Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Fortsetzung eines Schreibens des Herrn Joseph Schwarz aus Jerusalem an seinen Bruder, Hrn. H. Schwarz, Rabbiner in Hürben
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 304 (sequence 2)
- Language
- German
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Nachrichten. 304 Nach uralt-r Sitte darf hier kn Jerus. durchaus ketne Trauung statt findeu, tyenri die Braut nicht das 12te Jahr bereits erreicht Hatz ist diese jünger, so muß die Copulation außerhalb der Stadt, etwa Ln einem nahegelegenen Dorfe vollzogen werden.—Die dahier wohnenden vollziehen die Leviratsehe, entledigen sich aber niemals dieser Verpflichtung durch die Zeremonie des SchuhauSziehenS L-bl — Bei einem Beschneidungöftste nimmt der Vater sein zu beschneidendes Kind in Arm und spricht folgende Verse (Ps. 137, 5) *M2V8 (Deut. 6, 5) — (Erod. L5, 16) (Ps. 118, 25) 'NÄ^- Nun übergrebt er das Kind dem Gevatter wobei er laut den Segen spricht: 1N^22 (vgl. ThoSph. in Trakt. Sabb. 137 d). Hat der Beschneider die gewöhnliche Scgensformel n^)2N beendigt, so sagt der Vater N2^2 (welches Gebet nicht etwa nur bei der Beschncidung des erstgebornen, sondern auch bei der der übrigen Söhne verrichtet wird). Bevor ich Dir, m. gl. Bruder, über die ehrwürdige Stadt Jerus., deren Umgebung, die heiligen Gräber, und über die uralten vielen Denkmäler dieser Gegend eine genaue Beschreibung mittherle, folgt zuerst eine kurze Schilderung der klimatischen und ökonomischen Verhältnisse des heil. Landes. In Palästina sind Tag und Nacht zu jeder Jahreszeit von gleicher Länge. Gegen halb sieben Uhr Morgens ist Tageshelle, zur selbigen Stunde sind Abends die Sterne sichtbar. Wir kennen hier bloß zwei Jahreszeiten, Sommer und Winter, oder vielmehr eine Dürre und Nässe. NVNN 3"i Sommer, d. i. von Mitte April bis Mitte Okt. (mvO bis / füllt im eigentlichen Sinne des Wortes -- auch nicht ein Tropfen Regen. Daß cS am Sukothseste schon regnet, gehört zur größten Seltenheit. (Jenes Gleichniß der Mischna Succah fol. 28 d, dürfte daher lediglich vom Orient, keineswegs aber vom Occident, woselbst Negenwcttcr um diese Zeit etwas Gewöhnliches ist, gültig sein). Erst mit dem Ende des Monats Tischri oder Anfangs Marchesch. fällt der erste Negcn. Am siebenten des LetzLgcdachLen Monats wird in den täglichen Gebeten eingeschaltet. Hat es bis zum 7ten d. M. nicht geregnet, so wird Fasttag gehalten und die vorgeschriebenen Gebete verrichtet. (Vgl. Thalm. ThaaniL. fol. 10 b). Das Ausbleiben dcö NegenS ist hierorts um so drückender und empfindlicher, als, abgesehen von dessen Einfluß auf die Fruchtbarkeit des Bodens, bei gänzlichem Mangel an frischen Quellen wir lediglich mit Negenwasser — von Bier weiß man nichts — unfern Durst stillen müssen. Außer einem einzigen, neben der Stelle des ehemaligen Tempelthors angebrachten kleinen Nöhrkasten (in welchem das Wasser durch einen unterirdischen Kanal aus einer 2*/, Stunden von hier entfernten Quelle — welche an der Straße nach unweit des heiligen Grabes unserer Stammmutter neben der Festung