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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 2 · p. Seite 302

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 2
Article
Emancipation [Nachricht]
Date
1839-01-01
Page
Seite 302 (sequence 6)
Language
German
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3Ü2 Nachrichten. Stellung des Hrn. VfrS. auszeichnend einen Aufsatz de- FrekprcdkgerS Friedrich Ritsert tu Darmstadt in einem von ihm herauögegebenen periodischen gemeinnützigen Blatte, welcher auf eine sehr ansprechende Weise das Factum von dem Brande zu Aunaberg (dessen Gewcrbsblatt mit so empörender Heftigkeit sich gegen die Juden ausgesprochen), wobei die iüdische Gemeinde zu Leipzig in edlem Sinne mit ansehnlichen Gaben Unterstützung leistete, unter der Aufschrift „feurige Kohlen" behandelt. Unterdessen sind natürlich auch die Gegner nicht still, und vielfach werden alte Phrasen von Neuem anfgctischt. Ich dächte, man könne nachgerade diesen Zweig der Litteratur satt haben. Im Zusammenhänge mit diesem Gegenstände steht ein Schriftchen, das wir hier noch nennen, und für welches wir die Aufmerksamleit unserer Leser noch in Anspruch nehmen. Deutschland will in der neuesten' Zeit seine großen Hingeschiedenen durch die Errichtung von dauerhaften Denkmälern ehren, welche zugleich den denkenden Beobachter veranlassen, die großartige Wirksamkeit dieser Männer sich wieder in ihrer Ganzheit und Abgeschlossenheit zu denken, während sie sonst in dem großen Gange der Geschichte zwar gewiß nicht spurlos ist, aber in ununterscheidbarer Vermischung mit andern Elementen und in Zersplitterung nicht so hervortritt. -Der Erfinder der Presse, des mächtigen Werkzeuges unserer Tage, hat sein Denkmal erhalten, obgleich er -selbst nicht ein Heros im Reiche der Gedanken und, wie seine Erfindung, bloß ein Werkzeug war; die Lieblinge des Volks, welche Ln seliger Verklärung auf die Menschenkinder herabschauten und sie durch die magischen Bande des Schönen zu sich hinaufriehen, Schiller und Goethe, werden auch die ihrigen erhalten/ Männer aber, denen ihre Werke das ewige Andenken sichert, und welche dadurch über der Geschichte stehen, bedürfen der auffordcrnden ErinnevungSzeichcji weniger, als andere, die zwar mit gewaltiger Kraft in die Geschichte des Geistes eingrtffen, um deren Mund aber minder das ewige Lächeln der Musen spielt, das auch die Nachwelt an sie kettet, die mehr staubbedeckt Ln dem Plane der Wirklichkeit gegen Geiftesverknechtnng und Zrrwahn kämpften. Solche Männer schwinden leicht aus dem allgemeinen Volksgedächtnisse, wie sic überhaupt für das Volk, aber oft gegen seine Lhorhcit wirkend, seine Sympathie nicht leicht erregen konnten; die Früchte ihres Strebens geniesten wir, aber wir theilen ihr unmittelbares Streben nicht mehr, sie waren zunächst ihrer Zeit hingegeben, sie sind daher für die Nachwelt keine unter ihr lebenden, sondern bloß geschichtliche Gestalten, und das Klopstock'sche Wort gilt ganz besonders von ihnen: „Was ihr Geist grübelnd entdeckt, nützen wir, aber belohnt Ehre sie auch?" Dennoch sollte gerade auf sie der Blick von Zeit zu Zeit gerichtet werden; denn der Grundgedanke, der sie belebte, thut jeder Zeit noth, wenn auch oft Ln anderer Anwendung. Als der reinste Repräsentant solchen unbefangenen, geistesfreien, humanen, ällseitigen und lebendig-ernsten Wirkens tritt uns Lessing entgegen,

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