Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Zeitschriften
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 374 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachrichten» 374 demselben eigen ist, zur Erhöhung dieses Übelstandes das Ihrige beitragen. Die überwiegend kritisch-geschichtliche Anffassungsweise, die bereits beim Beginne dieser Zeitschrift als diejenige bezeichnet wurde, welcher sie dienen sollte, mußte drei Punkte immer entschieden heworheben: die Kritik der bestehenden Grundsätze nach ihrer allmäligen Ausbildung, der nur als Ergänzung und Beispiel die Kritik einzelner Satzungen dienen konnte, zweitens die Geschichte der geistigen Bewegung im Judenthume, angeschaut in Überblicken von literarischen Leistungen in größern Zeiträumen, und ihr konnte die Besprechung einzelner Geisteserzeugniffe nur als die Erweiterung eines, besonders interessanten Punktes in der allgenicinen Entwickelung oder auch als^ bibliographische Unterlage sich anschließen, und endlich kehrte drittens die Kritik des Lebens nach der gegenwärtig gewonnenen geistigen Höhe, die Anforderung, dasselbe ihr gemäß zu gestalten, nicht aber sich mit einzelnen abgerungenen kleinen Cdttcessionen absurden zu lassen, oft wieder, und die Nachrichten über die wirkliche, wenn auch vielfach abgeschwächte Ausprägung der treibenden Ideen im Leben fügten sich nur insofern an, als dadurch doch jedenfalls das Vorhandensein-dieser Ideen sich bezeugte, aber auch, die Nothwendigkeit eines weiteren, kräftigen Fortschrittes umsomehr sich herausflellte. Ich bekenne es offen, daß für meine Richtung hiermit die Wissenschaft der jüdischen Theologie ziemlich abgeschlossen ist, ohne daß ich damit andern gelehrten Untersuchungen ihren wissenschaftlichen Werth und ihre Wirkung absprechen möchte. Die Eregese, insofern sie nicht zur klareren Enthüllung der allgemeinen religiösen Ideen dient, bleibt gewiß eine nothwendige, aber doch eigentlich von der Philologie entlehnte HülfSwissenschast^ die Neligwns-Philosophie als allgemeine ist mehr eine Voraussetzung zur Beurtheilung der historisch sich entwickelnden Religion, als Ausbildung zur jüdischen Dogmatik ist sie nur insofern sie geschichtlich die Dogmenentwickelung beleuchtet und auf diesem Wege in kritischem Verfahren zu einem Resultate für die 'Gegenwart gelangen will, ein Glied, und zwar das wichtigste Glied einer wissenschaftlichen jüdischen Theologie und als solche gerne vertreten in dieser Zeitschrift, erscheint mir aber, sobald sie die Anschauungsweise irgend eines Zeitpunktes für-normirend hinstellt und demnach abgeschlofftn hat, mit dem ewig fortschreitenden geisti-