Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 27 (7.7.1887)
- Article
- Der Bene-Berith Orden
- Date
- 1887-07-07
- Page
- 418 (sequence 2)
- Language
- German
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418 Uebrigeiis Hai ja unser Herr Rabbiner Dr. Auerbach לי zur Jnstallationsfcicr hier einen Vortrag gehalten, der die Loge bezüglich שלשת דברים העולם עו2ד תורד. עבודה ולה behandelt und der die Grundlosigkeit aller Ihrer Annahmen vollends klar legt. Herr Dr. Auerbach לי ist umsomehr ein gewichtiger unpartheiischer Zeuge meiner AuSsührungen, da er selbst nicht Mitglied der Loge ist, wofür ihm lokale Gründe als Motiv dienen. Diese Rede ist überall dahin abschriftlich mitgcthcilt worden, wo man wirkliche Belehrung ausrichtig wünschte. 2) Der zweite Jrrthum Ihres Leitartikels ist die Schlußfolgerung, daß eine Vereinigung mit Christen und Muhamedanern der Bene-Bcrith- Loge vorzuziehen sei, indem Sie dabei ganz übersehen, daß es eine Ausgabe der Logengcmeiuschast sein soll, Juden als charakterfeste, makellose Menschen zu erziehen. Gerade der Angriffsweise der Antisemiten gegenüber, welche erklären, daß sie uns Juden als Nasse und nicht der Religion wegen bekämpfen, ist cs zweckmäßig, daß wir Juden vereint alle die edlen Eigenschaften, die uns einigen, pflegen. Wir haben demgegenüber keine bessere Waffe, als mit Stolz der Mitwelt und der Nachwelt davon Kunde zu geben, daß wir der jüdischen Rasse angchören, die seit Abraham die historische Mission übernommen hat, zum Heile aller Völker der Erde, erziehend, belehrend und bildend zu wirken. Es ist danach selbstredend, daß wir uns nicht christlichen Vereinigungen anfzudrängen haben, in denen wir überdies noch Antisemiten als Genossen finden möchten. Durch Berichtigung dieser beiden Jrrthümer, die Ihrem Artikel zu Grunde liegen, zerfallen alle Folgerungen, die Sie daran knüpfen. Ich füge noch hinzu, daß die Loge dazu berufen ist, das Band aller edlen Inden enger zu knüpfen, dessen Rahmen weiter reicht, als das örtliche der Geincinde (קהלה). Die Loge beruft alle Juden zur Mitarbeiterschaft für alle die Zwecke, die ihnen allen gemeinsam sind, und die Orthodoxen haben die erhabene Aufgabe, statt einer Ablehnung der dargercichten Hand, mit und Lurch die Verbindung von תורה עבורה ולה in jüdischem Sinne die Pflege von יפה תורה עם דרך ארץ zu fördern.י Ich bitte Sie ergebenst, diesen meinen Brief im ,,Jcschnrun" zum Abdruck bringen zu wollen, indem ich annehme, daß cS Ihnen auch darum zu thun ist, fälsche Mittheilungeu und Berichte, die Ihnen zugegangen sind, zu rektifiziren. . Ich verbleibe Ihr ganz ergebener Benjamin Hirsch. Die in nnserm Artikel in Nx. 25 über den Bene- Berith Orden entwickelte Ansicht soll also nach der Meinung des Herrn Benjamin Hirsch ans zwei falschen Voraussetzungen beruhen, welche so bedeutend sind, daß alle daran gcknüpstcn Folgerungen in nichts zerfallen, und daS vorstehende Schreiben des Herrn Benjamin Hirsch soll nach seiner Meinung so überzeugend sein, daß diese Voraussetzungen in ihrer vollen Nichtigkeit allgemein anerkannt werden müssen. Es wird deshalb auch begreislich gesunden werden, wenn wir eine so bedeutende Kundgebung einer eingehenderen Betrachtung zu unterziehen uns veranlaßt fühlen. Man wird Herrn Benjamin Hirsch für diese Anregung gewiß sehr dankbar sein. Es kann einer Sache kein größerer Dienst erwiesen werden, als wenn allseitig ernst und ausrichtig das Bestreben bethätigt wird, eine möglichst klare Anschaumig über sie zu gewinnen. Wir erachten die Erhaltung und Pflege des BewußtseinS von der Ausgabe des Juden, einer Aufgabe, die ihm durch die Geburt geworden, und für welche cS keinerlei Ersatz und keinerlei DiSpcnS giebt, für eine so wichtige Pflicht, daß wir unsere bescheidene Kraft für deren Förderung voll und ganz einsctzcu und und in dieser Zcitschrist bemühen, so viel an uns ist, dazu beizutragcn, daß dieses Bewußtsein immer kräftiger sich entfalte, immer reiner erfaßt.werde. Wir glaubten, in dem Bene-Bcrith Orden eine Gefährdung und Trübung dieses Bewußtseins zu erblicken und haben dieses unvcrholen ausgesprochen. Sollten wir uns hierin in der That getäuscht haben? Herr Benjamin Hirsch behauptet cS und sucht diese Behauptung zu begründen. Prüfen wir den Inhalt seines Schreibens, um zu erkennen, ob dasselbe in Wirklichkeit unsere Meinung von dem Bene-Bcrith Orden widerlegt. Wir glauben uns nicht in der Annahme zu täuschcn, daß eine solche Prüfung Niemandem willkommncr sein wird als gerade ihm. Wenn sich nämlich dadurch ergeben sollte, daß seine Ausführungen die unsrigen nicht widerlegen, daß diese im Gcgcnlheil sowohl durch sein Schreiben wie durch andere inzwischen zur ösfcntlichcn Kunde gebrachten authentischen Mittheilungeu über das Wesen des Ordens bestätigt werden, so wird Herr Benjamin uns gewiß gern bcipflichten wollen.: Wir haben tu dem von Herrn Benjamin Hirsch angegriffenen Aufsatze gesagt, daß der Venc-Berith Orden seinen Mitgliedern nicht das ganze Indenthum als höchstes Ideal zeigen wolle, daß er grundsätzlich aus seinen Kreisen die Erörterung des ganzen Judenthums verbanne, daß er dagegen den Gedanken proklamire, zur höchsten Erreichung der seinen Mitgliedern obliegenden Lebensaufgabe gebe es etwas Anderes als die Ersnllung des jüdischen Neligionö-