Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 13 (31.3.1887)
- Article
- Kollektiv-Berichte aus Ungarn
- Date
- 1887-03-31
- Page
- 201 (sequence 1)
- Language
- German
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M13. 201 Zeschurm«, vi Kollektiv-Verichie au-5 Uilgarn. uv. (Schluß.) Von Herrn Vermann aber war cS unverzeihlich, sich zum Werkzeuge herzugcbcn; kein bcsouucucr Mann würde seine Nolle, seinen gegenwärtigen Posten, unter den derzeitigen Verhältnissen angenommen haben; und ״ עבירה גורדה עבירהc$ ist der Fluch der bösen That, daß sic fortzcugcnd Böses muß gebären", Herr Bermann fügt einen Fehler zum andern, indem er, wie wir erfahren, gegen Rabbiner L., vor dessen talmudischer Gelehrsamkeit er füglich, ohne alle Bescheidenheit, daö Knie beugen dürste, provokatorische Reden hält, durch welche er auch schon unerquickliche Skandalszencn inszenirtc. — Der Wahn ist kurz, die Rene laug! Wir wiederholen, das übereilte Vorgehen der Ujhclper Gemeinde hat die konservative 8tut118-qno- Partei um eine heilvcrhcißcnde Chance gebracht. Unter den gegebenen Auspizien wäre cs ein Segen gewesen, den Herrn Rabbiner L. kräftigst zu unterstützen, daß er an den Aerathungcn der Orthodoxie thcilnehnm! könne. Denn was immer die Fama auch berichten mag, wir können cs nie und nimmer ernst nehmen, daß Rabbiner L. L. seine Prinzipien an den Nagel hängen, seinen engen Gesinnungsfreunden Valet sagen, den nicht koustitnirten fromnien Juden die orthodoxe Gesinnung je absprcchcn könnte. — Er ist voll Selbstbcwußtscin, besitzt Stolz und Konsequenz, genießt die Achtung als rabbiuischc Zclcbrität, und dies Alles eignet ihn, selbst den gcsürchtetstcn Persönlichkeiten zu opponiren und zu — irnpouiren. M'an bedenke und erwäge dies in Ujhcky, es wird dann das Urtheil milder lauten, mau wird daun weniger die GesiunuugSändernng Anderer, als die eigene unbedachte Ucbcrftnrznug anklageu. — Unsere Behaup- .Lungen sind wohl nicht positiver Natur, indem wir die verborgenen Falten in dem Herzen des Herrn Nabbiucr L. nicht kennen und überhaupt gegenwärtig in gar keinem Konnex mit ihm stehen. — Wir bringen hier blos empirische Bcrmuthuugen zum Ausdrucke, doch sie scheinen קרוב לאמה zu sein — und vielleicht antwortet uns eine בה קול der בה עמי״", daß diese Bermnthnugen vollkommen zutrcsscn, und ]אין מזיזי ממקומן. _ Der Konflikt ist in jedem Falle tief zu beklagen. Der Appell an die Rabbiner Pcrls, U'lmann, Sidow, Fürst re. wird nichts fruchten, vereint mit Rabbiner P. haben sie nichts unternommen, viel weniger ohne ihn, oder gar — gegen ihn. Der ״Auszug aus dem Statut" ist der korrekteste Theil der קול בה עמי'״" — und es wäre nichts erspricßlicher gewesen, als den ganzen Inhalt der ,קול בה עמה" ZN streichen und der Welt blos kurz zu sagen: ״sieben Rabbiner stellen uns in die Kategorie der פושעים וכופרים•, schon der erste Punkt unseres Gcmeindestatutö straft sic Lügen, denn dieser beweist am Eklatantesten, daß wir ״unsere religiösen Dcdürfnisse, Institutionen re. wie von jeher orthodox im Sinne des Schulchan-Aruch eingerichtet haben wollen." — Mehr hätte die Gemeinde nichts zu sagen gebraucht und nichts sagen sollen בל המוסיף גורע. Wir wollen jedoch die geschätzten nichtungarischen Leser ans diesen Passus aufmerksam machen. Werthe GlanbcnSbrüder, die ihr die hierländischen Verhältnisse wenig oder gar nicht kennt, sehet und leset, die vielverschrieenen und arg verschmähten ungarischenStalus-quo- Genwinden sprechen in ihrem auch vom Staate bckräftigten OrganisationSstatut als oberstes Postulat aus: ״unsere religiösen Bedürfnisse, Institutionen, Lehr--- anstaltcn sollen wie von jeher orthodox im Sinne des ׳מילד,[ ערוף eingerichtet sein" und solche Gemeinden und deren Funktionäre bekommen das Epitheton פושעים כופרים ומינים weil sic trotz ihrer Orthodoxie 11ub trotz des Festhaltens an den Bestimmungen des Schulchan-Aruch die Infallibität der ״DnrchführnngSkommission" nicht anerkennen wollen. Fazit! Wir geben unsere Solidarität mit Nabbiner L. trotz der von ihn! rniliirtcn und durchgcführtcn Konstituirnng keineswegs ans, an contniire, so sehr wir auch dem Grundsätze: ״der Zweck heiligt die Mittel" abhold sind, würden wir es sogar gntheißcn, wenn noch mehrere konservative 8t:cku8-׳gly-Rabbincr in den Verband der ״Konstituirten" treten. Wir versprächen uns den herrlichsten Erfolg davon, wenn Rabbiner L., unterstützt von einer Anzahl bewährter GesinnnngSgenossen, in die Arena treten, den starren Nonpossumnnistcn ein Halt zurufcn, den Rabbinern den denkwürdigen Ausspruch des Rabbiners Moses Schick s. A. ובי הרבנים שופמי בל הארין הם ins Herz prägen und für die Ainalganiirnng aller konservativen Elemente eine Lanze brechen würde. - Wir erwarten zuversichtlich, daß Herr Rabbiner L. schon bei erster bester Gelegenheit in diesem Sinne intcrvcniren und handeln wird, und damit wird er vor aller Welt bekunden, wie ungerecht die Ujhclyer 8tatu8-gtt0-Gemeinde gegen ihn gehandelt. Die ehrsame 8tatu8-guo-Gemeinde zu Ujhely aber bitten wir, im Interesse der heiligen Sache, welche sie zu der ihrigen gemacht, die Feindseligkeiten einzustcllen, mit gewohnter Achtung und Ehrerbietung von dem Rabbiner Löw ג״ו zu sprechen, und nichts zu unternehmen, was der Wiedervereinigung der heute