Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 3
- Article
- Priphot Duran's Schreiben an einen Abtrünnigen
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 457 (sequence 7)
- Language
- German
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2. Prkphot Duran'S Drlef an einen Abtrünnigen. 4S7 deinen neuen Lehrer bitten, mir diese und noch andere Zweifel, die ich hege, aufznlösen, weiß ich ja, daß der heilige Geist auch aus euch spricht und Nichts euch verborgen bleibt. Dankt dem Messias, der euch erwählt. — Sei nicht wie deine Väter, die selbst die Gebeine ekneS Hohenpriesters für unrein halten, gehe vielmehr und hole die Gebeine, sie werden dir Wunder und Zeichen thun, Ldvvv du hast viele bei dir, alle Heiligen, auch Propheten, forsche bei dt' Lobten; ihr Ueberrest, ein Dein von der Größe eines Gerstenkornes (Reliquien), wiege auf mit Gold, huldige ihm und bücke dich vor ihm. „Darauf wollte ich dich aufmerksam machen, da ich weiß, daß du die Wahrheit liebst und nicht von den Lüsten der Welt dich verführen lässcst, vielmehr ganz hingegeben bist deinem Glauben, dem Glauben an den Messias, in seinem Lichte schaust du Licht, achtest nicht auf die Zerknirschung, welche der Seele auftrlegt wird, nicht auf die Schmach, mit der Feinde dich verfolgen, indem die Einen dich einen getauften Abtrünnigen, die Andern einen Beschnittenen nennen; dir genügt, daß deine Seele der unbeschreiblichen Wonne theilhaft wird, daß du das Antlitz des Königs (Gottes) sehen wirst k'QV'p — Was die Vortrefflichkeit und Größe deines Lehrers anbelangt, die du zu erzählen nicht müde wirst, so daß du ihn wirklich im Ebenbilde Gottes geschaffen hältst, (du sprichst dich zweifelhaft aus, ob er nach Rom gehen oder in Avignon verbleiben wird): o, ich kenne wohl die großen Leistungen in.der Astronomie und Philosophie, deren er sich rühmen kann; danke dem Messias, daß er einen solchen Mann in seiner Welt hat. Nicht umsonst hat ihm unser Herr, der König, Geschenke gegeben, da er in ihm einen Frommen erkannt; nicht umsonst hat der Ausgezeichnete in Israel, R. ChiSdai Kreölatz, sich mit ihm in Disputationen eingelassen, ihm die Ehre erzeigt, ihn in seiner Wohnung zu besuchen und immer bei ihm zu sein aus Liebe zu ihm. Du zeigst mir auch, daß er eö durch seinen Einfluß und die Gunst des Königs dahingeöracht habe, daß daselbst verkündet wurde, Frauen und Kinder unter lL Jahren dürften nicht umhergehen: gewiß, da hat er ein Großes durchgeführt und hat verdienstlich für die Menge gewirkt; nun geh, zeige cS den Eltern und den wollüstigen Frauen an. Nach dem Gerüchte hat er in Avignon übel von den Juden sprechen wollen; aber insgeheim wurde ihm vom Cardinal de Pamfcluna und andern Fürsten gerathen, gegen die Juden nichts Schlimmes zu ersinnen, und die Gemeinde hat ihm dann mehre FlorenS