Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 7 (17.2.1887)
- Article
- Das Bewußtsein vom Judenthum
- Date
- 1887-02-17
- Page
- 97 (sequence 1)
- Language
- German
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Hannover, den U'KU-r W' M 7. </\s Ky w irischen Geistes nnd jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule.. iegriimlct von Samson 3lnphael Hirsch, Äa^'iucc cl. fsrnefitiftficii firfigionsgefflfftfiaft zu Fmn^nei a. Neue Folge. Fünfter Jahrgang. HcrmlSgegcben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Isaac Kirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — Nbonneincntöpreis bei allen Postanstalten mld Buchhandlungen 2-./ke50^Z für daS Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt direlr mit der Expedition des Jeschnrnn zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für 12 J& oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich-, für 14 oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25 Ji f. d. ^gespaltene Petitzeile oder deren Raum berechnet. — Expedition: Hannover, Artillericstr. 21). Inhalts-Verzeichnis von Nr. 7. Das Bewußtsein vom Jndenthnm (Schluß). — Die Be st re- Äingen der Thierschutzvcrcine und daS jüdisch.rituelle Schlachten der Thiere. — Ans jungst vergangener Zeit (Fortsetzung). — Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin (2), Leipzig (2), Ans Bayern, Bnrgpreppach, Aus Mittelfranken, Preöbnrg, Ujhely, AnS Galizien, Paris, Petersburg, Lodz, Kiew, Ans Östsibiricn, Newyork, Cypern, Persien. — Bücherschan. — Eingesandt. — Inserate. Aas Kelllltsstseiil uatn |aknl|n1H. (Schluß von Nr. 4.)*) Tiicser Einwand von dcm üicdjte eines Stolzes auf eine edle Abstammung dürfte jedoch in dem vorliegenden Falle als nicht stichhaltig znrnckznweisen sein. Wohl darf sich der Sohn seines Vaters rühmen, Wohl darf noch der spätgcborcne Enkel mit' Stolz auf die glanzende, chrsurchtgcbictende Gestalt des Ahns Hinblicken, wenn das Bewußtsein, ein Sprößling solch edler Vorfahren zu sein, ihn anspornt, in die Fnßtapfcn derselben zu treten, und das Werk sortzusetzcu, welches zu fördern der Inhalt ihres Lebens gewesen. Wenn *) Druckfehlerberichtigung. In Nr. 4, Seite 52, 2. Spalte, 9. Zeile von oben ist das Wort ״das" auszulassen. der Sohn des Vaters würdiger Erbe ist, wenn in dem Enkel der Ahn verjüngt erstanden ist, wenn er nicht nur Fleisch von seinem Fleische, sondern auch Geist von seinem Geiste ist, dann mag er sich seines edlen Ursprungs rühmen und an des Ahns heiligem Andenken sich erheben. Wenn aber der Sohn der Ideale des Vaters spottet oder zu beschränkten Geistes ist, um solche überhaupt zu begreifen, wenn der Enkel wohl des Ahns Namen trägt, aber von seinen Tugenden nichts ererbt hat, oder Wappen 1tnb Zeichen der Vorfahren als werthlosen Trödel verächtlich bei Seite legt, dann ist es eitele Hohlheit, sich seiner großen Vorfahren zu rühmen. Nur wenn diese auf ihre Enkel stolz sein könnten, wenn sie dieselben als ächte Sprossen anerkennen würden, dann dürfte auch dcm Ahnenstolz der Enkel eine Berechtigung nicht, versagt werden müssen. Nun wohlan — seid ihr stolz darauf, von Abraham, Isaak und Jakob abzustammen, rühmt ihr euch eines Moses, David und Jesaja, der Makkabäer und aller der erhabenen Männer, deren Altdenken als leuchtendes Vorbild für die vollendetste Lösung dcS Menschenberufs die Jahrtausende überdauert, so laßt uns-doch erwägen, ob ihr das Recht zu solchem Stolze habt, ob das Gedächtniß.der großen Ahnen nicht zur Anklage wider euch wird.