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Jeschurun · 1887-03-24 · Heft 12 (24.3.1887) · p. 186

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 12 (24.3.1887)
Article
Kollektiv-Berichte aus Ungarn
Date
1887-03-24
Page
186 (sequence 2)
Language
German
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186 weiter wird gegen dasדברי אמת-Konsortium polemisirt, und besonders den Rabbinern aus H. Cs. und B. hurtig auf die Finger geklopft und das alte si tacuisses pliilosopims mansisses ihnen zu gerufen und schließlich werden die hervorragenden Rabbiner der 8tatu8-<p10- Partei, sowie Rabbiner PerlS-N. Karoly rc. re. (man hätte diese Liste wahrlich erweitern dürfen p. e. Rabbiner Weiße-Waag-Neustadtcl rc.) anfgeruscn, daß sie zur Thal sich aufraffen, um die konservativen Gemeinden von dem Terrorismus der ״Konstitnirlen" zu befreien und dem schändlichen Treiben ein Ende zu bereiten, daß man unter der Firma der ״Konstitnirung" מהלל שבת, אוכל נבלות וטרפות rc. darf ohne geringste Einbüße der religiösen Kompetenz, während jedoch nichtfonfütuirtc צדיקים וחסידים den פושעים וכופרים gleichgestellt werden. — Von den beiaedruckten vier Roten sind die zweite und dritte ziemlich belanglos, die vierte enthält den von Herrn Bcrmann bereits mitgctheilten und von uns oben gebrachten Brief des Rabbiners M. Schick ז״ל. Die erste Note verdient jedoch hier vollinhaltlich rcproduzirt zu werde». Dieselbe lautet: ״Auszug aus dem Statute der israelitischen Gemeindc S. A. Ujhely. I. Allgenieine Bestimmung. § i. Sämiutliche israelitische Bewohner der Stadt Ujhely und deS Rabbinatsbezirkes, bestehend auS den Ortschaften rc. — welche ihre gemeinsamen religiösen Bedürfnisse und Institutionen, wie auch die Uutcrrichtsanstaltcn, wie von jeher orthodox im Sinne des שלהן ערוך, dem Landesgesetze entsprechend eingerichtet zu haben wünschen, bilden die jüdische Kultusgemeinde Ujhelys, und schließen sich weder der Kongreßnoch autonom-orthodoxen Organisation an, sondern verwalten ihre Gemeindeangelcgenheitcn im Sinne dieses Gemeindestatuts autonom." Unsere geehrten Leser werden cS uns bezeugen, daß wir von allen! Ausange an die Vereinigung der orthodoxen und konservativen Elemente, die Beseitigung der absurden Konstituirungsparole rc. re. angcstrebt, לא לחזק ולא לקרב nicht von der Konstituirung abzuhalteu und auch nicht für dieselbe Propaganda zu machen, sind wir aus den! Kampsplatze erschienen, אלא לעשות שלום ביניהם, sondern um zwischen den gesinuungSverschwisterten, jedoch gewaltsaur zerklüfteten Parteien Frieden zu stiften. Wir haben die Fehler und Schäden bloßgcstellt, weil man mit Schönpflästcrchen nicht kuriren kann, und so haben wir auch in der Ujhclycr Assalre klar und wahr unsere Meinung gesagt. Seither hatten wir Gelegenheit, mit dem KausälnexuS der dortigen Wirren näher vertrant zu werden, und ohne auch nur ein Wort von all dem bisher Gesagten zurückzuuehmcu, können wir dennoch das Vorgehen der Ujhelher 8tatu3-l1uo-Ge!neinde nich4 billigen. Als wir von dem plötzlichen KonstituirnngSkitzel des Herr Rabbiner L. Kunde erhielten, haben wir äugenblicklich in einen! ״Kollektiv-Berichte" wortwörtlich gesagt: ״Soweit wir Herrn Rabbiner L. und seine Gesinnung kennen, dürste Herr Ignaz. Reich mit dem Siege in Ujhely keineswegs trinmphiren", — und das Sendschreiben der Ujhelher Gemeinde bestätigt dies, indem, cs von Rabbiner L. besagt: לאי קדושת הקאנשטוטואירונג שרתה עליו לא מאהבת ר׳ איצק רייך היתד. זאת, אך שלהבת הנצהון בערה בו, ועוד עד היום לא בבתה. Ja, ja, ganz richtig, so haben wir von allem Anfänge au kalkulirt, ״nicht die Anerkennung der Heiligkeit der Allianz, und nicht die Liebe zu Reich hat dies bewerkstelligt, sondern die שלהבת הנצהון die glühende Begeisterung, seinem Prinzipc znm Siege zu verhelfen, lodert in ihm unverlöschlich", — ,mtb' deshalb deuteten wir an, daß seine Annäherung Herrn Reich nicht genehm und beqnem sein dürfte. — Wer den stolzen und unnachgiebigen Charakter deS Herrn Rabbiner L.-kennt, wird diese Vermuthnng vollkonimen' theilen, —- aber das ״Sendschrcibcu" scheint nur u n - bewußt dieses große Geheimniß auöposannt. zu haben, denn wenn die Ujhelher Gemeinde diese Ucbcrzengnng wirklich gehabt, daun ist ihr.׳ Vorgehen ganz unverzcih׳ lich, sie hätten durch mäßiges und besonnenes Vorgehen der guten Sache ihrer eigenen Partei den größten Dienst leisten können. Wir haben seiner Zeit, als man dem Rabbiner L. L. den Einlaß zu einer Bcrathung orthodoxer Juden verweigerte, unserer tiefsten Indignation Ausdruck vcrliehen. Die Herren, welche eö angezcigt gefunden, ihm die Thür vor der Nase zuznschlagcn, müssen gewiß vielen Grund gehabt haben, seine Anwesenheit und Theitnahme zu fürchten, und wir zweifeln auch nicht, daß Herr Rabbiner L. gegen manche absurde und schädliche Maxime der ״Offiziellen" in energischster Weise Front -gemacht haben würde. — Allein er wurde, als außerhalb der ״heiligen Allianz" stehend, nicht z u g e l a s s e n und mußte unverrichteter Sache heimkehrcn. Wenn nun Herr Rabbiner L. nach dieser dcprimircnden Schlappe, die er erlitten, nichts Eiligeres zu th'un hatte, als für die ״orthodoxe Konstituirung" zu plaidiren, so braucht mau eben kein Salomo zu sein, um cS hcrauszusindcn, daß er den Weg in den. Berathungssaal der orthodoxen Landcsvcrsammlnngen sich bahnen wollte, um — .nun, wir wollen diesen süßen Glauben hegen — um als hciliggcsprochener ״Konstitnirter" für das gekränkte Recht und die geschmähte Ehre der frommen Nichlkonstitnirten entsprechend m die Schranken zu treten. In Ujhely, wo man die "שלהבת הנצהון", und eiserne Konsequenz des Rabbiners L. kennt, hätte man diese Eventualität erwägen und zu mindest eine

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