Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 5 (3.2.1887)
- Article
- An den Gestaden des Schilfmeeres - an dem Ufer des Kischon
- Date
- 1887-02-03
- Page
- 65 (sequence 1)
- Language
- German
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XX. Jahrgang. Hammer, den L Kä»»88». M ö. f zur NrdLMU ifibtfäjcit Geistes Md jüdischeu Lebens in Hans, Geilicinde und Schule. Ucgriiwict oou SflUlfoit HÜ'sth, fiaßljiucr 11. IsrnfPitiflcn ficfigiousgefcffPifiaft 511 #1־anRfiiri ti. Ä. Neue Folge. - Fünfter Jahrgang. Herausgegebcu unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Asmic KrvslH. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestcns 2 Bogen stark. — Nbonnrmentöpreis bei allen Poftanstalten und Buchhandlungen 2 vfu r>0 für daS Bicrtcljahr. Der Buchhandel verkehrt direkt 111it der Expedition des Jeschnrnn zu Hannover. — Die Expedition versendet auch dircet und franko unter Streifband den Jahrgang für 1 2 oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich; für 11 ,M oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25 f. d. :!gespaltene Pctitzeile oder deren Ltaum berechnet. — Expedition: Hannover, Artillericstr. 20. /Y-CxV Inhalts-Verzcichrrih fcou 3?1\ 5.! An den Gestaden des SchilfmeereS — an dein Ufer des 's Kischon. — Gutachten über die Bestrebungen der Thicrschn». vereine und daö jiidisch-riknelle Schlachten der Thierc. — פרקי אבות (Fortsepnngv — Aus jüngst vergangener Zeit (Fort, setzung). — Das jüdische Volksichulmefen in Galizien. — Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin, Würzbnrg, Kolberg, Wöllstein, Pest (2), Lemberg, Ans Ungarn, 3lom, Petersburg (2), Grodno, Sitoinir, Bukarest, London, Philadelphia, Palästina. — Bücherschau. — Inserate. An den Gchnden des 5'HWceres — nn dein llfrr des KW». Der Tyrann hatte selbst die Fesseln von dein Nacken seiner Sklaven gelöst. Der König aller Könige, der Richter und Later der Menschheit, hatte ihm die Ohnmacht seiner vermeintlichen Starke und Größe znm Bewußtsein geführt und an ihm und seinem Volke die große Wahrheit offenbart, daß hoch über allen Hohen der Erde der allerhöchste Hüter der Menschheit in Allmacht waltet, vor dessen'Thron jede Thränc der mißhandelten Schwachen zum Ankläger wird gegen den Tyrannen, der sich im stolzen Hochmuthe gegen das ewige göttliche Gesetz des Rechts anslchnt und den schwächen! Mitbrndcr in das Joch der Knechtschaft spannt. Die ägyptische Majestät war zun! warnenden Beispiel aller Bedrücker aller Zeiten gcwordcil, daß Gott auch des Mächtigsten Frevel ahndet und den Trotz des Gewaltigsten zu brechen lvciß. DaS israelitische Sklavcnvolk war znm tröstenden Beispiel für alle Bedrückten aller Zeiten geworden, daß auch der Kleinste und Kraftloseste einen mächtigen Beschützer und Helfer habe, der ihn aus der Hand seines Bedrängers zu retten weiß. Widerwillig sich beugend unter den! Gebote des Rechts, welches ihm im Namen GotteS verkündet worden, dessen allmächtige Wallung sich an ihm, seinem Volke und Lande so unzweideutig gezeigt, daß des Tyrannen Starrsinn gebrochen, hatte Pharao seinen hebräischen Sklaven die Freiheit gegeben, und sie waren ״ ביד רמוזmit gehobener Handבגבורה גבוהת ,״ ומפורסמת, wie die Mcchilta erläutert, in aller Welt sichtbarer Unabhängigkeit anö dem Lande ihrer Knechtschaft gezogen. Pharao hatte ihnen den Freibrief er- Lhcilt und damit aller Ansprüche entsagt, die ihm etwa nach dein von Menschen ersonnenen Herrenrechte an seinen Sklaven zustchcn könnten. Bald aber gereuete cs ihn, daß er dem Befehle GotteS Gehorsam geleistet, und er zog mit seinen Schergen den sreigelasscnen Knechten nach, um ihnen aufs Nene daS Joch seines Dienstes aufzutegen. Freie Männer wollte er sich unterthan machen, um sie in die Sklaverei zu schleppen.