Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 3 (20.1.1887)
- Article
- Das Bewußtsein vom Judenthum
- Date
- 1887-01-20
- Page
- 33 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XX. Jahrgang. Hannover, den 2». famiL\V£i. M 3. ffl/fr xf'i <V ׳ff/ö -׳O) fV ׳fVv v׳ W 0ML!l 'Ssis'hs iütIrA!1111 MhiftLK itt Haus, Geme'urde und Schule. T POll ©ßilifou SiapfjacI HÜM,;ßaßfülier. ll. Isrncfiliftfte iiLfdieii c1jlfIigio!i8ge|eüj0ia|t 511 ^caafifart a. Neue Folge. ׳—— Fünfter Jahrgang. ׳ Herausgcgeben nnter Mitwirkung des Begründers und bewahrter Genossen von Isaac KirsH. Diese Wocherrschrist erscheint jede» Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — Äbonnemenispreir bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 2^b0^Z für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt direkt mit der Expedition des Jeschnrun zn Hannover. — Die Expedition versendet auch direct n:rd franko unter Streifband den Jahrgang für 12 J6 oder 7 Gulden öflcn*. Wahr, nach Deutschland und Oesterreich-, für 14 Ji oder 18 Fr. nach den Ländern deS Weltpostvereins. — An zeigen werden mit 25^Z f. d. :!gespaltene Petitzcilc oder deren Nauru berechnet.— Expedition: Hannover. Artilleriestr. 29. Inhalts-Verzeichnis von Nr. 3. DaS Bewusstsein vom Iudeuthnm. — Jüdische Ansiedelung in Spanien. — Alte Amsterdamer Gemeinde-Verordnungen. — פרקי אבות (Fortsetzung',. — Aus jüngst vergangener Zeit (Fortsetzung). — Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin (2). Leipzig, Breslau, Frankfurt a. M.. Schlochaik, Wien (2), Pest, Ans Böhmen, Karlsburg, Aus Galizien, London, Warschau, Ncwyork (2), Philadelphia. — Inserate. Das AmMin BN IOe!t!h!t!ll. " ״Ich fühle mich als Jude," ״ich bin stolz darauf, Jude zn sein," ״ich habe ein achtes jüdisches Bewußt sein" --solche und ähnlicheAussprüche vernimmt man so häusig von den Lippen der. Männer und Frauen, denen daS jüdische NeligionSgesctz mit seinen Anfordcrungcn an daS Leben ein längst überwundener oder niemals innc gehabter Standpunkt gilt. Als vor einer Ncihe von Jahren einmal ein hochbcrühmtcr, ungescheuer NcchtSgelehrter im Gerichtssaale sich des Inden- LhllmS als ,fla rcligion juive <juc j’ai j'bouneur de noimner la miemie" öffentlich zu rühmen traute, da ging dieses Wort von Munde zu Munde und machte die Runde durch alle Organe der öffentlichen Meinung. Man rühmte den Math deö ManncS, der sich trotz der einflußreichsten Stellung seines IndcnthnmS nicht schämte, rind feierte ihn als den starken Glallbensheldcn Israels trotzdem, daß dieser Mann weder den Sabbath noch die Speisegesetze beachtete und vielleicht von den spczisisch jüdischen Ge- und Verboten nicht die geringste Ahnung hatte. Waö hat sich dieser späterhin einen Ministersessel cinuehluendr und an die Spitze eines großen jüdischen Vereins tvclcnbc Mann eigentlich gedacht, als er jenen Ausspruch that? WaS denken sich Diejenigen.. welche solche emphatisch ihr jüdisches Bewußtsein betonende Phrasen lin Munde führen? Man kann doch' nicht annchmcn, daß sie gedankenlos spreche, ohne Zll wissen, welche Bedeutung - den von ihnen gebrauchten Worten inncwohnt. Es sind ja oft unterrichtete, gebildete Männer, die sonst ihre Rede wohl zn erwägen pflegen -und denen logisches Denken nicht fremd ist. — WaS sie sich denken? Sie verbinden mit den Worten Jude, Jüdcnthum, jüdische Religion in der That einen ganz anderen als den eigentlichen Begriff. Man wundere sich aber hierüber nicht. Gerade den höchsten, ehrwürdigsten Worten wird häusig der heterogenste Sinn untergeschoben. Worte sind ja in Wirklichkeit!ürr Zeichen, denen der damit verbundene Begriff erst Werth und Bedeutung verleiht. Es können deshalb verschiedene