Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 20 (1887)
- Issue
- Heft 1 (6.1.1887)
- Article
- Des zehnten Tebeth Mahnung
- Date
- 1887-01-06
- Page
- 3 (sequence 3)
- Language
- German
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a und Mehrung nationaler Größe einsetzen laßt. Wenn dieses Alles geopfert, wenn hierfür die Vollkraft der Nation bis zum letzten Blutstropfen hingegeben wird und eine geschickte und mächtige Negierung cö versteht, alle die verschiedenen nationalen Potenzen zu einem cinheittichcn kraftvollen NationalorgcmiömuS zusanimenzufügen. und innig miteinander für jenen einzigen Zweck zu verschmelzen, dann wähnt man, den Staat groß und stark gemacht zu haben, daß er der ganzen Welt Trotz bieten kann und für die Ewigkeit unerschütterlich in imposanter Machtstellung verharrt. So dachte auch Zidkija, der letzte König des Reiches Kuba, so dachte sein Volk, als der Versuch gemacht wurde, die babylonischen Fesseln zu sprengen. Jegliche Erdengröße kann aber von einer andern Größe üderboten werden. Kein Staat ist so mächtig, daß nicht ein anderer noch übermächtiger sein könnte. Nicht vollste Entfaltung der im Volke vorhandenen irdischen Kraft gewährt dem Staate Schirm und Schutz. Wenn er cö verschmäht, aus Gottes Gebot zu acktcn, wenn er nicht Gott sich untcrorduen und nicht Ihm als dem allerhöchsten Herrn und Gebieter in Wahrheit die Huldigung beut, ״wenn Gott daö Hauö nicht weiter baut", das von Menschenhand errichtet, .,dann haben vergebens die Erbauer sich daran gemüht, wenn Gott die Stadt nicht hüten will, dann hat der Wächter vergebens Wacht gehalten." *) Zidkija und sein Volk hatten nicht nur bei ihrer Erhebung gegen die babylonische Herrschaft Gottes nicht gedacht, sie hatten im vollen Widerspruch gegen Gottes Gebot, in ausdrücklicher Nichtachtung der göttlichcn Warnung, lediglich im Vertrauen aus die eigene Kraft, Ncbukadnczarö Joch von sich abzuschütteln unternommen. Sie vertrauten ausschließlich auf die Patriot!- sche Begeisterung und Tapferkeit und glaubten sich in der Ksnzknirirung der gesammlen nationalen Mittel zur Verthcidkgung der nationalen Güter gegen den fremden Eroberer stark. Darum entzog Gott dem jüdischen Reiche seinen Schutz und Schirm und überließ cS bciu Eroberer, überantwortete Jerusalem und Zion der Vernichtung. DaS von Babel zertrümmerte jüdische Reich ist nicht wieder aufgcrichtct worden. Inda blieb auch später nur Vasall Persiens, Syriens und NoinS bis auch der letzte Schein eines eigenen StaatöwesenS schwand und die Juden über den ganzen Erdball versprengt wurden. Jeder zehnte Tebeth findet un§ aber in ernster Erinnerung an die Mahnung jenes zehnten Tebeth vor dreiundzwanzig Jahrhunderten. Haben wir sie begriffen, haben wir endlich gelernt, unsere ganze Zuverficht ausschließlich auf Gott zu setzen und in dem unverbrüchlichen Gehorsam gegen Gottes Gesetz die einzige Bürgschaft unseres Heils zu erkennen? — Ist in den Kreis der Völker die Lehre gedrungen, welche die Schutthaufen Jerusalems und die Trümmer Zions eindringlich predigen? — Nebersetzt und erläutert von Samson Raphael Hirsch. (Fortsetzung.) ■ - ד *)1. Ben Soma sagt: Wer ist weise? Der von jedem Menschen lernt, denn eS ist gesagt: Von Allen, die mich belehrten, habe ich Verständniß gelernt, denn dein Leben zierende Zeugnisse sind meine Unterhaltung. Wer ist stark? Der seine Leidenschaft bezwingt, denn es ist gesagt, besser ein Langmüthiger als ein Held, und der seinen Willen beherrscht als ein Städte- Bezwinger. Wer ist reich? Der mit seinem Thcil vergnügt ist, denn eS ist gesagt: - deiner Hände Mühen, wenn du das genießest, dein ist dann aller HeileSsortschritt und Gutes ist dein, HeilcöfortschriLt in dieser Welt und Gutes in -der künftigen. Wer wird geehrt? Der die Menschen ehrt, denn es ist gesagt: denn die mich ehren, bringe ich zu Ehren, und meine Verächter werden entwürdtgt. Die jüdische GotteSlchre — und diese ist es vorzugsweise, deren Kenntniß nach diesen ״Abschnitten der Väter" den Charakter חכם erwirbt— die jüdische GotteSlchre hat nichts Ueberirdischcs und Jenseitiges zum Inhalt, vielmehr ist es daö ganze diesseitige irdische Leben in seiner reichen Mannigfaltigkeit und der Vielseitigkcit seiner Beziehungen, welches durch die Gottes-!ehre gestaltet und geregelt werde» soll und daher eine eingehendste Besprechung findet. Eine möglichst vollständige Kenntniß dcS Thatsächlichen aller menschlich irdischen Beziehungen bildet die Voraussetzung einer richtigen Verwirklichung der göttlichen Gesetze, wie uns beispielsweise ein solcher vielseitiger, ja allseitiger Schatz an Kenntnissen deSLandbaueS, der Viehzucht, der Industrie, •) כן זומא אזמר איזהו חכם ה iS מד סמי אדם שנאמר Vp מ^מרי השבעתי• איזהו גמר הכובש את 'ציו• שנאמד סוב ארך אשים מגמר ומושר כרוחו מ^וכר עיר• איוהו עשיר השמח כחלקי שנא׳ יגיע כשיך כי S2.sn אשריך וטיב 7*ך- אשריך כעוה״ו וטיב?1ך?*עוה״ב• אי והו מכובד המכבד את הכריות• שנאמד כי מככדי אככר זבחי יקדו¬ ף־ Psalm 127,!.