Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 3
- Article
- Schimschon. ein Lexikograph in Deutschland
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 413 (sequence 1)
- Language
- German
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413 II. Schirnschon, ein Lexikograph in Deutschland. 'Von G, Bevor David b. Josef Kimchi durch seine umfassenden und alle früheren Schriften benützenden grammatischen, 'lerikographischen und eregetischen Arbeiten durch eine lange Reihe von Jahrhunderten fast die Alleinherrschaft errungen hatte, gab es eingroße Anzahl .von Männern, welche dem Studium der hebräischen Sprache und der darauf gegründeten nüchternen Bibelerklärung ihre Kräfte widmeten. Diese frühere Periode ^theilte sich vornehmlich in zwei ganz selbstständige Schulen: die arabische und die christliche, d. h. in Arbeiten, welche zuerst in Persien, dann in Nordafrika und endlich in Spanien unter dem Einflüsse der arabischen Wissenschaft in immer fortsteigender Vollendung erschienen, und in die andern, welche, von einer allgemeinen höhern Auffassungsweise Nichts ahnend, von andern Sprachstudien, die in ihrer Gegend nicht blühten, nicht unterstützt, blos dem eigenen geftinden Sinne folgend, daher aber auch auf ein und derselben Stufe verbleibend, Ln Frankreich und Deutschland, zum Theile auch in England bei einigen besonders begabten Männern zum Vorscheine kamen. Hätten diese Männer die Arbeiten ihrer unter arabischem Einflüsse kühner vorwärts strebenden Brüder benützen können, so hätten sie gewiß ihre Meinungen berichtigt; allein nur die ältesten Grammatiker unter den Arabern, Mrnachem b. Tarnt und Du.nasch b. Librat, auch genannt Adomim Ha-Levi schrieben hebräisch, alle Spätern bis auf Abraham b. Meir ebn Esra und Salomo b. Jehudah Parchon schrieben arabisch, und die wenigen Männer, welche zwischen dm letztgenannten und Kimchi lebten, waren nicht vorbereitet genug, um die Werke derselben umfassend benützen zu können, wenn sie sie auch bei Einzelheiten um Nath fragten. Beide Schulen haben das Ungemach erfahren, daß ihre Arbeiten mit wenigen Ausnahmen durch Kimchi verdrängt wurden, und wenn man die Namen der großen jüdischen Gelehrten unter den Arabern doch aus E. E.'s und Kimchi's-Schriften kennen und achten lernt, und besonders in neuerer Zeit mit Aufsuchung ihrer Werke sich vielfach beschäftigt, so ist die andere Schule zum großen Theile fast bis auf die Namen ihrer Anhänger