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Jeschurun · 1887-02-10 · Heft 6 (10.2.1887) · p. 87

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Journal
Jeschurun
Volume
20 (1887)
Issue
Heft 6 (10.2.1887)
Article
Gutachten über das Schächten
Date
1887-02-10
Page
87 (sequence 7)
Language
German
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87 vollständiger Empfindung, so würde der Kopfschlag nur von neuem Schmerzen bewirken. Dasselbe erscheint daher vom humanen Standtpunkte als verwerflich, zumal die Bewußtlosigkeit auch ohne diesen in kaum ncnnenSwcrthem Zeiträume nach dem Halöschnitt erfolgt. Dies Gutachten ist nach bestem Wissen und der Erfahrung gemäß ausgestellt. Stettin, 13. Dezember 1886. C. Müller, königlicher Departementöthierarzt und Veterinär-Assessor. VIH. Gutachten des Schlachthausthierarztes der Stadt Straßburg i. E. CH. Trapp. Hochgeehrter Herr Rabbiner! Nach Einsicht und Durchnahme Ihres geehrten Schreibens vom 22. November d. I. bin ich gern bereit. Ihnen meine Ansicht betreffs der in Frage stehenden Punkte in Kürze mitzutheilen: In Bezug auf Frage 1) ist zu bemerken, daß cS durchaus unnöthig ist, durch irgend welche Manipulation die Schmerzempsindung des ThiercS nach dem Schächten zu vermindern, da der zur Ausführung des Gcnickstiches oder KopsschlagcS nach dein Schächten erforderliche Zeitraum schon genügt, um die vollständige durch Anämie deö Gehirns herbeigcsührte Berufs- und Empfindungslosigkeit des ThiercS herbeizuführcu. 2) Was die Qualität deö Fleisches anbclangt, so glaube ich, daß dieselbe durch ein weiteres Vcrsahren sogar vermindert würde, indem die durch das Schächten auSgelöstcn krampshasten Bewegungen durch Genickstich oder Kopsschlag gehemmt, somit die Kontraktioneu der Blutgefäße geschwächt und in Folge dessen die AuSblutung des ThiercS eine unvollständigere würde. 3) Eine Verkürzung deö Schmerzes kann nie durch Geuickstich oder Kopfschlag herbeigeführt werden, im Gegcutheil glaube ich fast behaupten zu dürfen, daß dadurch die durch die plötzlich eiutretende Anämie an Irritabilität verlorenen EmpfiudungSnerven sogar auf allerdings nur kurze Zeit aufs Neue gereizt und daher neuen Schmerz Hervorrufen müßten. Genehmigen Sie die Versicherung meinerHochachtuug. Staßburg, am 2. Dezember 1886. Der SchlachthauSthierarzt der- Stadt Straßburg i. E. CH..Trapp. IX. Erklärung des königlichen Krcisthierarzts Ebcrharbt in Fulda. . Aus Ersuchen des Herrn Provinzialrabbiners Dr. Ca hn erkläre ich, daß ich den Ausführungen des Herrn VezirkSthierarzteS Büttel in Kissingen über die Frage deö Schachteniu dem mir mitgctheilten Gutachten vollständig, beitrete. : . Fulda, den 7. Dezember 1686. Eberhardt, königlicher Krcisthierarzt. DaS Gutachten des Herrn BezirksarztS Büttel ist in Nr. 52 des vorigen Jahrgangs des ״Jeschurun" auf Seite 819 abgedruckt. A!!s DG MWigmer Ick. Novelle von Friedrich Nott. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) / . Aber gegenwärtig war Flora ernstlich irritirt gegen ihren Bräutigam; nachdem sie ihm die Ehre erwiesen, sich mit ihm zu verloben, hätte er sie nicht in dieser Weiser vernachlässigen dürfen, seit nahezu vierzehn Tagen hatte sie ihn selten länger als eine Viertelstunde bei sich gesehen. Das war zu arg. und heute war sie fest entschlossen, ihm ernstlich sein Unrecht vorzuhalten. Sie hatte das freilich schon wiederholt beabsichtigt, aber er war ihr jedes Mal entschlüpft, hatte ihr jedes Mat die Pflichten seines Berufes cntgegcngchalten. — Als ob er nur gegen fremde Menschen Pflichten.hatte und seine Braut gegen das hergelaufene Gesindel, wie sie sich in ihrem Unmuthe anSzudrücken liebte, zurückstehen müsse. — In seiner Gegenwart hatte sic freilich cmen derartigen Ausdruck nie gebraucht — aber heute mußte sie ihn doch allen Ernstes zur Rede stellen. ES war schon gegen Abend, er-hatte sich wieder während des ganzen Tages nicht sehen lassen. Unmnthig bearbeitete das Fräulein die Tasten ihres Flügels, sie mußten eS entgelten, daß der rücksichtslose Mann sie so lange warten ließ. Eben überlegte sie, ob eS nicht gerathen, ein Unwohlsein vorzuschützcn und den Arzt rufen zu lassen, da vernahm sie seinen raschen Schritt auf den Stiegen. Im Nu hatte sie ihren Plan geändert, ein rauschender Akkord empfing ihn, als. er die Thür öffnete, aber die junge Dame schien so vertieft iu ihr Spiel, daß sie seine Gegenwart nicht zu bemerken schien; erst als er dicht an sie hcrantrat und ihren Namen rief, da sprang sie wie überrascht auf und reichte ihm ihre schmale rosige Hand, die er galant an die Lippen drückte. ״Q, du böser, böser Mann," schmollte das schöne Mädchen, ״ich sollte Dir gar nicht erlauben, meine Hand, zu küssen." .. , «Und warum das nicht, Geliebte?" fragte er lächelnd, ״was habe ich verbrochen, daß Du mich Löse schiltst?" ...... . ״Das kannst Du noch fragen, Du Bösewicht?

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