit. der Autorität eines Obcrrabbiners ansgerüsteten Mann an ihrer Spitze hat? Wie viele gesctzeswidrige Ehen, aus welchen הו״ש Mamseriili hervorgehcn, können nicht in Folge von nicht ganz sorgfältiger, strenger und gesetzeskundiger Handhabung der Ehcgesetze fortwährend geschlossen werden? Wie viele גיטין פסולים können nicht fortwährend gegeben werden? Wie viele Frauen können nicht unablässig ZN עגיגית dadurch werden? Wir wissen solches ans eigener Ersahrnng. Wir erinnern uns unter Andern eines Falles, in welchem eine Frau drei Mal nach Amerika reiste, um einen גט zu empfangen. Sie brachte drei Mal einen solchen zurück; und drei Mal mußte derselbe für ungültig erklärt werden, weil er von einem unkundigen und ungültigen בית דין crtheilt worden war. Wen trifft die Schuld an den entstehenden השש ממזרות, an den השש טרפות, an den השש עגנות, an den השש המי; בפסה u. dergl. m. Wen anders als alle Diejenigen, welche im Stande wären, diesen verworrenen und ungeordneten Zuständen abzuhelfen, welche cs vermöchten,להסיר מכשול מדרך עמנו, und in dem freien Amerika diejenige Fürsorge zu treffen, an welcher cs selbst in dem gedrücktesten Znstände und unter den traurigsten Verhältnissen in den jüdischen Gemeinden ehedem niemals gefehlt hat. Sie, denen es weder an Einsicht noch an Gottesfurcht gebricht, die aber bislang nicht Energie und Selbst- Verleugnung genug entfaltet haben, um für eine entsprechende einheitliche rcligionSgesetzlichc Leitung Sorge zu trage». Bedenkt doch, gelielrte Brüder in Newyork, was