Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 2
- Article
- Materialien zu einem Commissionsbericht über die Speisegesetze
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 3)
- Language
- German
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I. Die Speisegesehe. 4L gesetzt in Frage stelle. „Wenn nämlich die h. S/ --sagt er — s.Lev. 11. und Deus. 14. den Speiseverbolen fast durchgängig die Worte ansügl, und ferner hinsichtlich einer besondern Klaffe unreiner Thiere auöspricht: „ihr sollt ihr Fleisch nicht essen und ihre Aicr nicht berühren, sie seien euch unrein," was liegt da näher, als die Frage, ob hier wohl das Verbot deS EffeuS als ein selbstständiges austritt, oder nicht vielmehr lediglich auf Verhütung körperlicher Verunreinigung, wie daö Verbot der Aöberübrung, sich gründet? 3st aber letzteres der Fall, dann kann natürlich außerhalb der Tcmpclzeir von den betreffenden Speisegesetzen eben so wenig , wie von den übrigen NeiliigungSgesetzen, mehr die Rede sein, welche seit der Zerstörung deS Tempels rhatsächlich aufgehoben sind." Daö ist der Hauptgedanke EinhornL. Las Speiscverbot ist kein selbstständiges, vielmehr ein um dem NciuigkcirSgesetz innig zusammenhängendes und nur in diesem und durch dasselbe begründetes, und kann daher auf selbstständige Geltung keinen Anspruch machen. Ob dieser Gedanke wirklich so neu ist, wie Eichhorn glaubt, wollen wir vorläufig ununtersucht lassen; so viel ist gewiß, er ist ein richtiger, dem wir vollkommen beistimmen. Hier handelt eö sich aber zunächst um die Anwendbarkeit dieses Gedankens und um den wissenschaftlichen Nachweis, daß die Neinigungögcsctze, in ibrer religiösen Verbindlichkeit für die gegenwärtige 3udenheit nicht mehr er'istirm, wovon die Folge sein sott, daß die in ihnen begründeten Speise« verböte Lev. 11 u. Deut. 14 von selbst Wegfällen müssen. Diesen Nachweis, daß die NeinigunqSqesche seit der Tempelzcrstorung „hatsachlich aufgehoben seien, führt Einhorn folgender Weise. „Sei eö nun, weil, wie R. 3. Hallcvi in Cusari ZU, 46 auSeknand-'rsetzl. der Begriff der Unreinheit durch den der Helligkeit bringt wird und diese hinwiederum von dem Aufenthalte 2naelö in Palästina abhängt, oder weil uns in Folge der nicht;u verhütenden Verunreinigung durch menschliche Leichname, wobei die vorgeschrittene Reinigung mittelst unmöglich geworden, denn doch ein für alle Mal Unreinheit anbafler." ' Die Fehler, die College Einhorn in dieser fllircr Ww ttwh« rung begangen, sind so vielfältig, daß wir bei d-.-? .? r* selben ordentlich Ln Verlegenheit sind, wo zurr^ r.