Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 2
- Article
- Nachschrift
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 2)
- Language
- German
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64 I. Die Speisegefttze. Aufsatzes und seiner nächsten praktischen Anforderung, dann vors der in ibnr entwickelten Ansicht sprechen. Die Veranlassung zu diesem Aussatze zeigt sich in dessen Titel und Schluß. Er will Materialien darbieten zu einem Berichte, welchen die in der dritten Versammlung deutscher Rabbiner ernannte Commission zur Revision der Speiscgesetze der vierten abznslatteu hat, und cS wird am Schlüsse diese aufgefordcrt, „die religiöse Verbindlichkeit der Speisegcsctzc alö erloschen zu erklären." Wie ich die Ausgabe und daS daraus resultirende Verfahren der 9t.-V. aussasse — eine Äuffassungswcise, die ich schon mehrfach kund zu geben die Gelegenheit ergriffen habe —, wäre eine solche umfassende Erklärung, wenn auch die entwickelten Ansichten, ans welche dieselbe sich stützen soll, vollkommen zugcstandcn werden müßten, durchaus unangemessen. Die R.-V. soll, soweit ich ihre Ausgabe begreife, dieselbe praktische Wirksamkeit für die (Rsamnnheit der Juden, wenigstens derer in Deutschland, zu ihrem Zielpunkte haben, welche der einzelne Rabbiner in seiner Gemeinde anstrcbt. Wenn sie dadurch .schon v.rtcnsiv, durch die Einwirkung auf eine ungleich größere Anzahl, das Streben des Einzelnen weil überragt, so erhält auch intensiv ihr Ausspruch eine größere Bedeutung durch die voran« gehende vielseitige Beleuchtung und durch die größere Sicherheit, welche die Übereinstimmung einer größcrn Artzahl sachkundiger, in andern Punkten sogar von einander abweichender Männer darbietet. Durch diese tiefergehcnde Wirkung wird cs dann allerdings auch möglich, Verbesserungen, welche dem Einzelnen vielleicht selbst im Kreise seiner Gemeinde durch zusctzen unmöglich wäre, auch für diese zu erzielen. Allein auch diese erhöhte Fähigkeit findet immerhin ihre Glanze an der Empfänglichkeit des Publikums, die wohl gegenüber der Versammlung fruchtbarer ist als gegenüber dem Einzelnen, die aber noch immer nicht zur vollen Unbefangenheit gediehen ist. Die Versammlung muß sich daher bei ihren Aussprüchen neben der Frage: ist derselbe nothwendig zur Läuterung des religiösen SinneS und Lebens? auch noch die andere Frage vorlegen: kann derselbe, nach der gegenwärtigen, erst im Übergange begriffenen jüdischen Anschaltung eine praktische Verwirklichung finden? Kann sie die letztere Frage sich nicht befriedigend beantworten, so wird sie, selbst wenn sie die crstere mit vollster Entschiedenheit bejahen