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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1847-01-01 · Heft 2 · p. Seite 79

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1847
Issue
Heft 2
Article
Rundschau
Date
1847-01-01
Page
Seite 79 (sequence 2)
Language
German
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76 Rundschau. begegnen wir zu unsernr Bedauern auch bei Betrachtung der jüdischen Zustande nach deren verschiedenen Richtungen. Der Zeitpunkt, in welchem die Juden, freilich nur zum geringsten Theile mit durch ihre Schuld, so fern von dein ganzen bürgerlichen und staatlichen Leben standen, das; ein Bedenken gegen die plötzliche Aufnahme derselben in dieses Leben gerechtfertigt und selbst von wohlwollender Seite eine allmalige Anbahnung ihrer Gleichstellung, eine Erziehung derselben zum Vürgerthume als das für beide Theile heilsamste Verfahren betrachtet werden konnte — jener Zeitpunkt ist längst vorüber, und man hat die seitdem verflossenen Jahre verstreichen lassen, ohne den Weg der fonschrcitenden gesetzlichen Reform ernstlich zu betreten, ja zum T heile sogar Rückschritte vollzogen oder doch angestrebt. Die Inden sind nun, ihrer ganzen Anschauungsweise nach, volle Glieder des Staates, fast nirgends aber in Deutschland vollberechtigt; das ist ein Zustand, der nicht bloö Mißstimmung erwecken, sondern die unerquicklichsten Erscheinungen Hervorrufen muß. Run giebt eS, um alle Missgeburten zu beseitigen, keinen andern Weg mehr als die unverzügliche volle Gleichstellung. Selbst die aus Wohlwollen hervorgehcnde allmaligs Ausgleichung würde nun nicht mehr die wohlrhätigen Folgen haben können wie früher, sie beruht jetzt auf einer Verkennung der Verhältnisse, und diese rächt sich immer in traurigen Resultaten; noch nachteiliger aber muß das Markten um Zugeständnisse sein, das nicht einmal die volle Gleichstellung als Ziel anerkennen will und mit solchen gewaltsam abgerungencn Gewährungen sehr viel gelhan zu haben glaubt. Leider ist Dies noch immer die Richtung der Gesetzgebung, und sosehr wir uns freuen, daß der Geist der Zeit so mächtig ist, in allen Regionen doch Etwas zu erkämpfen, und sosohr wir überzeugt sind, daß jene kümmerlichen Zugeständnisse gehörig benützt und segensreich wirken werden, daß -sie immer mehr Zum wahren Ziele hindrängcn: so bleibt jedoch die Verkrüppelung, die aus der Halbheit sich erzeugt. In Hannover, das das constituüonelle Leben nicht bloS unterbindet, sondern es ganz und gar drsavouirt und jene feine, von der neuesten Sophistik wahrlich nicht Zu ihrem Ruhme erfundene Distinction zwischen Landständen und Volksvertretern mit der dort üblichen Derbheit betont, wird um einen Viertel Morgen Landes, den der Jude etwa mehr.erwerben

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