Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 3
- Article
- Jüdische Zeitschriften
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 449 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2929020-2929041-2929045-2932499--3122-2932567- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nachrichten: 4M Zustände und Regungen darbietet und daher dankbar anzunehmrn ist, so merkt man jedoch, bald, daß sich hier Alles ziemlich auf der Oberfläche hält, daß der Geist nicht gewaltig an allen jüdischen Fragen mitarbeitet, daS Herz dort nicht glühend davon bewegt wird; das Leben und die deutschen Kämpfe und Resultate reißen zwar mit fort und erringen dort auch hie und da etwas, regen auch zur Nacheiferung an, aber es gebricht an der selbstständigen Vertiefung, an der hingebenden Weihe. Und daran ist ebensowohl der französische Geist im Allgemeinen wie die jüdischen Elemente' in jenem Lande Schuld. Frankreich hat die religiöse Fortentwickelung-und Reform in der Reformationszeit abgewiesen, das Uriheil der Positiven Religion war damit gesprochen, entweder Annahme derselben in der verhärtetsten geschichtlichen Form oder gänzliche Lossagung von derselben, die positive Religion selbst aber war wiederum zum Kampfe gegen allen Fortschritt, gegen alle Innerlichkeit, alle zeitgemäße Bildung und gegen die Freiheit herausgefordert. So mußte der Jansenismus unterliegen, hingegen die Revolution blutig die Religion höhnen, deren Herstellung aber alsbald wieder mit den unterdes; errungenen freien Institutionen in immer erbitterter werdenden Kampf treten, bis sie jetzt in schneidenden Gegensatz gerathm sind. Der Protestantismus in seinem geringen Bedeutung daselbst, ohne wissenschaftlich-historische Grundlage und ohne inncrn Zusammenhang, kann blos kümmerlich'sich entwickeln, und die Kritik, jene ächte Waffe der Wisseiuschast) die Pflugschaar, welche den Boden der Geschichte aufwühlt, um ihn in frischerer Fruchtbarkeit zu erhalten, die wahre Lebens« esseriz der historischen Religionen, ist dort so gut wie unbekannt. Daher kann es uns auch nicht befremden, daß neben den gründlichen, den deutschen Ursprung der Verfasser nicht verleugnenden Arbeiten eines Munk, Derenburg u. A. doch auch z. B. daS Werk des Hrn. Franck über die Kabbalah, trotz dem fleißigen Studium des Verfassers, ganz der dortigen Kritiklosigkeit huldigt, das Jezirah und den Sohar als alt betrachtet, in diesem gar nicht dir mabisch-aristotelischen Vestandtheile in symbolifirender Gestalt wiedererkennt, von dem kabbalistischen Buche des Saadias Gaon: „Stein der Weisen" spricht und Auszüge daraus macht in treuem Glauben an den Lügengeist des Möses Botril und vergl. mehr, ebenso-