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Jeschurun · 1887-06-16 · Heft 24 (16.6.1887) · p. 374

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 24 (16.6.1887)
Article
Der Bene-Berith Orden
Date
1887-06-16
Page
374 (sequence 3)
Language
German
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374 erpicht sind, einen neuen Bund zu stiften, so verweisen wir sie auf einen Mann von acht jüdischem Schrot und Korn, der die Stiftung eines solchen Bundes schon vor mehr als 2000 Jahren vorauösah und in kurzen, aber gedrungenen und kräftigen Worten skizzirtc. ES ist der Prophet Jcremijah Er sagt Kap. 3k, V. 31: ״Siche, Tage werden kommen, spricht der Herr, in denen ich mit dem Hause Israel und Juda einen neuen Bund schließen werde. Nicht gleich dem Bunde, den ich mit ihren Vätern beim Auszüge aus Aegypten schloß, da sic meinen Bund zerstörten und ich sie verwais. Sondern dies sei der Bund, den ich mit dem Hause Israel f^ätcr cingchcn werde, spricht der Herr. Ich senke meine Lehre in ihr Inneres und in ihr Herz werde ich sie cinschrciben; ich werde ihnen zum Gotte und sic werden mir zum Volke sein." Und nun richten wir an die Stifter und Einscgncr des neuen amerikanischen Ordens die Doppelfrage des Nathan an Saladin und bitten um gewissenhafte Beantwortung: Fühlt ihr euch berufen, diesen von Jcremijah prophezeiten Bund zu stiften unter den von ihm angegebenen Bedingungen? Und glaubt ihr, die Zeit sei jetzt da, in der sich dies beweikstelligen ließe??1 Kollektiv-Berichte ans Ungarn. LV. Eine orthodoxe Nabbinervcrsammtung in Ungarn ohne Intervention des orthodoxen Landespräsidiums, das klingt fast nnglaublich, und. siehe, cS geschah also am 38. Omertage in der chassidäischcn Gemeinde zu Szikszü. — Wir begrüßen diese Selbst-Emanzipation mit freudiger Genugthuung und zweifeln auch nicht, daß die frommen Bestrebungen der ehrwürdigen Herren um so gewisser ihr hchreS Ziel erreichen werden. Unter dem Vorsitze des Herr Rabbiner Tannenbäum auS Mezö-Esüth konstituirte sich eine kleine Anzahl Nachbarrabbiner zu einer orthodoxen Nabbincrvcrsamm-!nng cn miniature. ES wurden über hochwichtige, in daö jüdisch - religiöse Leben tief einschneidende Angclcgcnhcitcn ernste und eingehende Berathungen gepflogen, und man beschloß, sämmtlichc konservative Rabbiner dcS Landes zur Mitwirkung ausznsordern, um 1) dein gewissenlosen Treiben nnreligiöser סופרים סת״ם Einhalt zu gebieten; 2) den מוהלים nolhwendige religiöse Jnstruklioncn zu crtheilcn; und 3) den zu Tage tretenden Mißbräuchen bei הנשרים über Fleisch- und Sclchwaarcn :e. zu begegnen. ES wird gewiß jeder glaubcnStrcnc Jude dieser Initiative dankbarst entgcgcnkommen. — In erster Reihe sotten die ״Handarbeiten" der unreligiösen סופרים außer Kurs gebracht i. e. auf den Index gesetzt werden. Zu diesem Vehufe erging an alle gesimrungStüchtigen Rabbiner daö Ansuchen, die Erklärung abzngcben, daß סופרי סת״ם von drei anerkannten Nabbincn emtorifirt sein müssen; gegen nicht antorisirte סופרים muß in konservativen Kreisen Ftwut gemacht werden. — In nächster Zukunft dürfte also ein von mehr denn hundert konservativen Nabbinen unterfertigtes Interdikt erscheinen, in welchem alle jene ]תפילי und מזוזות, an welchen nicht ein mit dem Siegel und der eigenhändigen Unterschrift eines konservativen Rabbiners versehener הפשר allgebracht ist, zum religiösen Gebrauche nicht verwendet werden dürfen. Wir haben schon oft gegen die leichtfertige und unausgesetzte ־15-איסוריםabrtfati011 in Ungarn unsere Stimme erhoben, nun freut cS nns, endlich einmal auch sagen zu können: hier haben wir einen איסור, der in allen Stücken korrekt ist, volle Begründung und Berechtigung hat, und sott er von jedem ehrlichen יהודי vollkommen respektirt werden! Mögen die Nabbincn auf dem jetzt betretenen Pfade fortwandcln und unbeeinflußt von äußeren Znflüstcrungen oder autoritativem Zwange, nur ihrer Ucbcrzcugung folgend, in dein Streben להחזיק התורה והדת sich freundschaftlich die Hände reichen 'וחפץ ה בידם יצלה. Ms Oijiunrie Aich. Von Friedrich Nett. (׳Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) ״Eine Fratze kann man den Baron doch nicht nennen." ״Gewiß ,licht. Ich will sogar zngcstchcn, daß er schöner ist als — als —" ״Als Leo Rüben?" DaS junge Mädchen!,cigte crrötheild daö Haupt. ״Schön habe ich Leo nie gefunden," fuhr sie nach kurzer Panse mit merklich bebender Stimme fort, ״als ich ihn zum ersten Mal gesehen, habe ich mich sogar vor ihm gefürchtet. Da war er freilich mit Bllrt übcrströmt, mit einer klaffenden Stirnwundc." Noch in der Erinnerung schaudernd, hielt sie einen Moment inne, gleich darauf aber fuhr sie fort: ״Er hat noch die Narbe von jener Wunde, hast Du sic noch nicht gesehen? Gewöhnlich fällt freilich das Vordcrhaar darüber, aber zuweilen, wenn er cchaufsirt ist oder wenn er sich ans etwas besinnen will, dann wirft cr mit rascher H.mdbcwcgung das Haar zurück, und dann wird jene Narbe sichtbar. — Nein, schön

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