Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 26 (30.6.1887)
- Article
- Der landesherrliche Judenschutz in Niederbayern zur Zeit des 15. Jahrhunderts
- Date
- 1887-06-30
- Page
- 407 (sequence 3)
- Language
- German
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407 Was aber derselben Juden in der zeit aus unserm lannde fiircit, dieselben sleivr get in an der egenantcn summen ab. War aber daß icht srömder Juden in unser Lannde Zügen, dieselben füllen auch mit uns ubcrain kamen, als sy stat an uns vindcn. Wir bestatten in auch die rechten und brif die sy von unserm vattcr Hertzog Fridrichen säligen gehabt imd an uns herbracht habend die obgcuannten zeit guädiklich habet; ze hatten in aller maß als dieselben brif ausweisent ungewärlich und gepieten auch darauf allen unfern Ambtlautcn, Zöllnern, Mantteru, andern unfern getreuen und undcrtanen, daß ir sy bey den egcnannten unfern genaden also haldct, dartzn schcrmet und nyemand gestatt, der in krauk'h oder Irrung dawider tu, noch selb tüi. Das ist unser meynung gantzlich. Zn urkund dcz brifs, der geben und mit unserm anhangcnden Jnsigl besigclt ist ze lanudshut an Sambstag vor fand Bartholomey tag dcz zwelifboten nach kristi geburde vicrtzchen hundert und darnach in dem drehtzehenten Jare. Pergament. Herzogs. Siegel haengt an in hoclzcrncr Kapsel. Jas Märze Mlh. Von Friedrich R o t t. " (Nachdruck verboten.) (Schluß.). ״Edwin! Edwin! — Gott sei Dank, daß Du noch Alles erfahren." ״Doch was wird Hcuni dazu sagen?" ״Hcnni?" und nun begann Frau Mcierhof ihrerscits dem Bruder Eröffnungen zu machen, doch sie kamen ihm weit weniger unerwartet als sie geglaubt, und schluchzend vor Freude fiel sie ihm um den Hals, als sie seine Bereitwilligkeit wahrnahm, den Wünschen seines Kindes .;11 entsprechen. Aber sie mußte nun ihr Wort verpfänden, das Gcheimniß zu bewahren, bis ihr Bruder selbst eS lüften werde, und das sollte nicht vor dem Abend geschehen. Mehr als eine Stunde war vergangen, als Frau Mcierhof'endlich das Zimmer ihres Bruders verließ, sie hielt sich den Kopf, sie hatte noch so vielerlei zu beaufsichtigen, aber ihr Antlitz leuchtete wie verklärt. Was hatte sie nun zuerst zu thun? — Einen Augenblick überlegte sie, dann aber eilte sie raschen Schrittes in die Geschäftsräume dcö Hauses. Die Herren vom Kontor waren zwar längst zu der bevorstehenden Festlichkcit geladen und eS war anzunchmen, daß die meisten der Einladuog entsprechen würden, ob aber! auch Derjenige, dessen Gegenwart nun unerläßlich ge- .worden war? ״Am besten, wir gehen Nnmero sicher," murmelte Frau Mcierhof in sich hinein, als sic grüßend in daS Kontor trat und geraden WcgcS auf den ersten Buch- Halter zuschritt, den sic im Flüstertöne ersuchte, zu der am Abend stattfindendcn Soiree etwas früher als die übrigen Gäste sich cinfindcn und, wo möglich, im Frack und weißer Halsbinde erscheinen zu wollen, da er ihr und ihren Bruder helfen möge, die Gäste zu empfangen. Der letzte Blutstropfen wich aus dem Angesicht des jungen Mannes, als er dieser Aufforderung zu entsprechen versprach. Dankend drückte ihm die Dame die Hand und entfernte sich eilig wie sie gekommen. Und nun endlich, endlich war eS Abend geworden. In den glänzend erleuchteten, mu ausgesuchter Pracht dekorirten Räumen bewegte sich eine hochelegante Gesellschaft. Die Gäste waren nahezu vollständig erschienen. Herr Wcrtheim und seine Schwester hatten Alle mit liebenswürdiger Aufmerksamkeit cmpfangen, der erste Buchhalter dcö Hauses hatte sie hierbei unterstützt. Die geisterhafte Blüssc dcö jungen Mannes war Bielen aufgcsallcn, Aller Blicke jedoch schweiften suchend durch den Salon, da man des präsumptkvcn Bräutigams nirgend ansichtig ward. Der Gastgeber gewahrte es und lächelte still in sich hinein. Nachdem er einen vcrständuißvollcn Blick mit seiner Schwester gewechselt, entfernte er sich und begab sich in das Zimmer seiner Tochter. Henriette befand sich bereits in vollständiger Toilette. Sie war wunderbar schön in dem leichten duftigen Gewand vom zartesten Rosa, daö ihre Herrlichc Gestalt umfloß. In goldigem Geringel fielen ihre Haare in die Stirn und auf den schneeigen Nacken, nur von einem Zweig weißer Rosen leicht zusammengehalten. Aber das Antlitz des schönen Mädchens war lilienweiß, doch der Ausdruck sanfter Trauer, stiller Resignation erhöhte nur ihren rührenden Liebreiz. Einen Augenblick stand der Baker sprachlos ihr gegenüber und wie Gewissensbisse übcrkam es ihn, daß er viele Stunden hatte vergehen lassen, ohne den Seelenschmerz seines Kindes zu lindern. — Doch nun nur noch wenige Minuten. ״Henni, liebes Kind, die Gäste sind bereits vollzählig beisammen, wenn cs Dir gefällig wäre?" Sie erhob sich schweigend und legte ihre Hand aus den Arm, den er ihr bot. ״WaS ist Dir, Kind? — Du fühlst Dich doch ^-wohl?"