Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Emancipation [Nachricht]
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 303 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachrichten. 303 ein Mann, mit welchem sich auch nicht wider seinen Willen — wie dies etwa bei großen NeligionSverbesserern der Fall ist — der Gedanke an neue Geistesciiizwangurrg verbindet. Ist nun schon die Idee, welche ihn in seiner ganzen Tätigkeit belebte, dieselbe, welche in unsern Tagen eine so vielseitige Anwendung auf die Stellung der Juden verlangt, und müßte er schon deßwegen diesen ganz besonders glorwürdig sein: so hat er auch selbst in Litteratur und Leben diese Anwendung in vollstem Maße gemacht, und darf er umsomehr die Dankbarkeit der Juden ansprechcn. Den Tribut dieser Dankbarkeit nun zu fordern, da ein Verein ehrenwerther Männer in LessingS letztem Vaterlande, Braunschweig, zur Errichtung eines Denkmals zusammengetreten, war niemand mehr berufen als Gabriel Nicsser, und er hat sich dieses ehrenvollen Geschäftes in einem Aufrufe an die Israeliten Deutschlands (Einige Worte über LessingS Denkmal, an die Israeliten Deutschlands gerichtet, von G. Nicsser, v. Frankfurt cu M. 32 S. Preis 36 kr.) auf eine seiner würdige Weise entledigt. Diese Bezeichnung genügt zur Empfehlung dieses geistvollen SchriftchenS, das in dem Namen seines VfS. die beste Bürgschaft für ferne Gediegenheit tragt. Nur auf die Pflicht wollen wir noch aufmerksam machen, welche den Israeliten obliegt, dasselbe, dessen Ertrag selbst als Beitrag für das Denkmal bestimmt ist, nicht bloß zu lesen, sondern auch zu kaufen, und durch die Beiträge, welche sie einem Lcssingbenkmale spenden, zugleich dem unter uns lebenden Kämpfer, der keinen andern Dank anspricht, sich dankbar zu erweisen. Fortsetzung eines Schreiben des Herrn Joseph Schwarz aus Jerusalem an seinen Bruder, Hrn. H. Schwarz, Rabbiner in Hürben. Bei dem Leichenbegängnisse eines Gelehrten findet unter den Frauen die ehemalige Klageweise, (der Klageweiber N1ND2V1 riVN Thalm.^ Moed Katon 28 k) statt. Während der Leichenzug durch die Straße sich bewegt, begeben sich dm Frauen auf die bekanntlich im Orient ganz eben liegenden Dächer, und stimmen einen herzzerreißenden WcchscllLag-. gesang an, welche Lrauermclodie durch das Aneinanderschlagen der Hände verstärkt wirb. — Die ersten sieben Tage nach einer Trauung NNVVN N221V werden im Cirkel der fröhlichen Familie auf besonders belustigende Weise gefeiert. Während dieser Tage befindet sich Ln der Wohnung des Brautpaars ein geschmackvoll gezierter Trauhimmel — NOIN aufgestellt, unter welchem sitzend, das junge Ehepaar die zur Beglückwünschung hcrbeieilenden Freunde und Teilnehmer, feierlich empfängt. In der Negel heirathen Ln Palästina die Jünglinge nach zurückgelegtem vierzehnten, Mädchen aber nach dem zwölften Jahre.