Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 23 (9.6.1887)
- Article
- Jüdische Geschichtsanschauung
- Date
- 1887-06-09
- Page
- 353 (sequence 1)
- Language
- German
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in Haus, Gemeinde und Schule. ßegrümief von ©rtlltfou Nllphttki Hirfch,!6»1>!>>»«׳ li. ^?Ml'iiiil'li'lni jn dFranßftui a.ill 1 " ' ' ' " " " 'י Neue Folge. - Fünfter Jahrgang. HcrauSgcgebc»!!!!icr Milwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Ifaac Lirslh. Diese Zvochcnschrift erscheint jeden Donncrstog minbrstens 2 Bogcn stark. — AbonncinentspreiS bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 2 Jo. f>0 A für das Bierteljahr. Der Buchhandel verkehrt direkt mit der (Spedition dcö Ieschnrnn;11 Hannover. — Tic brpcd'ilion versendet auch direll nnd franko unter Streifband den Jahrgang für!2,/L oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Destcrreich: für 11 JO. oder 13 Fr. nach den Ländern dcö Weltpostvereins. — An;eigen werden mit 2.V.j s. d. .'!gespaltene Petit;eile oder deren llianm berechnet. — Gxpcditi on׳. Hannover, Herschclstr. 5». Inhalts׳Verzr'ichuisi üch 23. . Indische Gcschicht?anschannng. — Die Un;nsriedentn. — Das schivarze Buch (Fortsetzung— Zur Indensragc in Ungarn.! — ^orrrsponden;cl1 und??achrichten: Hannover >2', Berlin, Marburg, Düsseldorf, Gotha, Pest (3 •׳ Ans Dber-Ungarn. Ans der Thcistgegcnd, l5;og!cd, .st'olorfa, Warasdin, Haag, Paris, Limer'nf, Petersburg, Bukarest, Nrwpork (2>. — Inserate. MW (6rfd»if{jfr! 1t«fdj 111111110. Die Männer, welche sich als Vertreter der jüdischen Wissenschaft in unfern Tagen ausspielen möchten, brüsten sich mit der geschichtlichen Erkcnutniß, welche sie angcblich zuerst auf dem Gebiete k\5 Jndcnthnms gepflegt und iit jüdischen Kreisen verbreitet haben wollen. . 311 den! Lehrpläne, welchen sie für den Unterricht der! Jugend in der jüdischen Religion ansstcllen, weisen sic! der jüdischen Gcichichloknndc eine hervorragende Stelle J an 1111b geben vor, damit eine neue Quelle erschlossen! zu haben, aus welcher Begeisterung für das Indcu-! thnur und wahre Frömmigkeit dem gegenwärtigen und ן zukünftigen Geschlcchte;nströmtcn. Und gewiß würde eine rechte Erkcnutniß der wunderbaren Geschichte unseres Stammes das Herz unserer Jugend für die jüdische! Pflicht entflammen und ihren Geist erhellen, daß sie \ den Weg begreifen, welchen Gott sein Volk hat zurücklegen lassen, und das Ziel erkennen, zu welchem Er cs geleiten will. Gewiß würde eine rechte Erkcnutniß der Geschichte des jüdischen Volks unsere Jugend in der Treue gegen Gott und Sein heiliges Gesetz, das Jndenthnm, befestigen und sie stärken in dem Kampfe mit der vielgestaltigen Verlockung zum Abfall und Pcrrath. Ergeht doch in der unsterblichen Rede Mosis, mit welcher er seine irdische Laufbahn abschloß, dem kostbaren Vermächtnisse, das er allen Geschlechtern seines Volks hinterlasscn, die Mahnung auch an uns und unsere Kinder: ״ זכר ימות ע^םgedenket der Tage der Vorzeit, begreifet die Jahre der Geschlechter, — frage deinen Vater, daß er dir erzähle, deine Alten, daß sie dir cS deuten." Gedenke deiner Geschichte, lerne sic recht begreifen und beherzige sie, damit dir die von Gott bestimmte weltgeschichtliche Bedeutung Israels klar werde, und du dich in tveuefter Hingebung der Lösung deiner Aufgabe weihest. Diese Männer aber, welche die Vergangenheit der jüdischen Geschichte dem Volke erklären und ihm daraus seine Stellung nnd Pflicht in Gegenwart und Znkunsl deuten wollen, haben selbst kein Versländniß für Israels Geschichte. Es fehlt ihnen der klare Blick für den eigentlichen Inhalt derselben. Ihr Ohr hat wohl die Rede vernommen, mit welcher Gott von Anbeginn an