Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1847
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die religiösen Thaten der Gegenwart im Judenthume
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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2 l. Die religiösen Lhaten der Gegenwart. telstufeki sind nicht genügend. Aber wenn die Thal hervorrrcten soll, da zeigt eS sich auch erst, dag die Theorie doch noch nicht lebenskräftig genug, noch nicht volle durchströmende Überzeugung war, daß sie noch den Prozeß der Entpuppung dnrchzur.iachcn har, um die Flügel frei entfalten zu können, cs hängen sich die mit der alten Weise engverwebten Verhältnisse wie Bleigewichte an die Ferse loer gerne rasch dahiueilenden Reform; sie kann nicht anders als, nach allen Seiten nochmals kämpfend, mit gemessenem Lchrilte die Bahn durchwandern. Nun treten auch die Freunde der Reform, welche früher, so lange eZ bloö die Theorie, den Wunsch galt, entweder in wirklicher Übereinstimmung lebten oder ihre untergeordneten Abweichungen noch in den Hintergrund treten ließen, als verschiedenen Richtungen folgend auf; der Kampf wird in daü Lager der Reform selbst verlegt. Die Stabilen aber, während sie die unschuldige Theorie mitleidig und mit stolzer Verachtung belächelten und Zaum einer Bekämpfung werth l ie!lcn, sammeln nun, da sle zur Prariü sich gestalten will, eifrig ihre Kräfte, wollen selbst daS in der unaufhaltsamen Entwickelung geräuschlos verlorene Terrain wieder erobern. Die Flamme lodert an allen Seiten auf. Möge sie nicht ein Feuer der Leidenschaft sein, sondern die Gluth edler Vegeistl.rnng!!. Der Gottesdienst. Die wichtigste Gesammtthat der religiösen Gemeinde ist ihre gemeinschaftliche Gottesverehrung. Der Einzelne concmtrirt sich beim Gottesdienste, er verknüpft seine durch die Anwendung ans das Leben getrennten religiösen Grundsätze und Empsirrdungen im Gebrle zu einer Einheit, wird sich ihrer als eines Ganzen bewußt, die Gesammrheit fühlt in ihm noch zugleich das Band ihrer Einigung, ihrer Erbauung auf gleicher Grundlage. Darum drängt die angernesfcrw Gestaltung deö Gottesdienstes sich immer wieder in den Vordergrund; aber immer wieder zeigt es sich auch, daß er daö Resultat einer vollen, harmonischen, religiösen Überzeugung, dev Schlußstein zu dem neu eingerichteten Gebäude ist. In dem Gottesdienste muß Alles auögedrückt sein, waö das Gcmüth als heiligende Wahrheit und beseligende Hoffnung in sich schließt, er darf Nichts enthalten, waö, ich will nicht sagen der religiösen Üb-rzeu-