Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 404 (sequence 4)
- Language
- German
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-104 Recenssonen. bei Girondi und Abraham Zebi Hallevi entnommen sind. Aus dieser nnpartheiischen Darstellung geht klar hervor, daß M. CH. Luzzatto nicht blvs Kabbalist war, sondern aller» dingü auch den Glauben hatte, mit höherer Erleuchtung begabt, des Umganges mit höheren Geistern gewürdigt und gewissermaßen ein Vorläufer des Messias zu sein; eö ist schade, daß unö nicht eine etwas eindringendere Kenntniß seines kabbalistischen Systems eröffnet wird. L. war von wohlhabenden Eltern im I. 1707 in Padua geboren, genoß «ine sorgfältige Erziehung, so daß er auch bewandert in fremden Sprachen wurde und frühzeitig der Sinn für Poesie bei ihm sich entwickelte; nach der Gewohnheit der damaligen Zeit wurde er der Theologie gewidmet, welches er unter dem Rabbiner seiner Vaterstadt, JesaiaS Basa», der ihm immer gewogen blieb, vornahm. Bei ihm fand L. Schriften neuerer Kabbalisten, und alsbald ward Kabbalah neben hebräischer Poesie seine fast ausschließlichd Beschäftigung. Während er mit seinen Production«» in dieser sehr früh und bei vielen Gelegenheiten öffentlich auftrat, trieb er sein Kabbalahstudium sehr geheim mit einige» wenigen näher Befreundeten und verbarg sorgfältig sowohl seine in dieses Gebiet einschlagenden Schriften als auch die Mittheilungen, welche er aus dem Umfange mit Engeln erhalten zu haben glaubte. Im I. 1729 kam ein Reisender aus Jerusalem durch Padua, der Einiges ariü L's. Schriften zu sehen bekam und davon mit begeistertem Lobe in Venedig sprach. Dies erhöhte den Ruhm L'S. und vermehrte seine Anhänger, die nun nach fernen Gegenden hin Kunde von ihm brachten; bei einem Aufenthalt« irt 'Venedig fand L. eine Schrift gegen die Kabbalah von den gelehrten Leo de Modena, welche er in einem heftigen Dialoge bestritt. Dieser Dialog wurde Veranlassung, daß die Nabbinen Venedigs gegen ihn Partei ergriffen, an die bedeutendsten Nabbinen über ihn schrieben und besonders an den zum Empfange der Almosen in Deutschland für Palästina