Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Reform-Zeitung
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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MiSccllen. Sä eigentlich noch im Arbeiten und Ringen begriffen ist, sich den leitenden Gedanken anzueignen. Sie ist weit entfernt davon, anSzn* sprechen: Dieö ist mein Bekenntniß für Glauben und Ihm,, wer ein Gleiches glaubt undwill, der schließe sich mir an; sie sagt vielmehr: ich fühle einen Drang, ein Bedürfnisi, wer eö mit mir suhlt, der suche mit mir, und gemeinschaftlich wollen wir das Gefundene prüfen, gegen einander abwagen, um so zu einem befriedigenden Resultate zu gelangen. Wir erkennen dieses Bestreben als ein verdienstliches an und verargen eS der Genossenschaft durchaus nicht, daß sle nicht in voreiligem Sturmschritte mit dem nackten Stamme von einigen Sätzen anftritt, der keine tiefere Wurzel hat, d. b. keine Überzeugung im Herzen, und keine Blüthen und Früchte her* vor treibt, d. h. keine Thatkraft im Leben, keine aufopfernde Hingebung. Allein wir finden dann dieses Streben deshalb auch nicht neu, es ist nur der bestimmtere, ausgesprochenere Anschluß einer Anzahl von Bekeuncru deö IudcnthunlS zu dem ernsten schon kräftig vorhandenen Streben, dasselbe von Innen heraus neu zu beleben, die Idee desselben so zu kräftigen, daß sie die veralteten und morsch gewordenen Satzungen übstreife, die Äußerlichkeit überwinde, eine lebendige Überzeugung begründe, die auch in allen religiösen Gestaltungen klar und unzweideutig erkannt werde. .Daö Nene an ihr ist bloS, daß sie eine Gemeinde darstellt, welche den Willen und die Thatkraft hat, den bereits durchdrungenen und sich ferner durchringcndcn Ansichten Anerkennung und praktische Geltung in ihrer Mitte zu gewähren, während in anderen Gemeinden theilweise noch der Wille angeregt und die Thatkraft augefacht werden muß. Also ein neuer, um Anerkennung ringender Gedanke ist nicht vorhanden, sondern eine neue Thal tritt vor unS. Aber ist die That nicht viel werrh, und muß denn Alleö funkelnagelneu sein, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen? Sicher nicht! Wir werden der Genossenschaft Theilnahme und Anerkennung nicht versagen, solange sie nicht mehr sein will als sie ist, solange sie in dem ganzen Zusammenhänge der Reform-Bestrebungen ein Glied sein will, solange sie anS gleichem Drange hervorgehenden Bewegungen Anerkennung gewährt, wenn sie auch nicht ans ganz gleichem Gebiete, daher vielleicht nicht ganz mit denselben Erfolgen hervortteten. Glaubt sie sich aber über alles Geleistete, über gleich-