Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 2
- Article
- Poesie, Prosa, Verlegenheit
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 1)
- Language
- German
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Abhandlungen.!. Poesie, Prosa, Verlegenheit. Zu den förderlichsten und erfolgreichsten religiösen Einrichtungen gehören unstreitig die Gebräuche, welche ganz aus der Porste des Volkslebens erwachsen, wo das Innigste des menschlichen GemütheS stch der religiösen Institution anschmieget und sie mit seinen freundlichsten Gaben schmücket. Wer wird cs leugnen, daß besonders unsere Feste dieses Schmuckes, wo Freude und Gottknnigkeit stch den Rang streitig machen, theilhaft sind? Nicht die öffentliche Feier im Gottesdienste, nicht die feste Satzung sind jenes das Gcmüth in seinen mannigfaltigen Richtungen Ansprechende; jene soll auch bloß die ehrfurchtsvolle Erhebung erzeugen, diese hat ihren ganzen, zuweilen bloß scheinbaren, Werth in der Erinnerung, welche sie erweckt. Aber die Festfeier im Hause, in ihren Beziehungen zu nahe stehenden Menschen bietet die poetischreligiöse Seite dar. Offenbar erhält der Blas- oder Gedächtnißtag ('Neujahr) eine hohe Weihe dadurch, daß die gegenseitigen Glückwünsche, das Bedürfniß der gegenseitigen Aussöhnung sich an diesem Tage begegnen. Aber auch andere Feste haben solche rein menschliche und Familieubeziehungen, von nicht so tiefer, aber desto fröhlicherer Gestalt angenommen, und gewiß tragen diese am meisten zur wahren Festfreude bei. Jüb. Zcilschr. IV. Bd. 11,