Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Zeitschriften [Nachricht]
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 292 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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292 , Nachrichten. lebendige- Judentum soll erstehen für Alle, es soll nicht bloß die Gelehrsamkeit angebaut werden, sondern der Geist in das Leben erbringen. So wirkte auch das Streben nach bürgerlicher Gleichstellung wieder für das Streben nach der Reform im Iudenthume z neu ist dieses nicht, ebensowenig wie jenes z aber als. ein Allgemeines, als eine sich der Gemüther bemächtigende Idee, als Anforderung des geistigen Fortschrittes für den Einzelnen wie für die Gesammtheit, da mag es in gewissem Sinne neu sein. Freilich auch so allgemein ist es nicht wie jenes, da cs nicht mit materiellen Vortheilen zusammenhängt und Kampf wie Gegenkampfinden Juden findet, und sein verschiedenartiger Ausdruck, der zersplittert die Gemeinschaft noch mehr. Aber doch Interesse ist da, wohl möglich für ein Dunkeles, das man noch Acht recht kennt. Es mußten Zeitschriften entstehen und — verschwinden. * Daß sie oder auch nur eine von ihnen dem Ideale nahe gekommen wären oder kämen, ich glaube eS kaum; vielleicht daß die Zeit noch nicht ganz dafür da ist, vielleicht daß der Mann fehlt. Wollen wir gerecht sein, so müssen wir auch zugcstehen, daß der Gegenstand verwickelter, umfassender, delikater ist. Jedenfalls beweist daö Entstehen jüdischer Zeitschriften religiösen und theologischen Inhaltes, daß ein Zeitintercsse dafür vorhanden ist; cS muß sich auch in ihnen zeigen, welcher Art dasselbe ist. Der Versuch, schon jetzt dieses nachznweisen und jene zu charakterisiren, sich mitten in der Bewegung zugleich über dieselbe zu stellen, kann wohl nicht mit voller historischer Unbefangenheit auSgeführt werden; man wird daher einen zweiten Artikel, welcher sich diese Aufgabe stellt, mit Nachsicht beuttheilen. (Christlich-theologische Zeitschriften.) Das 27ste Heft der. Bonner „Zeitschrift für Philosophie und katholische Theologie" liegt mir vor; mancherlei wäre über dessen Inhalt zu sprechen, jedoch eS sei hier bloß von dem Einen die Rede, was in näherer Beziehung zu dem Iudenthume steht. Die „Klagen eines Juden" werden auch hier als höchst willkommene Erscheinung begrüßt (S. 135-7-142), und es wird von ihnen die Veranlassung genommen , einige poetisch gefärbte Phrasen über den ewigen Juden hinzuwerfen-usd: mit ihnen die ProselpLenmacherei zu übertünchcn. „Der Einzelne: .so schließt die Anzeige —, der so fühlt und denkt, wie der Dichter dieser Klagen, dem ist Christus von neuem genaht in voller Lebendigkeit, wie einst dem alten AhaSverz hier wie dort die Dornenkrone tief ins Haupt gedrückt, und das Kreuz der Verachtung und Verfolgung drückend auf seinen Schultern. Er bittet um einen Augenblick der Ruhe,'um gastliche Aufnahme an der Schwelle des Hauses. Wer der Bitte folgt, dem ist der Fluch getilgt und die Sünde abgethan z aber derjenige, derihn abermals adwetst, der gebe Acht, daß sich daö Geschick seines-Stammes an ihm nicht wiederhole; er horche-- ob nicht Ln seinem Innern abermals die Stimme des Herrn erschallt, die auftust ,zur Wanderung ohne Rast,