Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 6 (10.2.1887)
- Article
- Gutachten über das Schächten
- Date
- 1887-02-10
- Page
- 81 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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M 6, XX. Jahrgang. Hannover, den IS. Schcbak 8047. 10. Februar 1887. w Jr■ ^11 fl vii jüdischen Geistes und jü^ in Hans, Gemeinde und Schule. ßegriimtei neu Smnsüll Ruphlltl Hlksth, iiaßßinrr 11. Iscnffiliftfini Hffigi0118gpfcll'f(Safi ju JVmitftat nullt Neue Folge. - Fünfter Jahrgang. Herausgcgcben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Is,mc Kirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonnementSpreiS bei allen Postanstalten und Bnchhandl nn gen 2 Jo. 50^3 für das Bierteljahr. Der Buchhandel verkehrt direkt mit der Expedition des Jeschnrnn. zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für 12 JÄ oder 7 Gulden östcrr. Wahr, nach Deutschland und Oesterreich; für 14- JO. ober 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25Jj f. d. :;gespaltene Petitzeile oder deren Raum berechnet. — Expedition: Hannover, Artillericstr. 29. Inhalts-Verzeichnis von Nr. 6. Gutachten über das Schächten. — AnS jüngst vergangener Zeit (Fortsetzung). — Bilder ans Australien. — Korrespondenzen und Nachrichten: Hannover, Berlin, Amsterdam, AnS Holland, Wien (8), Prag, Pest, Petersburg, Warschau, Äowno, Odessa, Bukarest, Spanien, London, Eppern. — Inserate. G!!!lch!kil iilirr das SPchtkil. %■- 1. Gntochte» des Professors der Thicrhcilkimdc vr. Esser zu Güttingen. Herr Provinzialrabbiner I)r. M. Cahn hat mich um eine gutachtliche Amben!ng über folgende Fragen ersucht: 1) ״Liegt eine Veranlassung vor. nach Vollendung dcS HalSschnittcö beim ״Schächten" durch irgend einen weiteren Akt die angeblich noch undauernde Schmerzempfindung des Thiercs zu vermindern?" 2) ״Wurde eine Betäubung durch Kopfschlag oder Genickstich nach dem Schächtschnitte hinsichtlich der Qualität dcS Fleisches sich als zweckmäßig erweisen?" 3) ״Wäre durch jene Betäubung eine Verkürzung dcS Schmerzes für das geschachtete Thier gesichert?'' Dieser verchrlichcn Aufforderung entspreche ich in Nachfolgendem:!ul 1) Nachdem ich früher schon oft und in den setzten Tagen noch mehrfach Gelegenheit genommen, das rituelle Schächten, in! hiesigen Schlachthanse anzusehcn, beantworte ich die erste Frage mit ״nein". Das Schächten wird so anSgcführt, daß mittelst eines langen Messers am Halse ein Schnitt bis ans dir Wirbelsäule geführt wird, wobei Schlund, Luftröhre und die großen Blutgcsäßstämme durchschnitten werden. ES werden hierdurch in einem Augenblicke nicht nur die Blutgefäße, welche den! Gehirn Vorzugsweise das Blut Zufuhren, sondern auch die, welche das Blut vom Gehirn zurückführen, geöffnet. Hierdurch muß noihwendig sofort im Gehirn eine gewisse Blutleere (Anämie) eintreten und der Effekt muß ans physiologischen Gründen eine fast unmittelbar darauf cintreteudc Ohnmacht und Bewußtlosigkeit sein. Die energischen Bewegungen, welche nach dem Halöschuitt seitens des SchtachtthiercS noch auSgcsührt und von Laien fast allgemein als Acußcrungen des Schmerzes gedeutet werden, sind tha!sächlich nicht der Ausdruck bewußter Empfindung, sondern werden durch