Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Zeitschriften
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 373 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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373 Nachrichten. Men Staaten gjebt es Thatsachen, die berichtet zu werden verdienen, giebt es Meinungen, die eine ununterbrochene Vertretung verlangen, giebt es neue Tendenzen, die sich neue Organe schaffen, um zur Verwirklichung zu gelangen. Selbst die Vertretung des Stillstandes durch ein besonderes periodisches Organ ist theils erst da notwendig, theils auch mit in die Zeitbewegung eingegangen, da der Kampf gegen andere Tendenzen, und mag er auch für stricte Erhaltung alles Bestehenden geführt werden, sowie er durch die Macht der fortschreitenden Bestrebungen hervorgerufen ist, auch seinen Zweck zur Besiegung derselben als einen innen: Fortschritt, jene aber als unvollendete, zurückgebliebene Tendenzen darstellm muß. Es sind gerade fünf Jahre, daß wir die damals erscheinenden jüdischen Zeitungen und Zeitschriften überschaut und bei diesem Überblicke mit Freude wahrgeuommen haben, welch rasche Tätigkeit sich auf dem Gebiete deö Judenthums namentlich in Deutschland entfalte. Diese Thätigkeit hat in dem verflossenen Lustrum, welches wir jetzt in dieser Beziehung durchwandeln wollen, bedeutend zugenommen. Von den damals genannten periodischen Erscheinungen in Deutschland bestehen zwei noch fort. Die „wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie" war zwar einige Jahre unterbrochen worden und ist auch seit ihren: neuen Erscheinen (1842) etwas langsam vorgerückt; jedoch lag Dies mehr in den äußern Verhältnissen des Herausgebers und dann in dessen vielfachen Amtöbeschäftignngen. Tiefer erfaßt liegt freilich theilweise, aber auch nur-theilweise, die Schuld auch in dem Mangel eines bis jetzt noch nicht hinlänglich vorgerückten wissenschaftlichen Bewußtseins im Judenthume. Denn die Richtung, welche diese Zeitschrift mit entschiedenem Freimuthe auszusprechen als ihre Aufgabe bekannte, war eine Zeit laug als eine im Judenthume berechtigte, noch nicht genug anerkannt, als daß ohne persönliche Gefährdung eine fortgesetzte Aussprache und Anwendung derselben auf Beurtheilung der Lebensverhältnisse und der litterarischen Erscheinungen möglich gewesen wäre; dann aber fehlte es auch an einer hinlänglich zahlreichen Anzahl von Vertretern dieser Richtung, die ohne Scheu dieses Organ unterstützen mochten oder konnten. Es mag^ zugleich die etwas stark ausgeprägte wissenschaftliche Individualität, welche Jüd. Zeitschr. V. Bd. 26