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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1839-01-01 · Heft 2 · p. Seite 249

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1839
Issue
Heft 2
Article
Beitrag zur Entwickelungsgeschichte des Begriffs von der Unsterblichkeit der Seele im Judenthume
Date
1839-01-01
Page
Seite 249 (sequence 19)
Language
German
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des Begriffs von der Unsterblichkeit der Seele. 249 das große Weltgericht. Alle diese Gerichtstage glaubte man annehmcn zu müssen, obgleich man nicht für ein jedes Gericht auch einen besonder» Act finden konnte, welche Verlegenheit vorzüglich dann entstand, als daö Mittelalter, nach dem Dorbilde des christlichen Dogmatismus, auch dem Iudenthume gern eine kirchliche Glaubenslehre anfstellen wollte, und es nicht einsah, daß das Judenthum den Charakter seiner Freiheit gerade darin behauptet, alle sanctiom'rte Glaubenslehren von sich abzuweisen und sie vielmehr der Bildungsstufe und dem Fassungsvermögen eines jeden Zeitalters zu überlassen. — Das Judenthum, diese Ueberzengung drängt uns ein unbeschränkter Blick ans die Weltgeschichte auf, nimmt seinen vollen Antheil an der Selbstentwickelung und an den Fortschritten des menschlichen Geistes, eü verlebte mit und in demselben seine Periode des Gefühls und der Anschauung, der Dichtung und der Mythe, deS MysticiSmus und der Reflexion, und wird durch freie Spekulation zur klaren Erfassung seines Ideals, zum Gipfel seiner Bestimmung selbstständig gelangen. ° O. S. Form stecher, Prediger zu Offcnbach. ü. Wunder» müssen wir uns, daß sogar viele unserer Rcligionslchrbüchcr ouch in der Gegenwart noch die Vorgefundene Lehre, von der Wiederauferstehung des Körpers aufnehincn zu muffen glaubten. 6. Mir scheine» in der Erfassung dieser eschaiologischcn Vorstellungen drei Perioden angenommen werden zu müssen, in deren jeder eine Vorstellung die hauptsächliche war, an welche sich die ander» mehr oder weniger anschloffen, und zwar eine volksthümlichc, eine individuelle — welche zuerst mehr sinnlich, da»» mehr geistig war — und dann eine menschheitliche. Zu der Zeit eines kräftigen Volkslebens war für die Israeliten, ebenso wie für andere Völker, die schönste Aussicht in die Zukunft — die Verherrlichung Israels und sein Sieg über andere Völker, und da das Volk niemals seit der Trennung sich einer ausgedehnten Macht erfreute, so war cs um so mehr von der Gegenwart aus die Zukunft hingcwiescn, und ein mächtiger König, gesalbt mit dem Oelc des Herrn ein David, wie ihn Ezechiel (37, 2-i) geradezu nennt, oder doch aus seinem Hause (Ics. 11, 1) wird Israel später zur höchsten Macht führen. ES ist aber die Eigcnthümlichkcit volksthümlichcr Anschauung bei

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