Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die zwei verschiedenen Betrachtungsweisen
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 333 (sequence 13)
- Language
- German
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S32 Der Schriftsteller und der Rabbiner. auch meint, sie durften in unserer Zeit nicht so ganz getrennt werden. Ich habe sie bi» jetzt zusammenzuhalten gesucht, ohne sie zu vermischen, aber gerade die gegenseitige Einwirkung um so sicherer gehofft; ich glaube noch bis zur Stunde, daß ich keine widernatürliche Vereinigung unternommen habe, und harre getrost des einzig gültigen Richterspruches, welchen der Herr der Wahrheit über »üich auosprechen wird. Ihm bleibt mein Leben und mein Streben geweiht! Wiesbaden, iS. Juni L8Z8. Abraham Geiger. ZI. Noch ein Wort über das Haartragen der Frauen. Das rabbinische Judenthum umfaßt so sehr das ganze Leben, giebt für jedes Verhältnis; so specielle Vorschriften und Bestimmungen» daß man, so bald dessen Herrschaft im Volke einmal feststand, in jedem Brauche, in jeder aus einer früheren Zeit herrührenden Uebung die Beobachtung eines heiligen Gesetzes sehen zu dürfen glaubte. Das Gesetz, welches man als die alleinige Richtschnur des Lebens anerkannte, wurde nun aus dem Leben bereichert und erweitert, indem man dieses für den Spiegel hielt, der jenes am treuesten reflectiren müsse, und die Regel 8'n nun dinv-' dn:v „der israelitische Brauch gründet sich gewiß auf das Gesetz« übte viel früher ihren Einfluß, als sie ausgesprochen wurde. Da sich niemand gegen die Richtigkeit dieses Schlusses einen Zweifel erlaubte, so kam es auf einen Grund gar nicht an, von dem die Sache nie abhängig gemacht und der nur gesucht wurde, um den forschenden Verstand, so gut es gehen wollte, zu befriedigen und allfällige Einwendungen niederzuschlagen. Fand man keinen oder nur einen sehr